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Fr, 9. Dezember 2022, 16:43 Uhr

Tesla

WKN: A1CX3T / ISIN: US88160R1014

Tesla schreibt schwarze Zahlen - Aktie im Höhenflug - Aktienanalyse


29.10.18 10:14
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Tesla schreibt schwarze Zahlen - Aktie im Höhenflug - Aktienanalyse

Oliver Götz von der "BÖRSE am Sonntag" nimmt in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie von Tesla Inc. (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T, Ticker-Symbol: TL0, Nasdaq-Symbol: TSLA) unter die Lupe.

Um die Glaubwürdigkeit von Tesla-Gründer Elon Musk sei es zuletzt nicht besonders gut bestellt gewesen, ja man habe sich gar ernsthaft Sorgen machen müssen, ob sie bald nicht völlig dahin sein würde. Einmal habe er während eines Interviews vor laufender Kamera genüsslich einen Joint geraucht, ein anderes Mal habe er sich während einer Telefonkonferenz lieber mit einem Youtuber unterhalten, als sich mit den Fragen der Analysten zu grundsätzlichsten Zahlen seines Unternehmens zu beschäftigen. Da ihn diese gelangweilt hätten, wie er es formuliert haben solle. Daneben habe er beinahe schon in Trump-ähnlicher Manier regelmäßig auf Twitter gegen alles und jeden geschimpft, der ihn oder seine Produkte kritisiert habe.

Als er im August dazu äußerst öffentlichkeitswirksam Anstalten gemacht habe, Tesla von der Börse nehmen zu wollen, nur um jenen Plan kurze Zeit später wieder zu verwerfen, dürfte der ein oder andere neben Zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit auch Musks Zurechnungsfähigkeit infrage gestellt haben. Darüber hinaus sei mit Blick auf seine marktmanipulativen Aussagen wenig überraschend von der US-Börsenaufsicht SEC gegen ihn ermittelt worden, was ihm schlussendlich den Chairman-Posten seines eigenen Unternehmens gekostet habe. CEO und damit operativ Chef von Tesla durfte er am Ende bleiben.

Dennoch schien er angezählt wie nie zuvor, so die Experten. Nicht zuletzt von den eigenen Investoren. Schließlich hätten nicht nur seine wirren Ankündigungen und Kommentare für Unverständnis gesorgt, es sei bei Tesla auch einfach nicht so gelaufen, wie es laufen sollte. Die kalifornische E-Auto-Hoffnung habe selbst gesetzte Produktionsziele deutlich verpasst, dazu Quartal um Quartal Milliarden verbrannt. Die Zweifel daran, ob Tesla den Sprung aus der Premium-Nische auf den Massenmarkt in näherliegender Zukunft wirklich schaffen könnte, seien gewachsen. Und der Aktienkurs sei geschrumpft.

Es sei also an der Zeit für positive Nachrichten gewesen. Elon Musks verzweifeltes Feuerwerk großspuriger Ankündigungen jedenfalls habe nicht mehr gezündet. So sei auch die verpufft, dass er für Tesla im dritten Quartal des laufenden Jahres einen Gewinn erwarte. Auch viele Analysten blieben vorsichtig, zu oft habe Musk in diesem Jahr seine Versprechen nicht eingehalten.

Dieses jedoch, das hätten die unter der Woche veröffentlichten Zahlen unmissverständlich gezeigt, habe er eingehalten. Und wie. Auf eine zweijährige Durststrecke, versehen mit teils atemberaubenden Verlusten - in Quartal Drei des Vorjahres habe Tesla noch ein Minus in Höhe von 619 Mio. USD gemacht - sei am Mittwoch mit einem Plus von 311,5 Mio. USD die Vorlage des höchsten Quartalsgewinns der Konzerngeschichte gefolgt. Der Umsatz sei darüber hinaus um 130% auf 6,8 Mrd. USD gestiegen. Beide Kennzahlen hätten in ihrer Deutlichkeit überrascht und damit auch die Analysten-Erwartungen übertroffen. Anleger hätten begeistert reagiert und die Aktie innerhalb von drei Tagen von 254,50 auf 314,86 USD in die Höhe gejagt. Ein Plus von stolzen 23%, womit die Aktie in einem mehr als schwierigen Marktumfeld ihre bisherigen Jahresverluste fast vollständig wettgemacht habe.

Musk selbst habe deshalb wohl zu Recht und ganz ohne übertriebenes Pathos von einem "wahrhaft historischen Quartal" gesprochen. Historisch sei vor allem die Produktionsleistung mit Blick auf Teslas Model 3 gewesen, das Experten als wichtiger Türöffner zum Massenmarkt gelte. Insgesamt hätten in Quartal Drei 56.065 Model 3 die Produktionshallen verlassen. Gegen Ende des dreimonatigen Zeitraums sollten es 5.300 Stück pro Woche gewesen sein, womit sich ein weiteres Musk-Versprechen, nämlich die Produktion von mindestens 5.000 Model 3 pro Woche, erfüllt habe. Allein mit dem Model 3 habe Tesla damit einen Umsatz in Höhe von drei Mrd. USD erwirtschaftet. Neben Umsatz und Gewinn habe Tesla auch die liquiden Mittel gesteigert, der Cashflow habe im abgelaufenen Quartal bei positiven 881 Mio. USD gelegen.

