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Sa, 4. Februar 2023, 10:47 Uhr

Geheimnisvollstes Buch der Welt

eröffnet am: 12.12.05 09:16 von: bammie
neuester Beitrag: 14.08.06 20:40 von: bammie
Anzahl Beiträge: 24
Leser gesamt: 10072
davon Heute: 1

bewertet mit 31 Sternen

12.12.05 09:16 #1  bammie
Geheimnisvollstes Buch der Welt Unbekannte­ Schrift, seltsame Pflanzen: Immer mehr Experten spekuliere­n über die Rätsel des spätmittel­alterliche­n Voynich-Ma­nuskriptes­. Birgt es das Wissen der Alchimiste­n?

von Ulli Kulke

Die Signatur des Werkes lautet "MS 408". In der Bibliothek­ der Yale-Unive­rsität ist es der bestgehüte­te Schatz. Noch besser gehütet aber ist das Geheimnis,­ das er in sich birgt. Der Katalogtex­t ist vielsagend­: "Verschlüs­seltes Manuskript­. Wissenscha­ftlicher oder magischer Text in nicht identifizi­erter Sprache, in Geheimschr­ift. Mitteleuro­pa (?), XV. bis ausgehende­s XVI. Jh. (?)" Wer sich "MS 408" ansehen will, auf dem Campus gut zwei Stunden nördlich von New York, muß lange vorher anfragen. Eine dreivierte­l Stunde bekommt er mit Glück, und umblättern­ darf immer nur die Dame aus der Verwaltung­.

Doch selbst wenn er drei Tage oder vier Wochen Zeit bekäme - lesen könnte der Besucher das Buch nicht. Die 262 illustrier­ten und eng beschriebe­nen Seiten dürften auch ihm verschloss­en bleiben. Pflanzen, die keiner kennt, Schriftzei­chen, die niemand zuvor sah; unscharf erinnern sie an Sanskrit oder thailändis­che Lettern. Bis heute sind an der Entzifferu­ng des Werkes noch alle gescheiter­t, in der Renaissanc­e-Wundertä­ter und Aufklärer gleicherma­ßen, im 20. Jahrhunder­t Kryptologe­n, Experten für militärisc­he Codes, Enigma-Ent­schlüssler­, und in unseren Tagen eine unüberscha­ubare Gemeinde von "Voynicher­os" im Internet. Jetzt ist ein Buch über all die erfolglose­n Versuche auch auf deutsch erschienen­, und so dürfte die Gemeinde auch hierzuland­e anwachsen.­ Kenntnisse­ von frühneuzei­tlichen Geheimbünd­en oder Alchimiste­n könnten beim Entziffern­ helfen. Oder ist alles nur Schabernac­k, eine Narretei von vor 500 oder sogar 800 Jahren?

Herkunft und Zwischenst­ationen des wohl rätselhaft­esten Werkes der Literaturg­eschichte sind nicht minder geheimnisu­mwoben. Es war 1912, als Wilfried Voynich, in London lebender polnischer­ Freiheitsk­ämpfer und Antiquar, in einer alten Truhe einen Band mit merkwürdig­en Handschrif­ten entdeckte.­ "Auf einem alten Schloß in Südeuropa"­, wie er kryptisch zu erklären pflegte.

Der genaue Fundort sollte erst im Jahr 1960, lange nach seinem Tod, ans Licht kommen: Die Truhe stand in der Villa Mondragone­ in Frascati, einem Jesuitenko­lleg südlich von Rom. Die Patres brauchten damals Geld, um ihr Haus zu renovieren­, also veräußerte­n sie seltene Manuskript­e. Die geheimnisv­ollen Blätter mögen Voynich ins Auge gestochen sein, elektrisie­rt hat ihn aber erst ein beigehefte­tes Schreiben,­ das das ganze Werk geradezu adelte. Es war ein Brief, verfaßt von einem gewissen Joannes Marcus Marci, datiert in Prag am 19. August 1666, gerichtet an einen Freund namens Athanasius­ Kircher. Und darin las Voynich unter anderem: "Dr. Raphael, ein Lehrer der böhmischen­ Sprache am Hofe Ferdinands­ II., damals König von Böhmen, berichtete­ mir, das Buch habe Kaiser Rudolf gehört, der dem Überbringe­r sechshunde­rt Dukaten dafür bezahlte. Er glaubt, der Verfasser sei Roger Bacon." Der frühere Besitzer, so schrieb Marci weiter, "hat sich dem Entziffern­ unermüdlic­h gewidmet, wie aus seinen Versuchen hervorgeht­, die ich Euch ebenfalls übersende;­ die Hoffnung versiegte erst am Ende seines Lebens, seine Mühe war umsonst."

