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Fr, 7. Oktober 2022, 23:43 Uhr

Warum der Absturz der Tech-Aktien nicht Dot.com 2.0 ist


03.06.22 14:21
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Die Aktienmärkte mussten seit Anfang des Jahres einige Verluste hinnehmen, so die Experten vom Online-Broker LYNX.

Besonders die Tech-Werte, die zuvor als Zugpferde des Bullenmarktes gegolten hätten, hätten gelitten, einige hätten sogar rund 75 Prozent ihres Wertes verloren. Nicht wenige würden sich bereits an die Dot.com-Blase im Jahr 2000 erinnert fühlen, doch hier widerspriche Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX. Zwar gebe es Parallelen, doch auch einen entscheidenden Unterschied.

"Natürlich könnte man beim derzeitigen Sell-off der Tech-Aktien an das Jahr 2000 denken, immerhin wurden damals wie heute Milliarden an Dollar in kurzer Zeit vernichtet. Doch bei vielen der gehypten Dot.com-Unternehmen handelte es sich um Firmen ohne einen nennenswerten Track-Record, ohne eine sinnvolle Strategie und manchmal sogar ohne ein tragfähiges Geschäftsmodell. Doch das war damals völlig egal, denn Investoren trugen ihnen das Geld trotzdem hinterher. Diese Blase musste früher oder später platzen", erkläre Sadowski die Situation im Jahr 2000. "Heute stellt sich die Situation völlig anders dar, denn auch wenn Unternehmen wie Zoom (ISIN: US98980L1017, WKN: A2PGJ2, Ticker-Symbol: 5ZM, NASDAQ-Symbol: ZM) oder Twilio (ISIN: US90138F1021, WKN: A2ALP4, Ticker-Symbol: TWH, NYSE-Symbol: TWLO) an der Börse abgestürzt sind, steckt dahinter doch ein Geschäftsmodell, das weiterwächst und Gewinne produziert. Es handelt sich um ein echtes Unternehmen, mit echten Kunden und einem echten, in vielen Fällen sogar profitablen Produkt. Das ist der entscheidende Unterschied zur Dot.com-Blase!"

Doch das sei nicht der einzige Faktor, der Sadowski zur Überzeugung bringe, dass viele der aktuell in Bedrängnis geratenen Tech-Unternehmen sich nicht nur erholen würden, sondern über sich hinauswachsen könnten. "Wir verlassen uns sowohl im privaten als auch im beruflichen Kontext immer stärker auf technologische Lösungen. Mit anderen Worten: Die Automatisierung wird zunehmen, die Cloud immer wichtiger werden und Software as a Service (SaaS), künstliche Intelligenz (KI) und immer schnellere und effizientere Kommunikationswege werden Unternehmen weiter optimieren. Das Risiko von Betrug und Cyberkriminalität wird dadurch sinken, einfache Aufgaben und Arbeitsabläufe werden effizienter gestaltet und die Innovationskraft wird steigen", fasse der Experte zusammen.

"Unternehmen, die diese Entwicklungen überhaupt erst ermöglichen, liefern gute Zahlen, auch wenn die Aktienkurse das nicht unbedingt widerspiegeln. Für sie könnte es in Zukunft noch weiter bergauf gehen und das wird sich früher oder später auch an der Börse zeigen."

Besonders fünf Kandidaten halte Sadowski in dieser Beziehung für vielversprechend. "Da wäre zum einen Microsoft (ISIN: US5949181045, WKN: 870747, Ticker-Symbol: MSF, NASDAQ-Symbol: MSFT). Das Unternehmen verfügt über ein unheimlich diversifiziertes Portfolio und stellt bereits jetzt Cloud-Angebote und Unternehmenslösungen in den Fokus. Kaum ein Unternehmen weltweit nutzt nicht das eine oder andere Microsoft-Produkt. Damit ist es hervorragend aufgestellt für die Zukunft." Weit weniger bekannt sei ServiceNow (ISIN: US81762P1021, WKN: A1JX4P, Ticker-Symbol: 4S0, NYSE-Symbol: NOW), das eine Cloud-Computing-Plattform anbiete, mit der Unternehmen manuelle Arbeitsweisen durch digitale ersetzen könnten. Auch hier sehe der LYNX-Experte eine gute Chance für Investoren. "Das Unternehmen selbst blickt überaus positiv in die Zukunft, da immer mehr Unternehmen in die Automatisierung von Arbeitsabläufen und Prozessen investieren - und davon profitiert ServiceNow direkt." Auch ein Klassiker der Tech-Branche habe Sadowski überzeugen können. "IBM (ISIN: US4592001014, WKN: 851399, Ticker-Symbol: IBM, NYSE-Symbol: IBM) hat sich bislang dem Abwärtstrend der Tech-Branche halbwegs entgegenstellen können. Hinzu kommt die Aussicht auf einige interessante Deals in der Zukunft. Die IBM-Aktie könnte also einen gewissen Reiz haben."

Auf dem Schirm sollten Investoren auch die Qualcomm-Aktie haben. "Fast jedes 5G-Gerät ist in irgendeiner Weise mit Qualcomm verbunden. Vom weltweiten Ausbau des Netzes dürfte das Unternehmen also direkt profitieren. Hinzu kommt, dass es sich immer weiter diversifiziert und auch das Internet of Things abdeckt." Als fünften Kandidaten für die Watchlist nenne Sadowski NVIDIA Corp. (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422, Ticker-Symbol: NVD, NASDAQ-Symbol: NVDA). "Der Einsatz von künstlicher Intelligenz wird immer weiter um sich greifen. NVIDIA hat dieser Entwicklung bereits Rechnung getragen und so hat das Data-Center-Geschäft mittlerweile den Gaming-Bereich als wichtigstes Standbein des Unternehmens abgelöst." (03.06.2022/ac/a/m)





 
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