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So, 27. November 2022, 3:04 Uhr

USA stellen Pläne zur Krypto-Regulation vor


22.09.22 15:48
Stock-World Redaktion

 


  • Inflation und bärische Stimmung führen zu Einsacken der Krypto-Märkte
  • Ethereum-Kursabfall kostspielig für Investoren mit Long-Positionen

 


von Leena ElDeeb, Research Associate und Karim AbdelMawla, Research Associate


 


Kurz nachdem die offiziellen Zahlen des US-Verbraucherpreisindex veröffentlicht wurden, und eine Erhöhung der Inflation um 0,1 Prozent seit Juli anzeigten (und die jährliche Inflation auf 8,3 Prozent anstiegen ließen), war ein Einsacken der (Krypto-)Märkte zu beobachten: Der Bitcoin fiel im Laufe der letzten Woche um 15 Prozent, während Ethereum – einem erfolgreich abgeschlossenem „Merge“ zum Trotz – sogar um 26 Prozent einbrach. Auch die Renditen von Optimism, einer Scaling-Lösung, die die Transaktionsgeschwindigkeit von Ethereum verbessern soll, und der Staking-Plattform Lido sackten um 35,5 und 20,5 Prozent ab.


 


Die Investoren sind aktuell auch außerhalb der Krypto-Industrie in einer äußerst bärischen Stimmung – das zeigen zumindest Daten der Bank of America und von MSCI: So halten Vermögensverwalter so hohe Quoten an Bargeld wie es zuletzt im Jahr 2001 der Fall war, während die Vermögensallokationen in Aktien so niedrig sind wie nie zuvor. Auch der von Technologiewerten dominierte Nasdaq erlebte seinen stärksten Einbruch seit März 20202.


 


Abbildung 1: 7-Tage-Preis- und TVL-Entwicklungen von Krypto-Assets in wichtigen Sektoren


 


Abb 1.png


 


Quellen: Coingecko, DeFi Llama, 21Shares


 


Hoffnungen auf Ethereum-Kursgewinn enttäuscht


 


Abbildung 2: Liquidationen in Zusammenhang mit Ethereum auf dem Terminmarkt


 


Abb 2.png


 


Quelle: Coinglass


 


Seit der Ankündigung der neuesten Inflationszahlen am 13. September und damit im zeitlichen Umfeld des „Merge“ wurden Etherum-Positionen im Wert von über 500 Millionen US-Dollar liquidiert – allen voran Long-Positionen, die in Erwartung eines Kursanstiegs von Ethereum abgeschlossen wurden.


 


On-Chain-Indikatoren


 


Abbildung 3: Entwicklung des Network Value to Transaction (NVT)Signals von Ethereum


 


Abb 3.png


Quelle: Glassnode


 


Das sogenannte NVT-Signal (NVTS) stellt eine modifizierte Version des ursprünglichen NVT (Network Value to Transaction)-Verhältnisses dar, das einen gleitenden Durchschnittswert der letzten 90 Tage zur Messung des Transaktionsvolumens eines Kryptoassets nutzt. Wie der aktuelle Stand der NVTS-Entwicklung zeigt, liegt Ethereum aktuell beim gleichen Wert wie während des letzten Bärenmarktes im Juni 2018, als das Kryptoasset eine Marktkapitalisierung von 73,9 Milliarden hatte. Diese stellt nur, 45 Prozent des heutigen Werts dar, wohingegen die tägliche Anzahl der Transaktionen heute 1,5 mal so hoch ist – ein Zeichen dafür, dass der Ethereum-Kurs deutlich stärker als seine Fundamentaldaten gestiegen ist.


