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Sa, 4. Februar 2023, 19:57 Uhr

Volatiler Oktober - Sollte man sich für einen Black Swan rüsten?


08.10.21 13:20
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Der Oktober ist traditionell für Aktien ein eher schwieriger Monat mit einer hohen Volatiltität, so die Experten von LYNX Broker.

Auch die beiden größten Börsencrashs 1929 und 1987 der US-Geschichte hätten jeweils im Oktober stattgefunden. 1987 sei der Dow Jones (ISIN: US2605661048 WKN: 969420) am 19. Oktober um 22,6 Prozent gefallen. Heute würde ein solcher Crash auf einen Schlag einen Verlust von über 7.700 Punkten an einem einzelnen Handelstag bedeuten. Die Chance, dass sich ein solches Ereignis auch in diesem Jahr wiederholen könnte, liege Berechnungen zufolge bei 0,06 Prozent. Das sei zwar nicht viel und man könnte einwenden, dass nach dem Crash 1987 zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden seien, um künftig einen derartigen Sell-Off zu verhindern. Doch für ganz ausgeschlossen halte Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX, es nicht.

"Natürlich bieten die Marktreformen, die eine Kernschmelze an den Märkten verhindern sollen, einen gewissen Schutz vor einem neuen Börsencrash. Verhindern können sie ihn jedoch nicht, denn der Markt wird weiterhin von großen Investoren dominiert - und wenn diese gleichzeitig aussteigen wollen, finden sie Mittel und Wege, das zu bewerkstelligen - sogar wenn der Handel an den US-Börsen ausgesetzt wird", erklärt er. "Sie könnten beispielsweise auf ausländische Börsen zurückgreifen, an denen auch US-Aktien gehandelt werden. Oder sie können Index-Futures oder Put-Optionen shorten. Wer sich also einredet, dass man die großen Investoren mit den bestehenden Maßnahmen davon abhalten kann, aus dem Markt auszusteigen, der betrügt sich selbst."

Für Sadowski sei es daher wichtig, sein Portfolio gegen solche Crashs abzusichern. "Bei einem plötzlichen, unvorhersehbaren und extremen Markteinbruch spricht man von einem sogenannten Black Swan. Diese sind selten, aber kommen durchaus vor, so wie der Absturz der Börsen nach dem Ausbruch der Pandemie im vergangenen Frühjahr. Und sie sind nicht vorhersehbar, deswegen ist es nahezu unmöglich ohne entsprechende Vorkehrungen unbeschadet aus solch einem Ereignis herauszukommen." Daher sei es für ihn unumgänglich, Maßnahmen zu ergreifen, die einen gewissen Schutz bieten würden - vergleichbar mit einer Versicherung, von der man hoffe, sie nie in Anspruch nehmen zu müssen. "Die meisten Hausbesitzer werden wohl nie in die Situation kommen, dass ihre Immobilie abbrennt. Aber in den seltenen Fällen, in denen es doch passiert, sind sie froh über ihre Versicherung, die die Schäden bezahlt, da die Alternative der persönliche Ruin sein könnte."

Doch wie könnte eine solche Absicherung für das Investment-Portfolio aussehen? "Es gibt hier natürlich verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise könnte man regelmäßig einen kleinen Prozentsatz in langlaufende Put-Optionen auf den S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) stecken, solange diese Out of the money sind. Das bedeutet, dass der Kurs des Basiswertes, hier des S&P 500, höher ist als der Ausübungspreis der Option. Dieser kleine Prozentsatz wäre dann quasi der Versicherungsbeitrag, um im Beispiel zu bleiben - der allerdings auch noch Gewinne abwerfen kann, wenn es gut läuft. Natürlich gibt es auch unzählige andere Möglichkeiten das Portfolio abzusichern - wichtig ist nur, dass man entsprechende Vorkehrungen trifft, damit man im Ernstfall nicht völlig unvorbereitet von einem Schwarzen Schwan überrascht wird." (08.10.2021/ac/a/m)




 
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