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Fr, 9. Dezember 2022, 17:50 Uhr

Nach der US-Wahl: Welche Werte profitieren?


13.11.20 10:20
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Für die Aktienmärkte ist dieser Ausgang der Wahl tatsächlich positiv zu werten, denn auf diese Art können sich beide Parteien gegenseitig im Zaum halten. Allzu krasse Änderungen am Status Quo dürften so in absehbarer Zeit nicht durchsetzbar sein, so die Experten von LYNX Broker.

Die Wahl in den USA sei gelaufen und Joe Biden werde Donald Trump im Januar im Weißen Haus ablösen. Noch sträube sich der aktuelle Bewohner des Amtssitzes gegen seinen Auszug, doch verhindern werde er ihn vermutlich nicht können. Die Aktienmärkte hätten auf diese Nachricht positiv reagiert, auch weil die Machtverhältnisse zwischen Demokraten und Republikanern in der Regierung durchaus ausgeglichen bleiben würden. Während die Demokraten den Präsidenten stellen würden und im House of Representatives stärker vertreten sein würden, dürfte die Kontrolle im Senat bei den Republikanern liegen.

"Für die Aktienmärkte ist dieser Ausgang der Wahl tatsächlich positiv zu werten, denn auf diese Art können sich beide Parteien gegenseitig im Zaum halten. Allzu krasse Änderungen am Status Quo dürften so in absehbarer Zeit nicht durchsetzbar sein", erkläre Sascha Sadowski die positive Reaktion des Aktienmarkts auf das Wahlergebnis. Hinzu käme, dass weitere Stimuli, besonders im Bereich der Infrastruktur, unter beiden Parteien mehr als wahrscheinlich seien. Daran ändere auch der in absehbarer Zeit zur Verfügung stehende Impfstoff nichts.

Mit einem positiven Ausblick auf die Aktienmärkte im Allgemeinen wage Sadowski auch einen Blick auf die einzelnen Branchen und darauf, wer besonders von Präsident Biden und einem weiterhin geteilten Senat profitieren werde. "Den voranschreitenden Ausbau der Infrastruktur haben wir bereits erwähnt. Hier wird vor allem der Ausbau des Breitband-Netzes auch in ländlichen Gegenden eine zentrale Rolle spielen, da in den vergangenen Pandemie-Monaten erneut die Wichtigkeit von schnellem Internet deutlich wurde. Hier könnten Unternehmen wie Cloudflare, Calix oder Lam Research, aber auch Corning als Hersteller von Glasfaserkabeln profitieren. Der von den Republikanern kontrollierte Senat dürfte außerdem klassische Infrastrukturprojekte wie Straßen, Flughäfen und Brücken vorantreiben, was auch Unternehmen wie Caterpillar oder Martin Marietta Materials einige Einnahmen aus Steuergeldern bescheren dürfte. Vorsicht ist allerdings geboten, denn die beiden Parteien könnten sich im Senat auch gegenseitig blockieren, wenn es um größere Summen geht."

Weitere Chancen sehe Sadowski außerdem für den Healthcare-Bereich. "Wenn Biden seinen Plan durchsetzt, wird es in den USA bald ein breit angelegtes Gesundheitssystem geben. Gleichzeitig ist die Gefahr einer baldigen Regulierung der Preise in diesem Bereich durch die Machtverteilung in Senat und Kongress deutlich gesunken. Gleiches gilt für Managed-Care-Anbieter wie Cigna, Humana, Anthem oder UnitedHealth."

Erneuerbare Energien, eines der wichtigsten Themen für den neuen Präsidenten, hätten hingegen durch den Ausgang der Wahl zunächst einen kleinen Dämpfer erhalten, da befürchtet werde, dass der Senat sich derartigen Projekten entgegenstellen könnte, hätten sich jedoch schnell erholen können. "Strengere Grenzwerte und Regeln in Bezug auf fossile Brennstoffe sind unter Biden sehr wahrscheinlich. Auch dürfte es weniger neue Projekte zu deren Erschließung geben. Davon werden Anbieter von Clean Energy wie Enphase Energy profitieren."

Aufatmen könnten außerdem die großen Tech-Unternehmen wie Apple, Facebook und Amazon. Für sie bedeute das Wahlergebnis eine weitaus geringere Gefahr der Regulierung und kartellrechtlicher Schritte der Regierung. "Auch hier ist die Hoffnung, dass sich Demokraten und Republikaner im Senat gegenseitig blockieren, wodurch sich für die Unternehmen vorerst wenig ändert. Das ist jedoch noch mit Vorsicht zu genießen, denn beide Parteien haben sich bereits geäußert, dass die Tech- und Social-Media-Unternehmen zu viel Macht bündeln", erkläre Sadowski.

Welche Auswirkungen das Wahlergebnis für Finanzunternehmen haben werde, sei noch nicht ganz klar. "Einerseits könnten die Republikaner im Kongress dafür sorgen, dass die Wirtschaftshilfen der Regierung etwas geringer ausfallen, wodurch die Fed die niedrigen Zinsen für einen längeren Zeitraum aufrechterhalten dürfte. Das ist gut für Konsumenten und Kreditnehmer, nicht jedoch für die Kreditgeber. Auf der anderen Seite könnte ein von den Republikanern kontrollierter Senat dafür sorgen, dass die Steuersenkungen von Präsident Trump in großen Teilen beibehalten werden - und hier waren die Finanzunternehmen unter den größten Gewinnern." (13.11.2020/ac/a/m)