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Do, 7. Juli 2022, 1:09 Uhr

Goldpreis

WKN: 965515 / ISIN: XC0009655157

Starker Dollar begrenzt Gold trotz steigender Inflation


17.05.22 10:10
VanEck

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Die Inflation feiert fröhliche Urständ, so Joe Foster, Portfoliomanager und Goldstratege bei VanEck, in seinem aktuellen Goldkommentar.

"In den siebziger Jahren heizte eine Lohn-Preis-Spirale die Inflation jahrelang an. Es sieht nun so aus, als ob eine neue Lohn-Preis-Spirale begonnen hat."

In einem im April erschienenen Bericht der HSBC werde behauptet, dass die FED viel zu langsam auf die steigende Inflation reagiere, weil sie die Inflation auf eine Reihe von exogenen Schocks zurückführe und ihren eigenen Prognosen glaube, die einen Rückgang der Inflation signalisieren würden. Viele der Inflationstreiber mögen als exogene Schocks entstanden sein, würden nun aber strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft darstellen. Veränderungen der Demografie, der Arbeitsgewohnheiten, der Lieferketten, der Verbrauchsgewohnheiten, bei den Rohstoffen und den Fertigungsanforderungen hätten sich zu einem Inflationscocktail verbunden.

Die Aufgabe der FED werde noch dadurch erschwert, dass die Schuldenquote der USA 1980 bei etwa 30 Prozent des BIP gelegen habe, während sie heute fast 140 Prozent betrage. "Abgesehen von einem möglichen Schuldenschlamassel könnten Inflation und steigende Zinsen eine Reihe unbeabsichtigter Folgen oder "schwarzer Schwäne" mit sich bringen", so Foster. Die erste könnte aus Japan kommen, das die höchste Schuldenquote aller Industrieländer habe. Aus diesem Grund könne das japanische Finanzsystem keine höheren Zinsen verkraften. Während die FED und andere Zentralbanken die Zinssätze erhöhen würden, halte die Bank of Japan die Zinssätze nahe null und der Yen sei gegenüber dem US-Dollar auf ein Zwanzig-Jahres-Tief gesunken.

Außerdem sei Japan der größte ausländische Halter von US-Staatsanleihen. Die Volatilität der Währungen lasse die Kosten für die Absicherung des US-Dollars in die Höhe schnellen, was US-Staatsanleihen in Japan trotz ihrer viel höheren Renditen unattraktiv gemacht habe. Es sei mit mehr Volatilität bei Währungen und Zinsen zu rechnen, wenn Japan weiterhin Teile seines 1,3 Billionen US-Dollar schweren Bestands an US-Staatsanleihen verkaufe, während die FED gleichzeitig ihre eigenen Billionen an US-Staatsanleihen im Rahmen ihrer quantitativen Straffung verkaufe.

Gold (ISIN: XC0009655157, WKN: 965515) erfülle wieder seine historische Rolle als sicherer Hafen und Vermögensspeicher. Viele Goldbefürworter würden sich jedoch fragen, warum der Goldpreis angesichts all dieser Ereignisse nicht höher sei.

Gold befinde sich in einem säkularen Bullenmarkt, seitdem es im Dezember 2015 bei etwa 1.050 US-Dollar pro Unze seinen Tiefpunkt erreicht habe. Der derzeitige Bullenmarkt werde von ähnlichen makroökonomischen und geopolitischen Risiken angetrieben, wobei einige Faktoren durch die Pandemie noch verstärkt würden. Es gebe einen entscheidenden Unterschied, der die bisher schwächere Wertentwicklung von Gold in diesem Bullenmarkt erklären könnte.

Der US-Dollar habe sich sowohl in den 1970er als auch in den 2000er Jahren in einem säkularen Bärenmarkt befunden. Von 1971 bis 1978 sei der US-Dollar-Index um 45 Prozent gesunken und von 2002 bis 2008 sei er um 41 Prozent gefallen. Seit Dezember 2015 habe er jedoch um 5,2 Prozent zugelegt, während er in einem Seitwärtstrend geschwankt habe und derzeit sein Zwanzigjahreshoch teste. "Während Gold und der US-Dollar in Zeiten akuter finanzieller Spannungen manchmal gemeinsam nach oben tendieren, ist die normale Beziehung invers", erkläre der Goldexperte. "Wir sind der Meinung, dass der starke US-Dollar den Anstieg des Goldpreises im derzeitigen Bullenmarkt gedämpft hat."

China und Europa scheinen die Welt in eine Rezession zu führen, und die FED sei führend bei den Zinserhöhungen. "All dies verheißt Gutes für den US-Dollar, zumindest im Moment", so Foster. Der starke US-Dollar sorge für finanziellen Stress im Ausland, die Inflation scheine aus den Fugen zu geraten und es gebe geopolitische und wirtschaftliche Risiken, die Gold weiterhin Auftrieb geben dürften. "Wir glauben zwar, dass die Goldpreise steigen werden, aber solange der US-Dollar nicht schwächer tendiert, wird Gold möglicherweise nicht die spektakulären Gewinne vergangener säkularer Bullenmärkte verzeichnen." (17.05.2022/ac/a/m)




 
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