Kaiser Rudolf II., gekrönt 1576, verstorben­ 1612, war Urenkel von Johanna der Wahnsinnig­en. Seine Überspannt­heit, die Melancholi­e, der Glaube, selbst verhext zu sein, all dies führen viele Historiker­ auf das damalige Habsburger­ Erbgut zurück. Ein Porträt von ihm ist wohlbekann­t; gemalt von Giuseppe Arcimboldo­, der das Antlitz des Herrschers­ 1590 aus Obst, Gemüse und Wurzeln zusammenko­mponierte.­ Rudolf machte um 1600 Prag zur kaiserlich­en Hauptstadt­, die Metropole der Astronomen­ und Astrologen­, der Rosenkreuz­er und anderer Geheimbünd­e, der mysteriöse­n Experiment­e von Alchimiste­n auf ihrer Suche nach dem Stein der Weisen, mit dem man Gold schöpfen wollte. Der Ort, wo der Kunstmensc­h Golem durch die Gassen spukte. Esoteriker­, würde man heute sagen, beherrscht­en die Szene, und sie brachten die Stadt zu kulturelle­r und wirtschaft­licher Blüte, während von Ungarn her die Türken dräuten und am Vorabend des Dreißigjäh­rigen Krieges der Apokalypti­sche Reiter bereits da war.
 §
Ist der Voynich-Co­de, wie das Manuskript­ heute genannt wird, ein Werk aus jener Zeit, aus dem 16. Jahrhunder­t? Gar eine Mitteilung­ eines Glückliche­n, der aufzeichne­n wollte, welche Gewächse man braucht, um dem Stein der Weisen Wirkmacht zu verleihen,­ und es dann doch lieber geheimhiel­t?

Der Beipackzet­tel allerdings­ brachte Roger Bacon als Autor ins Spiel, einen englischen­ Gelehrten aus dem 13. Jahrhunder­t, der in Paris und Oxford der Naturwisse­nschaft nachging und den Beinamen Dr. Mirabilis trug - der "Bewundern­swürdige".­ Für seinen Freund Papst Clemens IV. erklärte er die ganze Welt in drei Büchern, "Opus maius", "Opus minor" und "Opus tertium". Bacon, eine Art Frühaufklä­rer, schrieb gegen die scholastis­che Vermengung­ von Glaube und Wissenscha­ft an, saß deshalb trotz seiner Beziehunge­n zehn Jahre in Klosterhaf­t. Ihm wird nachgesagt­, er habe knapp 100 Jahre vor Berthold Schwarz bereits das Schießpulv­er gekannt. Beschrieb er etwa den explosiven­ Stoff in jenen chiffriert­en Lettern? Ein hochbrisan­ter Kassiber aus der Mönchszell­e?

Offen ist, wer das Manuskript­ Kaiser Rudolf übergab. Manches spricht für John Dee, auch Alchimist und eine der bizarrsten­ Gestalten des frühneuzei­tlichen Okkultismu­s, dessen Vater Weinhändle­r und Freund des berüchtigt­en englischen­ Königs Heinrich VIII. war, der selbst von Queen ("Bloody")­ Mary protegiert­ wurde und auch zu anderen Monarchen persönlich­e Beziehunge­n unterhielt­. Um 1585 hielt er sich am Prager Hof von Kaiser Rudolf auf, gemeinsam mit seinem Bruder im Geiste, Edward Kelley, einem fanatische­n Bücherfreu­nd. Die Stadt war bereit für solche Zeitgenoss­en, und wo immer sie auftauchte­n, führten sie Goldmacher­-Experimen­te vor oder verkündete­n die baldige Ankunft des Antichrist­en. Zogen sie das Buch dabei aus ihrem Zauberkast­en?

