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Mi, 5. Oktober 2022, 7:40 Uhr

Voestalpine

WKN: 897200 / ISIN: AT0000937503

voestalpine: Gasthematik und Makroabschwächung genügend diskontiert - Aktienanalyse


10.08.22 16:46
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - voestalpine-Aktienanalyse von der Raiffeisen Bank International AG:

Bernd Maurer und Markus Remis, Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI), raten in einer aktuellen Aktienanalyse die Aktie der voestalpine AG (ISIN: AT0000937503, WKN: 897200, Ticker-Symbol: VAS, Wiener Börse-Symbol: VOE) weiterhin zu kaufen.

Bereits Mitte Juli habe voestalpine ausgezeichnete vorläufige Ergebnisse für das Q1 22/23 veröffentlicht. Diese seien mit der finalen Zahlenvorlage bestätigt worden. Der Umsatz sei um 38% auf knapp EUR 4,65 Mrd. gestiegen, das EBITDA habe um 69% auf EUR 879 Mio. zugelegt und das EBIT mehr als habe sich auf EUR 693 Mio. verdoppelt. Auf Divisionsebene hätten vor allem Steel und High Performance Metals zu überzeugen wissen. Beide hätten trotz moderater Volumenentwicklung von den, die Kostenanstiege überkompensierenden, Preiserhöhungen sowie von einem profitableren Produktmix (z.B. Erholung der Energie- und Luftfahrtindustrien) profitiert. Inklusive des Beitrags von EUR 0,51 des als nicht-fortgeführte Aktivität konsolidierten HBI-Werks in Texas, habe der Konzern einen Gewinn je Aktie von EUR 3,34 generiert.

Als Schwachpunkt habe sich die Cashflow-Generierung erwiesen, welche von massiv gestiegenem Umlaufvermögen beeinträchtigt gewesen sei. Knapp EUR 1 Mrd. sei höheren Vorratspositionen geschuldet (davon wiederum zwei Drittel durch höhere Preise getrieben, der Rest reflektiere höhere Rohstoffbestände). Für die kommenden Quartale, und speziell gegen Geschäftsjahresende, sei eine signifikante Reduktion in Aussicht gestellt worden. Mit EUR -551 Mio. sei der operative Cashflow in Q1 deutlich negativ gewesen. Dank des Verkaufserlöses des HBI-Werks in Texas habe die Nettoverschuldung mit EUR 2,28 Mrd. gegenüber dem Jahresende 2021/22 annähernd stabil gehalten werden können. Für das GJ 2022/23 werde weiterhin mit einem positiven freien Cashflow (exkl. Desinvestitionen) gerechnet.

Das Management habe bereits kürzlich den EBITDA-Ausblick von einer Spanne von EUR 1,8-2,0 Mrd. auf rund EUR 2,0 Mrd. moderat angehoben. Für das Q2 habe das Management eine Indikation von EUR 550-600 Mio. gegeben. Neben saisonalen Faktoren sollten auch höhere Rohmaterialkosten ihren Niederschlag finden. Damit würden nach dem ersten Semester rund EUR 1,45 Mrd. auf der Habenseite stehen. Um das Ergebnisziel zu erreichen, müsste der Konzern in H2 noch rund EUR 550 Mio. generieren. Trotz Berücksichtigung niedrigerer Volumina und gesunkener Stahlpreise scheine der Ausblick - verständlicherweise - ein gewisses Maß an Vorsicht zu eskomptieren.

Als wesentlicher Belastungsfaktor, nicht zuletzt für das Sentiment gegenüber der Aktie, sei die Abhängigkeit von russischem Gas einzuschätzen. Der externe Gasbedarf von voestalpine betrage rund 6 TWh, davon würden ca. 5 TWh auf die österreichischen Werke entfallen. Mit rund 0,75 sei die Stahlproduktion in Linz und Donawitz der Hauptkonsument. Als vorrangige Sicherheitsmaßnahme habe der Konzern die Eigenspeicherung von Gas im Ausmaß von 1,5 TWh implementiert. Damit könnte im Fall eines kompletten Gaslieferentfalls die Produktion rund drei Monate aufrechterhalten werden (bzw. für einen längeren Zeitraum unter der Annahme nur reduzierter Gaslieferungen und niedrigere Kundennachfrage).

Nach der Rally auf Allzeithöchststände hätten die europäischen Stahlpreise in den vergangenen Monaten deutlich korrigiert, würden aber weiterhin über dem langfristigen Durchschnitt liegen. Auch die wesentlichen Rohstoffkosten seien zuletzt gesunken. Allerdings sei davon auszugehen, dass die Preis-Kosten-Schere in den nächsten Quartalen kontrahiere. Dies dürfte nach Meinung der Analysten in den aktuellen Markterwartungen allerdings bereits reflektiert sein.

