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Sa, 3. Dezember 2022, 6:58 Uhr

Trotz vieler Risiken könnte 2022 ein gutes Jahr für Aktien werden


14.01.22 13:14
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die US-Aktienmärkte konnten das Jahr 2022 nicht so stark starten wie es der 3-Billionen-Aktienkurs von Apple erwarten ließ, sondern haben den zweitschlechtesten Jahresauftakt seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers hingelegt, so Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX.

Doch müsse man diesen Umstand bereits als Omen für ein schlechtes Aktienjahr interpretieren? Für Sascha Sadowski wäre dieser Schluss zu vorschnell, denn trotz beträchtlicher Risiken, die den Höhenflug der US-Aktienmärkte bedrohen würden, gebe es auch Faktoren, die ihnen Aufwind geben könnten.

"Tatsächlich ist das von der FED angekündigte Ende des Quantitative Easing ein Risikofaktor für die Aktienmärkte, der nicht zu unterschätzen und bislang wahrscheinlich noch nicht ausreichend eingepreist ist. Andererseits ist auch die galoppierende Inflation ein Risiko für die US-Wirtschaft - das die FED vermutlich zumindest im ersten Halbjahr 2022 noch nicht unter Kontrolle bekommen wird und das weitere Zinserhöhungen zur Folge haben könnte", erkläre Sadowski.

Ein weiteres Problem könnte auch die immer noch nicht überwundene Pandemie sein. "Das Auftauchen der Omikron-Variante hat der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Pandemie weltweit ein jähes Ende gesetzt und könnte im schlimmsten Fall in absehbarer Zeit zu weiteren Einschränkungen führen, die dann natürlich auch Auswirkungen auf die Wirtschaft haben werden. Hinzu kommt die Angst vor weiteren Mutationen, die wie ein Damoklesschwert über uns hängt. Sollte sich eine Variante entwickeln, gegen die die verfügbaren Impfstoffe nicht mehr wirken, würde das die weltweiten Impfanstrengungen zunichtemachen und wir stünden unter Umständen wieder genauso da wie vor einem Jahr."

Trotzdem sehe Sadowski auch Faktoren, die die Hoffnung auf ein gutes Jahr 2022 nähren würden, etwa die wahrscheinlich geringe Mortalität der Omikron-Variante, die von vielen als erster Schritt in Richtung Endemie interpretiert werde. "Der wirtschaftliche Aufschwung hat sich bislang noch nicht übermäßig von Omikron beeindrucken lassen. Und obwohl es natürlich einige Bereiche der Aktienmärkte gibt, an denen spekuliert wurde und wird, wie Meme-Aktien, SPACs, Kryptowährungen oder NFTs, scheinen andere Bereiche durchaus stabil und damit auch für 2022 gut aufgestellt", erkläre Sadowski.

"Auch sollte man bedenken, dass Anlegern im Moment nur wenige Alternativen zu Aktien bleiben, wenn sie ihr Geld gewinnbringend anlegen wollen. Und von diesem Geld ist nach den Jahren des Quantitative Easing noch ausreichend im Markt, auch wenn die Zinsen steigen und die FED ihre Bilanz verschlankt."

Es bleibe also spannend, ob diese positiven Faktoren ausreichen würden, um den Aktienmärkten 2022 weiter Auftrieb zu geben oder ob Anleger und Investoren sich auf einen Dämpfer gefasst machen müssten. "Die letzten Jahre ging es an den Aktienmärkten fast nur noch bergauf, wenn man vom initialen Schock zu Pandemiebeginn absieht. Von daher könnte es im ersten Halbjahr durchaus zu größeren Rücksetzern kommen. Doch angesichts der stabilisierenden Faktoren dürften sich die Märkte davon auch schnell wieder erholen." (14.01.2022/ac/a/m)