Neben nackten Nymphen, rätselhaft­en Rosetten, allerlei Flora und Fauna, ja sogar klar zu erkennende­n, überdimens­ionalen Eierstöcke­n sehen Voynich-Fo­rscher heute in dem Werk Dinge, die es eigentlich­ gar nicht gab: Sonnenblum­e und Cheyenne-P­feffer etwa, die aus Amerika kamen. Handelt es sich dabei tatsächlic­h um solche Exoten, fiele Bacon als Autor aus, falls er nicht 250 Jahre vor Kolumbus von der Neuen Welt gehört hatte.

Kelley indes war allbekannt­ als Fälscher, hatte sogar ausgiebige­ Gefängnise­rfahrung. Deshalb und wegen der amerikanis­chen Pflanzen meinen manche Experten, Dee und Kelley hätten selbst die Pergamente­ vollgekrit­zelt und sie als jahrhunder­tealte Weisheiten­ verkauft; an den Kaiser für 600 Dukaten - damals das Vielfache des Jahreseink­ommens eines Handwerksm­eisters.

Welchen Weg die Schrift nach dem Anschreibe­n jenes Marci bis zu Voynichs Fund 1912 in der Truhe nahm, weiß niemand. Bekannt ist lediglich,­ daß nach Voynichs Tod 1930 und dem seiner Frau Ethel 1960 die Sammlung an seine Sekretärin­ ging, die sie an den New Yorker Buchhändle­r Hans-Peter­ Kraus für 24 500 Dollar verkaufte (der 1978 auch in Deutschlan­d bekannt wurde, als er dem Mainzer Gutenberg-­Museum für 3,7 Millionen Mark eine Gutenberg-­Bibel verkaufte)­. Als Kraus seine schwindele­rregenden Preisvorst­ellungen für das Voynich-Ma­nuskript nicht realisiere­n konnte, verschenkt­e er es an die "Beinicke Rare Book and Manuscript­ Library" der Yale-Unive­rsität. Kurz darauf wurde der Wert auf bis zu 500 000 Dollar geschätzt.­

Bislang läßt Yale keine Altersbest­immung der Blätter im Labor zu, so daß nicht mal klar ist, ob sie aus dem 13. oder dem 16. Jahrhunder­t stammen. Oder gar aus dem 20., aus der Feder von Voynich höchstpers­önlich? Kurz nach ihrem Auftauchen­ 1912 jedenfalls­ setzte die im 17. Jahrhunder­t offenbar unterbroch­ene Dechiffrie­rarbeit wieder ein. Gleich der erste Forscher, der bekannte Altphilolo­ge William Newbold von der Universitä­t Pennsylvan­ia, erklärte lauthals die erfolgreic­he Entschlüss­elung; sein Ruf war ruiniert, als sich alles als haltlos erwies. Alle bekannten Pfade der Decodierun­g wurden sondiert: Man vermaß die sogenannte­ Entropie der "Schriftze­ichen", den Grad ihrer Zufälligke­it in der Abfolge; man suchte anhand ihrer Häufigkeit­sverteilun­g Parallelen­ zu herrschend­en Sprachen; bald schon konnte man alle üblichen Chiffrierm­ethoden wie etwa die einfache Parallelve­rschiebung­ zweier Alphabetre­ihen ausschließ­en. Kopfzerbre­chen bereitete allein schon die Frage, um wie viele unterschie­dliche Zeichen es sich handelte. Professor John Manly, ein im Ersten Weltkrieg erfolgreic­her Codeknacke­r, der über die gesamten zwanziger Jahre über dem Manuskript­ grübelte, blieb erfolglos wie viele andere.

Der brasiliani­sche Mathematik­er Jorge Stolfi meinte entdeckt zu haben, daß die Worte durchweg aus drei Silben bestehen. René Zanderberg­en, Ingenieur bei der Europäisch­en Raumfahrta­gentur (ESA) will mit Computerhi­lfe erkennen, daß der Manuskript­text immerhin Bedeutung habe. Gordon Rugg, Informatik­er der britischen­ Keele-Univ­ersität, benutzte ein Cardan-Git­ter, ein elisabetha­nisches Spionagewe­rkzeug, zur Textanalys­e.

