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So, 27. November 2022, 6:40 Uhr

Sommer der Volatilität - Kein Grund für übertriebene Sorge


02.06.21 10:08
Merck Finck

München (www.aktiencheck.de) - Aktienanleger werden sich in den kommenden Monaten auf eine erhöhte Volatilität an den Märkten einstellen müssen, so Robin Beugels, Head of Investment Management bei Merck Finck a Quintet Private Bank.

Zwischenzeitlich stärkere Ausschläge sollten die Anleger jedoch nicht nervös machen. Denn, gestützt durch weiterhin guten Wachstumsaussichten sollte der Aufwärtstrend weiter anhalten. Die Ergebnisse der ersten Berichtssaison seien sehr stark gewesen und hätten in vielen Bereichen positiv überrascht. Auch für das zweite Quartal seien die Erwartungen hoch. Zwar seien die Bewertungen mitunter schon weit vorausgelaufen, üblicherweise wachse jedoch die Gewinnentwicklung der Unternehmen in der zweiten Phase der Erholung zunehmend in die Bewertungen hinein. Die Ampeln für die Aktienmärkte stünden also grundsätzlich auf Grün.

Als Störfaktor erweise sich zumindest einstweilen die Entwicklung der Inflation sowie der Umgang der Notenbanken damit. Nach Jahren stabiler oder sinkender Preise sei die Inflation global zuletzt wieder zurückgekehrt. Die Frage sei, ob diese Entwicklung temporär sei oder anhalten werde. Gegenwärtig spreche einiges für einen lediglich vorübergehenden Anstieg. Der Basiseffekt wirke jetzt besonders stark, dürfte sich aber in den kommenden Monaten etwas abschwächen. Auch von der Lohnseite drohe derzeit kaum Gefahr. Vor allem in Europa sei eine Lohnpreisspirale nicht erkennbar. Darüber, wie es in den USA weitergehe, könnten die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag richtungsweisend sein.

Wesentlich sei die Reaktion der Notenbanken und die Frage, ob und wann sie beginnen würden, ihre Kaufprogramme zu reduzieren und in welchem Umfang dies der Fall sein werde. Nach der Sommerpause könnte die Tapering-Diskussion weiter Fahrt aufnehmen und zu mehr Klarheit führen. Erste Zeichen könnten schon Ende August beim Jackson Hole Symposium oder auf der FED-Sitzung im September gesetzt werden. Das geänderte Wording der FED lasse jedenfalls aufhorchen. Zuletzt habe es dort geheißen, "dass man damit beginnen sollte, sich mit dem Thema zu befassen".

Insgesamt biete der Sommer also eine aufgeladene Gemengelage mit Potenzial für Überraschungen und erhöhte Volatilität. Anleger sollten besonnen und investiert bleiben. Wichtig dabei sei eine möglichst breite, globale Diversifikation, über Regionen und auch Sektoren. (02.06.2021/ac/a/m)