Das Quartal markiere einen Wendepunkt, so Joe Dennison von Zevenbergen Capital Investments. Mit Blick auf das nächste Jahr sollten zudem die starke Nachfrage nach Hochleistungsversionen des Model 3 wie auch Teslas Absicht das Mittelklasse-Modell dann in Europa anzubieten, die Gewinnmargen stützen würden. Loup-Expertin Gene Muster habe ihm beigepflichtet, habe mit Blick auf die vorgelegten Zahlen vom ermutigendsten Zeichen für nachhaltige Rentabilität gesprochen, das man in den vergangenen drei Jahren gesehen hätte.

Bereits vor dem Quartalsbericht habe mit Citron Research-Investor Andrew Left einer der prominentesten Tesla-Kritiker eine Kehrtwende vollzogen, welche Musk übrigens überhaupt erst dazu veranlasst habe, die Ergebnispräsentation vorzuziehen. Vor kurzem noch Short-Seller, habe Left in einem Interview mit Bloomberg auf einmal von einer "Revolution, die ich unterschätzt habe" gesprochen und das Model 3 als "klaren Hit" bezeichnet. Tesla habe die Konkurrenz "zermalmt", so Left weiter.

Soweit sei es freilich noch nicht. Noch immer würden Tesla gewaltige finanzielle Verpflichtungen plagen, sprich zehn Mrd. USD Schulden, von denen die Kalifornier bis März 2019 1,3 Mrd. USD begleichen müssten. Das dürfte das Konzernergebnis dann wohl wieder ins Minus drücken. Sollte Tesla jedoch operativ profitabel bleiben, wäre dies nicht weiter schlimm. Langfristig gesehen hätte man sein Schuldenproblem dann schließlich im Griff. Mit Blick auf das kommende Quartal sei Musk schon mal optimistisch. Der Autobauer solle in der Gewinnzone bleiben, auch den Cash-Flow erwarte man erneut positiv. Mut mache auch der bereits für das kommende Jahr geplante Produktionsstart in China. Nahe Shanghai sollten Model 3 und später auch das neue Model Y vom Band laufen.
Es gäbe also wieder deutlich mehr Gründe für den Kauf der Aktie, als noch im August. Neben dem erbrachten Profitabilitätsbeweis, einem zufriedenstellenden Ausblick und der vielversprechenden Expansion nach Asien und Europa, sei da vor allem auch die Erkenntnis, dass Elon Musk den Überblick über sein Lebenswerk nicht verloren habe und doch noch so etwas wie Glaubwürdigkeit besitze. Was mit Blick auf den Aktienkauf jedoch bleibe, seien die Zweifel an der Bewertung des Unternehmens. Denn auch wenn Tesla von nun an dauerhaft profitabel bleiben sollte - und diesen Beweis müsse Musk erst noch erbringen - sei ein für 2019 erwartetes KGV in Höhe von fast 100 eine Hausnummer, die derzeitige Marktkapitalisierung von rund 53 Mrd. USD entspreche zudem fast der von BMW. Und von den Gewinnen der Bayern seien die Kalifornier noch weit entfernt.

Ein Kauf der Tesla-Aktie dürfte damit weiter eine Wette auf die Zukunft bleiben; immerhin aber, scheint sie ein wenig sicherer geworden zu sein, so die Experten der "BÖRSE am Sonntag". (Analyse vom 26.10.2018).

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link.

Börsenplätze Tesla-Aktie:

XETRA-Aktienkurs Tesla-Aktie:
285,77 Euro +1,51% (29.10.2018, 09:53)

Tradegate-Aktienkurs Tesla-Aktie:
287,50 Euro -0,37% (29.10.2018, 10:08)

Nasdaq-Aktienkurs Tesla-Aktie:
USD 330,90 (26.10.2018)

ISIN Tesla-Aktie:
US88160R1014

WKN Tesla-Aktie:
A1CX3T

Ticker Symbol Tesla-Aktie Deutschland:
TL0

Ticker Symbol Tesla-Aktie Nasdaq:
TSLA

Kurzprofil Tesla Inc.:

Tesla Inc. (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T, Ticker-Symbol: TL0, Nasdaq-Symbol: TSLA) ist einer der weltweit führenden Hersteller von Elektro-Sportwagen. Tesla Motors produziert emissionsfreie Seriensportwagen (Tesla Roadster) und Premium-Limousinen (Tesla Model S).

Daneben verkauft Tesla Inc. verschiedene Komponenten für elektrische Antriebsstränge an führende Autohersteller wie Daimler oder Toyota. Zuletzt wurde SolarCity übernommen.

Hauptsitz von Tesla Inc. ist Palo Alto, Kalifornien, USA.

CEO: Elon Musk (29.10.2018/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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