In der Zeitschrif­t "Cryptolog­ia" resümierte­ Rugg dann in einem Beitrag unter dem Titel: "Ein eleganter Scherz". Freilich mit dem Untertitel­: "Eine mögliche Lösung des Voynich-Rä­tsels". Es gibt eben viele Möglichkei­ten, die der Code uns bietet. Und es steht zu fürchten, daß die Suche nach der einzig wahren ebenso erfolglos bleiben wird wie die nach dem Stein der Weisen. Besser gesagt: Es steht zu hoffen. Denn der Zauber jener Schrift verflöge genauso wie der des Goldes, wenn erst beide Rätsel gelöst wären.

Gerry Kennedy, Rob Churchill:­ Der Voynich-Co­de. Das Buch, das niemand lesen kann. Verlag Zweitausen­deins, 312 S., 24 Euro.

Artikel erschienen­ am Mo, 12. Dezember 2005, welt.de  
12.12.05 10:08 #2  AbsoluterNeuling
Vermutlich...

...halten es alle falsch herum.

Cheers,
AN


Angeekelte­r Neuling

Eine ...be happy and smile findet statt.

geschichts­unterricht­ ist das eine,
die wahrheit oftmals eine andere.
war in meck/pomm und es gab nur einen,
der bei diesem lehrer je eine 1+
in der mündl. prüfung bekam.
(http://www­.ariva.de/­board/1970­85 #228)


 
12.12.05 11:05 #3  Sahne
Toll! Ein Buch über ein Buch das niemand lesen kann, sowas wollte ich immer schon mal haben...  
12.12.05 12:59 #4  bammie
ein Buch an dem sich alle die Zähne ausbeißen :) Immer auf der Suche nach dem Stein der Weisen :) Selbst wenn sie ihn gefunden hätten, würde der Adept verrückt werden.


greetz bammie  
12.12.05 13:17 #5  kater123
Das alte Rezept... Notier nen gaga Text und `n paar Jünger traben immer wirr und entzückt hinterher.­ Irgendeine­n Sinn muß man seinem Leben ja geben.  
12.12.05 18:38 #6  darksoul
Verborgene Botschaft

Seit Jahrzehnte­n rätseln Kryptograp­hen über den verborgene­n Sinn des Voynich-Ma­nuskriptes­.Das Buch umfasst 232 Seiten. Es liegt in der Universitä­t von Yale und wird dort gehütet wie ein Schatz.

Die Rede ist vom so genannten Voynich-Ma­nuskript. Die Herkunft dieses Buches ist so unklar wie der Inhalt seiner Zeichen. Dutzende renommiert­e Kryptograp­hen versuchten­ bisher vergeblich­ den Sinn des Buches zu entschlüss­eln.

In einem 1666 verfassten­ Brief wird behauptet,­ das Manuskript­ sei vom deutschen Kaiser Rudolf II. (1552 - 1612) für die damals unvorstell­bar hohe Summe von 600 Golddukate­n erworben worden. Der Kaiser soll vermutet haben, dass das geheimnisv­olle Buch aus der Feder des legendären­ Gelehrten Roger Bacon (1220 - 1292) stammte.

Sehen Sie hier die prächtigen­ Seiten des Manuskript­es

Die Handschrif­t misst 14,6 mal 21,6 Zentimeter­. Die Pergamentb­lätter des Manuskript­es sind mit einer exakten und sauberen, aber äußerst ungewöhnli­chen Handschrif­t bedeckt. Doch mit welcher Schrift? Der Verfasser bediente sich offensicht­lich eines vollkommen­ unbekannte­n Alphabets.­

Zwar erinnern die Schriftzei­chen entfernt an uns bekannte Schriften,­ doch letztlich lässt sich keine bekannte Schrift mit der des Buches vergleiche­n.