 


USA mit Vorstoß in der Krypto-Regulierung


 


Die wohl bemerkenswerteste Krypto-Entwicklung dieser Woche stellt der von der US-Regierung vorgestellte Regulierungsrahmen dar – der erste offizielle Versuch, die Krypto-Assetklasse umfassend zu regulieren. Unter anderem legt das Regelwerk fest, dass die US-Strafverfolgungsbehörden mit dem globalen Sicherheitsapparat zur Verfolgung von Finanzstraftaten zusammenarbeiten sollen – insbesondere der Egmont Group, der internationalen Vereinigung von 166 Financial Intelligence Units. Das Rahmenwerk verweist auch auf eine Reihe von Berichten, die als weitere Orientierungshilfe bei der Ausarbeitung der jeweiligen Gesetzesentwürfe veröffentlicht werden sollen, darunter:


  • Das Office of Science and Technology Policy und die NSF(eine Behörde zur Unterstützung von Forschung) werden eine Forschungs- und Entwicklungsagenda für digitale Vermögenswerte entwickeln.
  • Im Oktober wird der Financial Stability Oversight Council einen Bericht veröffentlichen, der die Risiken digitaler Vermögenswerte für die Finanzstabilität erörtert, damit verbundene Regulierungslücken aufzeigt und zusätzliche Empfehlungen zur Förderung der Finanzstabilität ausspricht.
  • Das Finanzministerium wird bis Ende Februar 2023 eine Risikobewertung der illegalen Finanzierung im Bereich der dezentralen Finanzierung und bis Juli 2023 eine Bewertung der NFTs ausarbeiten.

Eine weitere Regulierungsmaßnahme könnte auch von der US-Börsenaufsicht und ihrem Vorsitzenden Gary Gensler kommen: Dieser äußerte Bedenken bezüglich des Proof-of-Stake-Konsensverfahrens von Ethereum und gab zu bedenken, dass es von der SEC als Wertpapier betrachtet werden könnte. Sollte dies zur offiziellen Policy der SEC werden, wäre Ethereum aufgrund der Anforderungen des Anlegerschutzes zu einer vollständigen Offenlegung gegenüber der SEC verpflichtet ist.


 


Ethereum-Forks nach Merge nicht erfolgreich


 


Der Merge, das wichtigste Upgrade des zweitgrößten Krypto-Assets Ethereum, ist am 15. September erfolgreich und ohne Störungen über die Bühne gegangen. Die Umstellung erfolgte ohne negative Auswirkungen auf die DeFi-Märkte. Dennoch gingen zwei Proof-of-Work-Forks – das sind neue Blockchains – live, die Minern ermöglichten sollten, ihre Rechner wie vor dem Merge für Validierungen von Transaktionen zu nutzen.


 


ETHW, ein von Chandler Guo angeführter Fork, ist bereits live gegangen, während ihr Gegenstück ETF (Ethereum Fair), der von einer Gruppe chinesischer Nutzer ins Leben gerufen wurde und von Justin Sun von der Tron-Stiftung unterstützt und finanziert wird, kurz darauf hinzukam. Leider wurden die Forks im Wert dezimiert, nachdem sie bei ihrer Einführung auf mehrere technische Hürden stießen. Auch die Krypto-Börsen sind aktuell geteilter Ansicht darüber, welche Forks sie unterstützen wollen. So werden Bybit, Kraken und FTX lediglich den Handel mit ETHW ermöglichen, während Poloniex, Huobi und Gate.io auch den ETF-Handel erlauben werden. Parallel dazu war auf alternativen Krypto-Projekten auf Proof-of-Work-Basis – darunter RVN und ETC (Ethereum Classic) – ein sprunghafter Anstieg der Hash-Raten zu beobachten, da ETH-Miner nach dem Merge begannen, andere Nutzungsmöglichkeiten für ihre Mining Rigs zu suchen – ein Trend, auf den wir im vergangenen Monat aufmerksam gemacht haben.


 


DeFi – Das dezentrale Finanzwesen des Web3


 


Abbildung 4: Performance der Top 10-DeFi-Assets in der letzten Woche


 


Abb 4.png


Quellen: Coingecko, 21Shares


 


Die Lending-Plattform MakerDAO versucht, ihre Abhängigkeit von der zentralisierten Stablecoin USDC zu reduzieren. So gab das Unternehmen Maker bekannt, seine Verschuldungsobergrenze für seinen Vorrat an Staked Ether (stETH) zu verdoppeln. MakerDAO ist die weltweit größte App für dezentrale Finanzanwendungen.


