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Mi, 28. September 2022, 8:54 Uhr

Volkswagen Vz

WKN: 766403 / ISIN: DE0007664039

Volkswagen: Sehr solide, aber keine brüllende Entwicklung im zweiten Quartal - Aktienanalyse


17.08.22 16:25
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Volkswagen-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Helge Rechberger, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI), reduziert in einer aktuellen Aktienanalyse das Kursziel für die Vorzugsaktie der Volkswagen AG (VW) (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) von EUR 202 auf EUR 156.

Der weltweit gegebene Halbleitermangel, stockende Lieferketten und gestiegene Kosten hätten den Gewinn von Volkswagen im zweiten Quartal weniger stark schrumpfen lassen als befürchtet. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen sei im Jahresvergleich um 27,7% auf EUR 4,7 Mrd. gesunken. Der Analystenkonsens sei von knapp EUR 4,6 Mrd. ausgegangen. Der Umsatz sei im Zeitraum von April bis Juni um 3% auf EUR 69,5 Mrd. gestiegen.

Die Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen habe sich im zweiten Quartal auch bei Volkswagen weiter beschleunigt. In Westeuropa habe der Auftragseingang des Konzerns im ersten Halbjahr 2022 40% über dem Vorjahresniveau gelegen. Trotz Lieferengpässen, vorübergehenden Produktionsstopps in Europa und COVID-19 bedingten Lockdowns in China hätten die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge im zweiten Quartal bei 118.000 Einheiten gelegen, was einem Anteil von 6% der Gesamtauslieferungen entspreche. Im ersten Halbjahr seien die BEV-Auslieferungen um 27% auf 217.000 Fahrzeuge gestiegen. Die zusätzlichen Produktionskapazitäten für den ID.4 in Emden und Chattanooga sowie für den ID.Buzz in Hannover seit dem zweiten Quartal würden die geplante Ausweitung der globalen BEV-Fertigung in der zweiten Jahreshälfte und darüber hinaus unterstützen.

Den Ausblick für das Gesamtjahr 2022 habe Volkswagen bestätigt knapp eine Woche nach der Entscheidung, Konzernchef Herbert Diess durch Porsche-Boss Oliver Blume abzulösen. Demnach solle die operative Rendite in einer Spanne zwischen 7,0% und 8,5% liegen. Im zweiten Quartal habe Volkswagen eine EBIT-Marge von 6,8% erzielt (im Vorjahr 9,7%). Der Umsatz solle im Gesamtjahr um 8 bis 13 Prozent über dem des Vorjahres liegen. Zum Vergleich: Konkurrent Mercedes-Benz habe seine Prognose kurz zuvor weiter angehoben, BMW hingegen vor einem Abflauen der guten Nachfrage und Margen angesichts einer nachzulassen drohender Konjunkturdynamik gewarnt.

Der VW-Konzern wolle die Porsche AG voraussichtlich noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Vor Investoren habe der Sportwagenbauer bereits skizziert, wie er Umsatz, Gewinn und Rendite kräftig erhöhen wolle. Der Sportwagenhersteller Porsche wolle vor allem seine Profitabilität deutlich steigern. Im vergangenen Jahr habe die Marge von Porsche bei 16% gelegen, in diesem Jahr sollten es 17% bis 18% werden. Das entspräche bei einem angestrebten Wachstum von 33 auf 38 bis 39 Milliarden Euro Umsatz einem operativen Ergebnis für 2022 von rund EUR 7 Mrd.

Doch dabei wolle es Porsche nicht belassen, in den kommenden Jahren solle der Umsatz um jährlich durchschnittlich 7 bis 8 Prozent wachsen. Die Marge solle 17% bis 19% erreichen. Langfristig strebe die Volkswagen-Tochter eine operative Rendite vor Zinsen und Steuern in Höhe von 20% des Umsatzes an. Das könnte aus heutiger Sicht sogar gelingen; die Geschäfte würden gut laufen - dank vieler reicher Kunden. Und das helfe dann wiederum auch dem Mutterkonzern Volkswagen AG.

Volkswagen habe kein blendendes, aber doch ein stärker als erwartet ausgefallenes Zahlenwerk zum zweiten Quartal 2022 vorlegen können. Allerdings habe man weiterhin mit den allgemeinen Branchenproblemen zu kämpfen (Stichwort: Halbleiter), auch wenn man diese inzwischen einigermaßen gut verkrafte. Im Bereich der E-Mobilität setze man weiterhin große Schritte, um in nicht allzu ferner Zukunft Tesla zu entthronen, zumindest was die Absatzzahlen betreffe.

Bewertungstechnisch habe sich gegenüber der letzten Aktieninfo im Vergleich zur automobilen Konkurrenz wenig getan.

Helge Rechberger, Analyst der Raiffeisen Bank International AG, belässt daher seine Empfehlung für die Volkswagen-Vorzugsaktie bei "halten", muss jedoch das Kursziel von EUR 202 auf EUR 156 kürzen. Wie zuvor sähen die Analysten der RBI für die Volkswagen-Aktien tendenziell weniger Fantasie als für die Papiere anderer deutscher Automobilhersteller. "Risiko" nach oben wäre allenfalls bei einem sehr gut laufenden Porsche-Börsengang gegeben. (Analyse vom 17.08.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

12. RBI erbrachte für den Emittenten in den vorangegangenen 12 Monaten Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze Volkswagen-Vorzugsaktie:

Tradegate-Aktienkurs Volkswagen-Vorzugsaktie:
147,48 EUR -2,10% (17.08.2022, 16:23)

XETRA-Aktienkurs Volkswagen-Vorzugsaktie:
147,52 EUR -2,05% (17.08.2022, 16:09)

ISIN Volkswagen-Vorzugsaktie:
DE0007664039

WKN Volkswagen-Vorzugsaktie:
766403

Ticker-Symbol Volkswagen-Vorzugsaktie:
VOW3

NASDAQ OTC-Symbol Volkswagen-Vorzugsaktie:
VLKPF

Kurzprofil Volkswagen AG:

Der Volkswagen Konzern (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403, Ticker-Symbol: VOW3, NASDAQ OTC-Symbol: VLKPF) mit Sitz in Wolfsburg ist einer der führenden Automobilhersteller weltweit und der größte Autobauer Europas. Zehn Marken aus fünf europäischen Ländern gehören zum Konzern: Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge, ŠKODA, SEAT, CUPRA, Audi, Lamborghini, Bentley, Porsche und Ducati. Darüber hinaus bietet der Volkswagen Konzern ein breites Spektrum an weiteren Marken und Geschäftsbereichen an. Darunter auch Finanzdienstleistungen, wozu die Händler- und Kundenfinanzierung, das Leasing, das Bank- und Versicherungsgeschäft sowie das Flottenmanagement zählen.

Mit seinem Zukunftsprogramm und der neuen Konzernstrategie 2030 "NEW AUTO - Mobility for Generations to Come" hat der Volkswagen Konzern den Weg freigemacht für den größten Veränderungsprozess seiner Geschichte: Die Neuausrichtung eines der besten Automobilunternehmen zu einem der weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität. Dazu wird der Konzern sein automobiles Kerngeschäft transformieren, u.a. mit mehr als 30 zusätzlichen vollelektrischen Modellen bis zum Jahr 2025, sowie dem Ausbau von Batterietechnologie und autonomem Fahren als neue Kernkompetenzen. (17.08.2022/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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