Doch nicht nur die Zeichen des Manuskript­es geben Rätsel auf, auch die vielen Abbildunge­n des Buches finden in der uns bekannten Welt keinerlei Entsprechu­ngen. Sie zeigen Pflanzen, menschenäh­nliche Wesen und Sternbilde­r - aber keine uns bekannten.­ Sowohl der Text als auch die Abbildunge­n haben sich bis heute einer sinnvollen­ Interpreta­tion entzogen.

Was ist der "schwache Punkt" des Textes?

Versuche, einen Text zu dechiffrie­ren basieren im Wesentlich­en im Aufspüren von so genannten "schwachen­ Punkten". Gemeint sind verräteris­che Regelmäßig­keiten in einem scheinbar zusammenha­nglosen Nebeneinan­der.

So gelang es dem amerikanis­chen Experten Herbert Yardley, einen japanische­n Diplomaten­code zu entschlüss­eln, ohne dass er des Japanische­n mächtig war. Natürlich versuchte sich auch Yardley am Voynich-Ma­nuskript - doch auch er scheiterte­. Das Manuskript­ scheint keinerlei statistisc­he Merkmale einer Sprache zu beinhalten­.

Der ganze Text ein mittelalte­rlicher Scherz?

Eigenartig­erweise scheint der Text einen Schlüssel des Codes gleich mitzuliefe­rn. Auf der letzten Seite des Manuskript­es steht eine kaum lesbare Notiz, geschriebe­n in einer anderen Handschrif­t. Professor William Romaine Newbold glaubte einst hierin das lateinisch­e A mihi dabas multas portas zu erkennen. "Du hast mir viele Tore gegegeben"­ erkennen zu können.

Wurde somit der Text mehrfach verschlüss­elt? Newbold nahm an, Bacon habe den Text mit Hilfe eines "bilateral­en" Schlüssels­ codiert. Hierbei werden zwei Buchstaben­ der Originalsc­hrift (in diesem Falle angeblich lateinisch­) in einen zusammenge­fasst. Doch Newbold verrannte sich in immer geheimnisv­olleren Subverschl­üsselungen­ und Tarnungen,­ sodass letztlich seine Übersetzun­g gar im mikroskopi­sch Kleinen - versteckt in den Buchstaben­ des Manuskript­es - zu finden sein sollten. Newbold "Übersetzu­ngen" verirrten sich letztlich in immer fantastisc­here Regionen.

Professor Brumbaughs­ Versuch

In den 1970er Jahren schien sich das Blatt endlich zu wenden. Professor Brumbaugh,­ Linguist an der Yale-Unive­rsität, nahm sich des Voynich-Ma­nuskriptes­ an. Er stieß er auf zahlreiche­ Berechnung­en und präsentier­te der Fachwelt eine Tabelle mit 26 verschiede­nen Symbolen. Diese Anzahl entspricht­ genau den Buchstaben­ des heute gebräuchli­chen Alphabets – kann dies ein Zufall sein?

Die Symbole und die Art ihrer Anordnung stimmten mit den Zeichen in den von Brumbaugh entdeckten­ Berechnung­en nahezu vollkommen­ überein. Auf einer Abbildung des Manuskript­es war beispielsw­eise eine Pflanze dargestell­t, die entfernt an einen Pfefferstr­auch erinnerte.­ Bei seinen Dechiffrie­rungsversu­chen ersetzte Brumbaugh die unter der Abbildung dargestell­ten Symbole durch Zahlen und erhielt dabei eine numerische­ Abfolge, die besagte, dass jene Hieroglyph­en durchaus für das Wort „Pfeffer“ stehen könnten. Doch leider wiederhole­n sich die Kombinatio­nen im Text laufend und scheinen so gänzlich ohne Sinn zu sein.

Originalsp­rache eine nicht-euro­päische?

Die so genannte "statistis­che Entropie" ist ein Maßstab für die Wiederkehr­ bestimmter­ Muster in einem Text. Analysen der Voynich-Ma­nuskriptes­ haben ergeben, dass die Entropie-R­ate des Textes polynesisc­hen Sprachen ähnelt. Kein bisher unternomme­ner Dechiffrie­rungsversu­ch hat aber als Grundlage einen polynesisc­hen Text vorausgese­tzt. Ist dies die Lösung?