    


Non-fungible-Token (NFTs) und das Metaverse


 


Abbildung 5: NFT-Handelsvolumen pro Chain


 


Abb 5.png


Quellen: Dune Analytics, 21Shares


 


Wie wir immer wieder betonen – Bärenmärkte sind eine Phase, in denen Aufbau und Investition stattfindet, aber auch neue Innovationen erprobt werden: Dazu gehört das Konzept von Miet-NFTs: Diese bot das NFT-Vermietungsprotokoll Rentable an, das seine Geschäfts nun aufgrund mangelnder Nachfrage eingestellt hat. OpenSea hingegen beginnt erst mit der Erprobung eines neuen Projekts: OpenRarity, ein neues NFT-Protokoll, das standardisierte mathematische Algorithmen einführt, die Seltenheitsattribute unabhängig von der Projektgröße und -popularität gleichmäßig zuweisen. Der NFT- Entwickler Doodles hingegen profitiert bereits von seinem Geschäftsmodell: Das Unternehmen sammelte in einer Finanzierungsrunde 54 Millionen Dollar ein und ist nun mit 704 Millionen Dollar bewertet und will in die Musik-, Kultur- und Unterhaltungsbranche vordringen.


 


Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) wird Kunstwerke im Wert von 70 Millionen Dollar versteigern und den Erlös für den Erwerb von NFTs verwenden, um die digitale Reichweite des Museums zu vergrößern. Ein Sci-Fi-NFT-Comic, 2142, soll auf dem NFT-Marktplatz OpenSea erscheinen. Obwohl es sich dabei nicht um das erste Sammlerstück seiner Art handelt, behaupten die Entwickler, dass sie das Sammleruniversum dezentralisieren und nach dem Zufallsprinzip aufbauen, um "Flipper" zu vermeiden, d. h. User, die den Comic-NFT in der Hoffnung auf große Gewinne kaufen würden. 2142 wird in Paketen verkauft. Die User müssen insgesamt 15 bis 20 Pakete kaufen, um die erste 34-seitige Comic-Ausgabe zu erhalten. Mindestens 15 Pakete werden benötigt, um eine Figur, einen Ort oder einen Gegenstand aus dem 2142-Universum zu erhalten, die dann für die Erstellung neuer, fünfseitiger Spin-Off-Webcomics verwendet werden können.


 


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Über 21.co


21.co ist ein führender Anbieter von Produkten, die simplen und einfachen Zugang in die Krypto-Welt bieten. Das Tochterunternehmen 21Shares ist der weltweit größte Emittent von börsengehandelten Produkten (ETPs) auf Basis von Kryptoassets. Die ETPs werden auf Onyx, einer firmeneigenen Technologieplattform bereitgestellt, die sowohl von 21Shares als auch von Drittpartnern für die Emission und das operative Geschäft mit Kryptowährungs-ETPs genutzt wird. Amun, ein Token-Provider, der den Zugang zur DeFi-Branche erleichtert, ist ebenfalls Teil von 21.co. Das Unternehmen wurde 2018 von Hany Rashwan und Ophelia Snyder gegründet und hat seinen Sitz in Zug in der Schweiz sowie Büros in Zürich und New York. 


 


 


Rechtliche Hinweise:

Das in dieser Pressemitteilung enthaltene Material dient ausschließlich Informationszwecken. Die 21Shares AG und ihre verbundenen Unternehmen empfehlen keine Maßnahmen auf der Grundlage dieser Informationen. Das Material ist nicht als Angebot oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers, noch als Anlageberatung auszulegen. Darüber hinaus stellen diese Informationen keine Zusicherung dar, dass die hier beschriebenen Anlagen für eine Person geeignet oder sinnvoll sind. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Indikator für künftige Kursentwicklungen



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Der Autor stellt hier lediglich Informationen zur Verfügung, es erfolgt keine Anlageberatung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Vermögensanlagen. Anlagegeschäfte beinhalten Risiken, so dass die Konsultierung professioneller Anlagenberater empfohlen wird. Wir möchten in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass ein Engagement in Aktien (auch Hot Stocks oder Penny Stocks), Zertifikate, Fonds oder Optionsscheine zum Teil mit erheblichen Risiko verbunden. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden.





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