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Di, 4. Oktober 2022, 5:42 Uhr

US-Aktienmärkte: Kurse rauf oder noch weiter runter - Sicher ist nur die Unsicherheit


12.08.22 14:10
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die US-Aktienmärkte haben seit ihrem Hoch im Januar eine Talfahrt hinter sich, so die Experten von LYNX Broker.

Die Bären hätten den jahrelangen Bullenmarkt übernommen. Doch die Durstphase könnte sich schon ihrem Ende annähern. Oder auch nicht und es könnte noch viel weiter bergab gehen, wie die immer lauter werdenden pessimistischen Stimmen propagieren würden. Der Blick auf die Marktkommentare jedenfalls zeige, dass sich die Analysten derzeit oft uneins seien, was die Entwicklungen der kommenden Monate anbelange. Für Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX gebe es Faktoren, die für und gegen beide Sichtweisen sprechen würden.

"Aktuell sehen wir eine Verschiebung zugunsten der Pessimisten bei den Prognosen. Während zu Beginn der Krise noch versucht wurde, positiv zu denken, sehen die beschriebenen Szenarien für die nahe Zukunft immer düsterer aus. Paradoxerweise könnte das allerdings ein Zeichen dafür sein, dass wir uns schon dem Ende des Bärenmarktes annähern", fasse der Marktexperte zusammen. "Wir alle haben wohl schon von den fünf Phasen der Trauer gehört. Diese lauten: Verdrängung, Wut, Verhandlung, Verzweiflung und schließlich Akzeptanz, bevor es wieder aufwärtsgeht. Etwas ganz Ähnliches kann man auch bei den Marktteilnehmern in einem Bärenmarkt beobachten. Die Tatsache, dass die Pessimisten immer lauter werden, könnte bedeuten, dass wir uns schon in Phase vier befinden und uns somit bereits auf das Ende des Bärenmarktes zubewegen."

Gegen diese Theorie spreche allerdings ein Blick auf die statistischen Daten, die laut Sadowski aufgrund des geringen Zahlenmaterials allerdings nur begrenzte Aussagekraft hätten. Diese würden zeigen, dass Bärenmärkte in den meisten Fällen mit einem Knall enden und nicht einfach still und heimlich auslaufen würden. "Der Bärenmarktkalender von Ned Davis Research weist seit 1980 für die US-Aktienmärkte nur elf Bärenmärkte aus. In sieben Fällen erfolgte der Großteil der Verluste in der zweiten Hälfte der Baisse, viermal war es anders herum. Daraus nun zu schließen, dass das Schlimmste noch vor uns liegt, halte ich für wenig sinnvoll - vor allem weil man dann davon ausgeht, dass wir uns noch in einem frühen Stadium des Bärenmarktes befinden. Das jedoch kann niemand mit Bestimmtheit sagen! Es könnte durchaus sein, dass es in absehbarer Zeit wieder bergauf geht. Legt man die Statistik nämlich anders aus, wird man feststellen, dass der Großteil der Verluste der letzten sechs Monate in der zweiten Hälfte dieses Zeitraums angefallen sind - was wiederum statistisch für ein baldiges Ende des Bärenmarktes sprechen würden." (12.08.2022/ac/a/m)