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Mi, 7. Dezember 2022, 23:47 Uhr

Versagt der S&P 500 diesmal als Wahlindikator?


23.10.20 10:55
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Anbei ein aktueller Marktkommentar von LYNX Broker:

"Nur zwei Mal seit dem Zweiten Weltkrieg hat der S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) als Indikator für den Ausgang der US-Wahl versagt. Ging es hier bergauf, konnte der amtierende Präsident oder zumindest seine Partei das Amt verteidigen. Diesmal ist dies jedoch möglicherweise nicht der Fall, denn gerade Aktien, die voraussichtlich von Joe Biden als Präsident profitieren würden, performen derzeit stark. Man könnte fast meinen, der Markt diskontiert bereits jetzt, dass Trump die Wahl verlieren wird."

Der S&P 500 habe seit Ende Juli rund fünf Prozent zulegen können und aus historischer Sicht würde diese gute Performance des US-Aktienmarkts eigentlich für eine Wiederwahl von Donald Trump sprechen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hätten Präsidenten, unter deren Regierung die Aktienmärkte zwischen Ende Juli und den Wahlen im November gestiegen seien, ihr Amt fast immer verteidigen können. Nur in zwei Fällen sei es anders gekommen und derzeit sehe es danach aus, als ob sich diese Zahl auf drei erhöhen könnte, denn den Umfragen zufolge liege Herausforderer Joe Biden klar vorne.

"Der S&P 500 als Indikator würde eigentlich klar für eine zweite Amtszeit von Präsident Trump sprechen. Bei genauerer Betrachtung muss man jedoch feststellen, dass nicht die Werte für die gute Stimmung verantwortlich sind, die unter Präsident Trump florieren müssten, sondern die, die von Bidens Wahlprogramm profitieren würden", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte vom Online-Broker LYNX. Für ihn zeige diese Entwicklung, dass sich die Marktteilnehmer bereits auf einen demokratischen Präsidenten eingestellt hätten und ihr Portfolio dementsprechend anpassen würden.

Joe Biden als US-Präsident würde vor allem Unternehmen aus dem Bereich saubere Energie und smarte Infrastruktur gut tun. "Prominentestes Beispiel einer solchen Aktie dürfte Tesla (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T, Ticker-Symbol: TL0, Nasdaq-Symbol: TSLA) sein, aber auch Aktien wie die von First Solar (ISIN: US3364331070, WKN: A0LEKM, Ticker-Symbol: F3A, Nasdaq-Symbol: FSLR), Sunrun (ISIN: US86771W1053, WKN: A14V1T, Ticker-Symbol: 3S9) oder Enphase Energy (ISIN: US29355A1079, WKN: A1JC82, Ticker-Symbol: E0P, NASDAQ-Symbol: ENPH) sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Tech-Unternehmen wie Honeywell (ISIN: US4385161066, WKN: 870153, Ticker-Symbol: ALD, NYSE Ticker-Symbol: HON), der Semikonduktorhersteller Skyworks Solutions (ISIN: US83088M1027, WKN: 857760, Ticker-Symbol: AWM) und Daten-Riesen wie Facebook (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX, Ticker-Symbol: FB2A, NASDAQ-Symbol: FB) und Alphabet (ISIN: US02079K3059, WKN: A14Y6F, Ticker-Symbol: ABEA, Nasdaq-Symbol: GOOGL) würden von der Weiterentwicklung smarter Infrastruktur ebenfalls profitieren und zählen zu den Werten, die in einem Biden-Portfolio enthalten wären - und auch diese Aktien haben sich in den vergangenen Monaten gut oder sehr gut entwickelt."

Ein Trump-Portfolio würde hingegen eher klassische Werte wie Minengesellschaften, Metallunternehmen und traditionelle Infrastruktur enthalten. "Diese Branchen profitieren derzeit auch von den Zöllen, die unter Trumps America-First-Strategie eingeführt wurden. Auch viele Small- und Midcap-Aktien sind Nutznießer dieser USA-zentrierten Politik. Joe Biden hingegen denkt globaler und so könnten die Vorteile von Trumps Politik für diese Unternehmen bald der Vergangenheit angehören - was einem Trump-Portfolio nicht gut tun würde."

Zu den unterschiedlichen Entwicklungen der beiden hypothetischen Portfolios komme ein weiterer Faktor, den man nicht außer Acht lassen dürfe: Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen. "Die letzten beiden Male, als ein Präsident nicht wiedergewählt wurde, obwohl die Aktienmärkte gut performten, kam es zu geopolitischen Verwerfungen. 1968 waren es der Vietnamkrieg und die Unruhen nach der Ermordung von Martin Luther King, die dazu führten, dass die Demokraten das Zepter an Richard Nixon abgeben mussten, obwohl der S&P 500 5,8 Prozent im Plus war. 1980 schockte die Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran die Nation. Auch in diesem Jahr mussten die Demokraten eine Niederlage einstecken und Ronald Reagan wurde Präsident der USA. Jetzt ist es das Coronavirus und das könnte Präsident Trump trotz seiner Heilung das Genick brechen." (23.10.2020/ac/a/m)




 
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