Betreffend der Endmärkte zeige sich ein diverses Bild. Nachfrageseitig sollten vor allem die Sektoren Energie, Luftfahrt und Eisenbahninfrastruktur positives Momentum zeigen. Von einer Abkühlung werde hingegen in den Bereichen Bau, Maschinenbau, Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie ausgegangen. Für die Autoindustrie, welche rund ein Drittel des Konzernumsatzes generiere, zeichne sich eine moderate Verbesserung ab.

Die Dekarbonisierungsstrategie des Konzerns gelange zunehmend ins Rampenlicht. Bis 2030 sollten 30% der CO2-Emissionen eingespart werden (entspreche rund 3-4 Mio. Tonnen). Wichtigster Pfeiler sei die Umstellung der Produktion von ca. 2,5 Mio. Tonnen Stahl von der Hochofenroute auf Elektrolichtbogenöfen. Die benötigte Investitionssumme solle rund EUR 1 Mrd. bis 2027/29 betragen.

Im Nachgang des starken Auftaktquartals haben die Analysten der RBI ihre EBITDA-Prognose auf EUR 2,1 Mrd. angehoben und liegen damit im Rahmen des Managementziels. Aufgrund des schwierigeren Makroumfelds und der sich abzeichnenden Abschwächung in gewissen Endmärkten hätten die Analysten die Schätzungen für die Folgejahre auf EUR 1,65 Mrd. bzw. EUR 1,71 Mrd. gesenkt. Trotz des erwarteten Gewinnrückgangs würden sie die aktuelle Marktbewertung der Aktie als zu gering erachten. Dies hänge signifikant mit der Unsicherheit betreffend der Versorgungssicherheit Österreichs bzw. Europas mit russischem Gas zusammen. Es sei anzunehmen, dass dieses Thema den Investment Case weiterhin belasten werde. Trotz der Unsicherheit und der Wirtschaftsabschwächung auf beiden Seiten des Atlantiks erscheine die Bewertung mit einem Preis-Buch-Verhältnis von 0,5x, nur knapp über dem historischen Tiefststand von 0,4x im Frühjahr 2020, zu attraktiv, um sie zu ignorieren.

Trotz Kurszielreduktion von EUR 41 auf EUR 33 (getrieben durch niedrige Gewinnschätzungen, höhere Verschuldungsannahmen, höhere Zinsen/ Diskontierungssätze) bestätigen Bernd Maurer und Markus Remis, Analysten der Raiffeisen Bank International AG, die "Kauf"-Empfehlung für die voestalpine-Aktie. (Analyse vom 10.08.2022)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU für das genannte Analysten-Haus:

Offenlegungen

3. RBI oder eine mit ihr verbundene juristische Person ist Market Maker oder Specialist oder Designated Sponsor oder Stabilisierungsmanager oder sonstiger Liquiditätsspender in den Finanzinstrumenten des Emittenten.

7. Der zuständige Analyst oder eine sonstige an der Erstellung der Finanzanalyse mitwirkende natürliche Person oder eine sonstige natürliche Person von Raiffeisen Research besitzt Finanzinstrumente des von ihm analysierten Emittenten.

12. RBI erbrachte für den Emittenten in den vorangegangenen 12 Monaten Wertpapierdienstleistungen gemäß Anhang I Abschnitte A (Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten) und B (Nebendienstleistungen) der Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates.

Offenlegung von Umständen und Interessen, die die Objektivität der RBI gefährden könnten: www.raiffeisenresearch.com/disclosuresobjectivity

Börsenplätze voestalpine-Aktie:

Tradegate-Aktienkurs voestalpine-Aktie:
22,26 EUR +3,63% (10.08.2022, 16:28)

Wiener Börse-Aktienkurs voestalpine-Aktie:
22,22 EUR +3,16% (10.08.2022, 16:16)

ISIN voestalpine-Aktie:
AT0000937503

WKN voestalpine-Aktie:
897200

Ticker-Symbol voestalpine-Aktie:
VAS

Wiener Börse-Symbol voestalpine-Aktie:
VOE

Kurzprofil voestalpine AG:

Die voestalpine (ISIN: AT0000937503, WKN: 897200, Ticker-Symbol: VAS, Wiener Börse-Symbol: VOE) ist ein international tätiger Stahl-, Verarbeitungs- und Dienstleistungskonzern mit Sitz in Österreich. Schwerpunkt der Aktivitäten sind die Produktion von hochwertigen Stahlerzeugnissen und die Weiterverarbeitung von Stahl, aber auch anderer Werkstoffe, zu Komponenten und Komplettsystemen. Der Entwicklungsfokus liegt auf Mobilitäts- und Energiemärkten. Ein wichtiger Abnehmer ist die Automobil- und Automobilzulieferindustrie sowie der Eisenbahnmarkt. (10.08.2022/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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