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So, 2. Oktober 2022, 17:51 Uhr

Wird es Zeit für eine neue Anlagestrategie?


08.04.22 11:48
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Anleger und Investoren müssen sich auf einige Änderungen gefasst machen, denn die Zeiten von niedrigen Zinsen dürften zumindest in den USA schon bald vorbei sein - und damit viele erfolgreiche Investmentstrategien obsolet werden, so die Experten von LYNX Broker.

Seit der Finanzkrise 2008 seien es insbesondere die Tech-Unternehmen gewesen, die von der Marktsituation und dem vielen billigen Geld hätten profitieren können und die Aktienmärkte immer weiter nach oben getrieben hätten. Value-Aktien hätten bei diesen Höhenflügen schlicht nicht mithalten können. Doch mit zunehmender Volatilität, steigender Inflation und höheren Zinsen könnte sich das ändern. Für Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX sei das ein guter Grund, sich die eigene Investmentstrategie einmal genauer anzusehen und zu prüfen, ob sie auch unter den neuen Gegebenheiten noch weiter funktioniere.

"Die höhere Inflation hat die FED dazu gezwungen, ihre ultralockere Geldpolitik schneller zu beenden, als es eigentlich geplant war. Das schadet denjenigen Firmen, die sich bislang auf das großzügig bereitstehende billige Geld verlassen haben. Doch genau diese Unternehmen haben den Börsenboom in den letzten Jahren ganz maßgeblich vorangetrieben", führe der Experte aus. Er sei der Meinung, dass es für Investoren schwieriger werden werde, die Erfolge der vergangenen Jahre weiterzuführen. Hinzu komme die wachsende Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine.

"Abgesehen von den katastrophalen Auswirkungen auf das ukrainische Volk und die politische Weltordnung, wird der Krieg auch die Weltwirtschaft deutlich beeinflussen und die Inflation weiter nach oben treiben. Insbesondere am Energiemarkt machen sich die Sanktionen gegen Russland bereits stark bemerkbar und am Rohstoffmarkt wird es nicht mehr lange dauern, bis die kriegsbedingten Ernteausfälle besonders bei Getreide spürbar werden."

Doch Sadowski sehe auch einen gewaltigen Unterschied zwischen den USA und Europa - und damit auch zwischen dem US-Aktienmarkt und den europäischen Börsen. "Wir sind hier, insbesondere in Deutschland, wesentlich abhängiger von russischen Rohstofflieferungen als die USA. Während bei uns bereits jetzt erste Unternehmen unter dem Druck der hohen Energiepreise zusammenbrechen, dürfte es den Amerikanern wesentlich länger gelingen, die direkten Folgen des Krieges und der Sanktionen abzufedern. Das könnte sich auch zugunsten der US-Aktienmärkte auswirken."

Trotzdem rate der Experte dazu, auch bisher sehr erfolgreiche Investmentstrategien auf den Prüfstand zu stellen, um ihre Zukunftsfähigkeit sicherzustellen. "Steigende Zinsen bedeuten, dass es auch für große Unternehmen schwieriger wird, sich Geld zu günstigen Konditionen zu leihen und damit Investitionen weniger attraktiv werden. Diese werden aber gebraucht, um den Höhenflug der Wachstums-Aktien fortzuführen. Value-Aktien hingegen bzw. die dahinterstehenden Unternehmen zeichnen sich nicht dadurch aus, dass sie immer schneller immer größer werden. Die Unternehmen benötigen weit weniger Fremdkapital und die Aktien sind weniger Schwankungen unterworfen - was in Zeiten zunehmender Unsicherheit und Volatilität durchaus als Vorteil gewertet werden kann. Es könnte also an der Zeit sein, sich Warren Buffett und seinen Value-Ansatz genauer anzusehen - immerhin gilt er als einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten." (08.04.2022/ac/a/m)