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Sa, 4. Februar 2023, 19:19 Uhr

Wo gibt die Ölindustrie 2022 ihr Geld aus?


17.12.21 12:00
LYNX Broker

Berlin (www.aktiencheck.de) - Nach dem Krisenjahr 2020 konnten sich Öl- und Gasunternehmen weltweit in diesem Jahr über Rekord-Cashflows freuen, so die Experten von LYNX Broker

Für das kommende Jahr 2022 würden sie nun über eine prall gefüllte Kasse verfügen. Sascha Sadowski, Markexperte vom Online-Broker LYNX , sehe vor allem zwei Bereiche, in die dieses Geld in den nächsten zwölf Monaten fließen könnte.

"Für die Öl und Gasindustrie könnte sich das Jahr 2022 als entscheidend herausstellen, denn mit den jetzt reichlich vorhandenen liquiden Mitteln dürften die Unternehmen ihre Investitionen in erneuerbare Energien deutlich verstärken. Es stehen also einige wichtige strategische Entscheidungen an, die die Weichen für die Zukunft der Branche stellen könnten", erkläre Sadowski. Das gelte für alle Öl- und Gasunternehmen, angefangen von den Supermajors über die nationalen Ölgesellschaften bis hin zu den unabhängigen US-Produzenten. "Sie alle stehen sowohl unter gesellschaftlichem als auch unter politischem Druck, die Energiewende weiter voranzutreiben. Hier müssen sich die Öl- und Gasunternehmen neu positionieren - und das dafür notwendige Kapital ist nach dem hervorragenden Jahr 2021 vorhanden."

Majors wie Exxon Mobil (ISIN US30231G1022/ WKN 852549), (ISIN US1667641005/ WKN 852552), Shell (ISIN GB00B03MLX29/ WKN A0D94M), BP (ISIN GB0007980591/ WKN 850517) und TotalEnergies (ISIN FR0000120271/ WKN 850727) dürften im kommenden Jahr einen nicht zu verachtenden Teil ihres Investitionsvolumens in kohlenstoffarme Energielösungen investieren - wenn auch mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung, wie Sadowski erkläre: "Die US-Majors verfolgen mit ihren Investitionen eine etwas andere Strategie, als ihre europäischen Konkurrenten, die stark auf Windkraft und Solarenergie setzen. Die amerikanischen Unternehmen hingegen konzentrieren sich verstärkt auf erneuerbare Kraftstoffe und die Speicherung und Abscheidung von CO2, das sogenannte Carbon Capture and Storage (CCS)."

Doch Sadowski sehe noch weitere Bereiche, in die 2022 Geld fließen dürfte: "Auch die Aktionäre werden einen Teil des Kuchens abhaben wollen, denn sie mussten sich in den letzten Jahren immer wieder mit niedrigen Renditen zufriedengeben. Das Geld dafür ist jetzt da, selbst wenn die Dekarbonisierung im großen Stil vorangetrieben wird. Was danach an Kapital übrig ist, könnte in Mergers & Acquisitions fließen. So könnte es den Unternehmen auch gelingen, sich stärker gegen den zunehmenden Druck gegen die Branche zu positionieren."

Sadowski sei sich deswegen sicher, dass 2022 ein spannendes Jahr für die Öl- und Gasindustrie werde. "Wenn der Ölpreis auf seinem aktuellen Niveau bleibt, steht den Unternehmen eine große Zahl an Möglichkeiten offen, um den Spagat zwischen den Erwartungen der Aktionäre im Hinblick auf steigende Renditen und den Anforderungen der Investoren, die nach ESG (Environment, Social, Governance) Kriterien anlegen, hinzubekommen." (17.12.2021/ac/a/m)





 
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