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Mo, 4. Juli 2022, 1:51 Uhr

Die Suche nach dem relativen Wert in den Krypto-Trümmern


19.05.22 15:20
VanEck

Frankfurt am Main (www.aktiencheck.de) - Inmitten der Trümmer, die die kürzlichen Abstürze bei Kryptowährungen verursacht haben, kann es helfen, für sogenannte Layer-1-Protokolle, die aus unserer Sicht überleben und den Einbruch überstehen werden, eine Wertuntergrenze festzulegen, sagt Matthew Sigel, Leiter der Abteilung Digital Assets Research bei VanEck in seinem aktuellen Kryptomarkt-Kommentar.

Hierzu werfe er einen genaueren Blick auf die beiden Krypto-Protokolle Avalanche und Ethereum und auf das Verhältnis der jeweiligen sogenannten "Gaspreise", also die Kosten zur Durchführung von Transaktionen auf diesen Protokollen, zueinander. "Es ist klar, dass der Preis für Blockspace, also Platz auf der Blockchain, auf Unit- für Unit-Basis bei Ethereum wesentlich höher ist als der bei Avalanche", so Sigel. Da die Nutzung von Avalanche jedoch zugenommen habe, sei das Verhältnis gestiegen, um die Nachfrage nach dem Avalanche-Blockspace widerzuspiegeln.

Allerdings verbrauche die durchschnittliche Avalanche-Transaktion mehr "Gas" als die durchschnittliche Transaktion auf Ethereum: "Da ‚Gas‘ ein Maß für den Rechenaufwand ist, bedeutet dies, dass die durchschnittliche Komplexität von Transaktionen auf Avalanche entweder höher ist als die von Ethereum oder dass die Version der ‚Ethereum Virtual Machine‘ (also die Basis für dezentralisierte Anwendungen auf der jeweiligen Blockchain) von Avalanche nicht so effizient ist. Wir neigen zu Letzterem", erklärt Sigel.

Das Verhältnis dieser "Gaspreise" scheine sich als Untergrenze für den relativen Wert zwischen Ethereum und Avalanche zu eignen, da beide eine ‚Ethereum Virtual Machine‘ verwenden würden und es zahlreiche Brücken zwischen den beiden Ökosystemen gebe. Werde die Nutzung von Ethereum zu teuer, würden Nutzer, die einen höheren Gasbedarf hätten, zu Avalanche wechseln - was auch schon zu beobachten gewesen sei.

Mit einem Blick auf das Kurs-Umsatz-Verhältnis von Avalanche (auf Grundlage der Marktkapitalisierung und der Transaktionskosten) sehe Sigel, dass die relative Bewertung von Avalanche rapide gesunken sei, da das Kurs-Umsatz-Verhältnis komprimiert geworden sei. Sei dies bis Anfang 2022 noch auf das rasche Wachstum der Einnahmen aus On-Chain-Gebühren zurückzuführen gewesen, hätten sich Avalanche und Ethereum im April inmitten der Herabstufung der ganzen Branche im Gleichschritt abwärts bewegt. "Diese Konvergenz entspricht unserer früheren Arbeit, die zeigt, dass die Korrelation bei Kryptowährungen inmitten des allgemeinen Risikoabbaus an den Finanzmärkten zunimmt", so Sigel. Der Umsatz von Avalanche könnte ihm zufolge durch Umstellungen bei wichtigen Avalanche-Anwendungen jedoch weiter sinken, was am Ende eher zu einer Obergrenze statt Untergrenze beim Kurs-Umsatz-Verhältnis von Avalanche führen könnte.

"Da wir während dieser Marktturbulenzen ein Portfolio von Layer-1-Tokens verwalteten, verkauften wir bei den fallenden Preisen Avalanche, um mehr Ethereum zu kaufen und bewahrten so das Kapital auf der Suche nach einer nachhaltigen Bodenbildung", erkläre Sigel. "Wie die obige Analyse zeigt, gibt es jedoch einen Preis, bei dem wir unsere Meinung ändern würden. Wir sind nur noch nicht so weit." (19.05.2022/ac/a/m)