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Mi, 30. November 2022, 22:39 Uhr

Wie verwundbar sind die US-Aktienmärkte?


04.02.22 14:35
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Viele der Investoren, die heute an den Aktienmärkten aktiv sind, können sich kaum an die Zeiten höherer Zinsen zurückerinnern. Entweder, weil sie diese Zeiten nur vom Hörensagen älterer Kollegen kennen, oder weil sie sich an den komfortablen Zustand der jahrzehntelangen Niedrigzinspolitik gewöhnt haben, so die Experten von LYNX Broker.

Die Investoren würden genau wissen, wie man Rücksetzer handle und seien mit dieser Strategie in den vergangenen Jahren gut gefahren. Sie würden auf Tech-Aktien setzen und die langsamer wachsenden Dividendenaktien verschmähen. Doch während dieser Plan in der Vergangenheit zumeist gut funktioniert habe, könnte diesen Investoren und Tradern nun ein böses Erwachen drohen, meine Sascha Sadowski vom Online-Broker LYNX.

"Der Januar war für die US-Aktienmärkte kein guter Monat und auch die Tech-Aktien mussten Federn lassen. Das war für viele Anleger ein Schock, denn gerade die Tech-Aktien galten in den letzten Jahren als die größten Triebfedern des Börsenbooms. Wer immer auf der Erfolgswelle der Tech-Aktien geschwommen ist, hat nun zum ersten Mal seit langer Zeit erfahren müssen, dass es vielleicht nicht für immer so weitergeht", erkläre der Experte und zieht einen Vergleich: "Erinnern wir uns an unsere erste große Liebe, bei der wir selbstverständlich davon ausgingen, dass sie niemals enden wird. Als es dann doch vorbei war fielen die meisten in ein tiefes Loch aus Trauer und Verunsicherung. Man war verwundbar und ähnlich geht es jetzt vielen Anlegern, die nun erkennen mussten, dass auch der Tech-Boom nicht für die Ewigkeit gemacht ist."

Zu diesem Gefühl der Verunsicherung komme die Tatsache, dass die Aktienmärkte selbst sich in einer schwierigen Phase befinden würden, denn die ultralockere Geldpolitik der FED werde mittlerweile von vielen als Normalzustand angesehen - für Sadowski nicht verwunderlich nach Jahrzehnten billigen Geldes! "Angesichts der stetig ansteigenden Inflationsrate war den meisten Marktteilnehmern klar, dass die FED zeitnah einschreiten würde und der Markt hat vier Zinsschritte in diesem Jahr bereits eingepreist. Doch inzwischen muss man eher von fünf bis sieben Zinserhöhungen für 2022 ausgehen. Das versucht der Markt gerade zu verarbeiten und dabei kommt es zu einer hohen Volatilität, denn noch ist unklar, wie die US-Wirtschaft auf die veränderte FED-Politik reagieren wird. Übertreibt es die FED mit ihrer Kehrtwende, könnte es sogar zur Rezession kommen."

Doch wie sollten Anleger nun mit dieser schwierigen Marktsituation umgehen? Für Sadowski sei ein Ende der Volatilität vorerst nicht in Sicht: "Risikoreiche Anlagen werden dadurch noch weniger kalkulierbar. Hier dürfte daher Vorsicht geboten sein, zumindest so lange, bis die Märkte mehr als die bislang angenommenen vier Zinsschritte eingepreist haben." (04.02.2022/ac/a/m)