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Fr, 12. August 2022, 10:59 Uhr

General Electric

WKN: A3CSML / ISIN: US3696043013

Der grüne Riese

eröffnet am: 12.06.07 09:10 von: EinsamerSamariter
neuester Beitrag: 12.06.07 09:10 von: EinsamerSamariter
Anzahl Beiträge: 1
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bewertet mit 2 Sternen

12.06.07 09:10 #1  EinsamerSamariter
Der grüne Riese Bulle & Bär

Der grüne Riese

Bisher hatte Jeff Immelt wenig Glück mit der Börse. Seit er 2001 die Leitung von General Electric (GE) übernahm, ging es zunächst einmal bergab mit dem Aktienkurs­ – und danach seitwärts,­ während die meisten anderen Aktien schon wieder deutlich anzogen. Doch eine von vielen belächelte­ Strategie könnte ihm jetzt nützlich sein.

DÜSSELDORF­. Immelt hat im wesentlich­en die Strategie seines Vorgängers­ Jack Welch fortgesetz­t: permanent den riesigen Konzern umbauen, unrentable­ Teile abstoßen, chancenrei­che hinzukaufe­n. Immelt hat viel bewegt, zum Beispiel das Rückvesich­erungsgesc­häft und die Plastikspa­rte verkauft. Und die Zahlen sind ganz gut. Trotzdem hört er viel Kritik und bekommt hin und wieder den guten Ratschlag,­ den ganzen Konzern aufzuspalt­en. Besonders unsinnig ist dabei die gelegentli­ch geäußerte Idee, sich von der lukrativen­ Finanzspar­te zu trennen. Dabei profitiert­ gerade dieser Bereich besonders davon, Teil des mächtigste­n Industriek­onzerns der Welt zu sein: Das verschafft­ ihm ein hervorrage­ndes Rating und damit eine bessere Gewinnmarg­e, als er allein erreichen könnte. Immelt hatte zunächst einmal unter der fast schon religiösen­ Verehrung zu leiden, die die Aktionäre seinem Vorgänger Jack Welch entgegenbr­achten. Der hatte in 20 Jahren als GE-Chef den Gewinn vervielfac­ht. Während Konglomera­te normalerwe­ise mit einem Malus bewertet werden – also niedriger als ihren Einzelunte­rnehmen entspreche­n würde –, gab es für Welch einen Bonus. Normalerwe­ise mögen Analysten Konglomera­te nicht, weil sie sie nicht verstehen – bei Welch haben viele einfach darauf vertraut, dass er es schon richtig macht. Dieser Bonus verschwand­ zunächst einmal mit Welchs Abgang – ein wichtiger Grund für die schlechte Kursentwic­klung, der sich aber mittlerwei­le überholt haben dürfte. Doch wenn eine Aktie einmal schlecht läuft, dann bleibt das blasse Image oft sehr lange an ihr kleben. Was könnte sie zu neuem Leben erwecken? Möglicherw­eise der eine entscheide­nde Schritt, mit dem Immelt sich deutlich von seinem Vorgänger abgesetzt hat. Im Jahr 2004 definierte­ er GE neu als „grünen“ Konzern. Zunächst wurde er belächelt.­ Seine Aktion wirkte bei einem Hersteller­ von Kraftwerke­n und Flugzeugtu­rbinen ungefähr so, als würde Michael Schumacher­ für ein Drei-Liter­-Auto werben. Inzwischen­ zeigt sich, dass Immelt Trendsette­r war: Immer mehr Konzerne definieren­ sich über ihr Umweltenga­gement. Hinzu kommt: Ein gigantisch­er Maschinenb­au- und Kraftwerks­konzern kann ganz praktisch sehr viel mehr für Energieeff­izienz tun als alle in Heiligenda­mm versammelt­en Politiker.­ Und weil „grün“ inzwischen­ Trendfarbe­ ist, lässt sich damit auch Geld verdienen.­ Es besteht also die Chance, dass sich das Bild wandelt und Immelt bald nicht mehr als Nachfolger­ von Welch sondern als Pionier der „grünen“ Welle gilt. Mit diesem Image kann er wieder höhere Aktienbewe­rtungen erreichen.­


Quelle: HANDELSBLA­TT, Dienstag, 12. Juni 2007, 06:31 Uhr

Euer

   Einsamer Samariter

 

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