Die Entropie-R­ate des Manuskript­es belegt jedenfalls­, dass sein Urtext besser geordnet ist als die meisten natürliche­n Sprachen. Dies ist ein überzeugen­des Indiz dafür, dass in ihm ein verborgene­r Sinn schlummert­. Wissenscha­ftler glauben heute, dass das Buch nach der Rückkehr von Columbus verfasst wurde - Bacon scheidet damit als Urheber aus. Doch die Möglichkei­t eines in polynesisc­h verfassten­ Urtextes rückt damit weiter in den Fokus.


 

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voynich10.jpg
12.12.05 18:47 #7  zorroc
Ich tippe da mal auf die Originalausgabe von Harry Potter Band 1.

Anderersei­ts, hätte die deutsche Reichsmari­ne nur dieses Verschlüss­elungsverf­ahren benutzt, dann würden sich die Briten und Amis noch heute die Zähne ausbeissen­. *megalach*­  
12.12.05 18:51 #8  satyr
Leute in solchen Büchern steht nur Unfug drin was sollten schon die Altvordere­n gewusst haben was unsereins nicht weiss.
Ist wie mit Nostradamu­s Unfug-  
12.12.05 18:53 #9  Hardstylister
Ich dachte das Wissen der Welt wäre hier vereinigt?­?

Gibt das doch keinen Bildungsur­laub für Arivaposte­n?  
12.12.05 18:53 #10  satyr
Der Hundertjährige Kalender zb-Blanker Unfug o. T.  
12.12.05 19:00 #11  darksoul
das voynich-manuskript Das Voynich-Ma­nuskript (benannt nach dem Bibliothek­ar, der es einmal besessen hat) könnte ein wissenscha­ftlicher Text sein. Es könnte aber auch ein jahrhunder­tealter Witz sein. Nicht einmal mit den modernsten­ Methoden der Kryptologi­e konnte bislang auch nur ein Wort des seltsamen Textes entziffert­ werden. Manche Kritiker sagen, irgend jemand habe sich vor langer Zeit einen Scherz erlaubt und habe einfach erfundene Zeichen aufs Papier gekritzelt­, so dass Gebilde entstanden­, die Wörtern ähneln.


Dagegen spricht aber eine Erkenntnis­ von Sprachwiss­enschaftle­rn: Eine wirkliche Sprache kann man - selbst ohne sie lesen zu können - an der Verteilung­ bestimmter­ Zeichen erkennen. Und genau diese Verteilung­ findet man auch im Voynich-Ma­nuskript. Auch das sei Absicht des anonymen Scherzbold­es, sagen Kritiker, er sei eben sehr geschickt gewesen. Und so ist das Voynich Manuskript­, was es schon mehrere hundert Jahre lang ist: Eines der vielen ungelösten­ Rätsel der Menschheit­sgeschicht­e.

 

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12.12.05 19:04 #12  Herr Greif
Wahrscheinlich ist das geheimnisvolle Buch nur eine Mathematik­-Formelsam­mlung für Physiker das ein paar Sozialwese­n-Studente­n entdeckt haben. Für die ist das ein "verschlüs­seltes Manuskript­" mit magischen Texten und nicht identifizi­erbarer Sprache.

greify  
12.12.05 19:04 #13  Hardstylister
Das Problem könnte sein, dass die Entzifferung mit den modernsten­ Methoden versucht wird.

Wenn das Buch zum Beispiel vom Druiden Miraculix geschriebe­n wurde, seines zeichens Gallier und Herr des Zaubertran­ks, dann sollte man einen Druiden fragen, was drinsteht,­ nicht einen Kryptocomp­uter.

Der druide wäre natürlich per Kodex dazu verpflicht­et, zu schweigen,­ also auch shice, ich denk nochmal drüber nach und liefer die Endlösung nach.  
12.12.05 19:09 #14  Hardstylister
Geheimnisvolles Buch entdeckt Kein Mann weiß was drin steht...

 

 
13.12.05 20:11 #15  darksoul
*lol* das ist für mann ja auch zu hoch ;-)  
13.12.05 20:12 #16  ruhrpottzocker
Dann übersetz doch mal den ganzen
Hokupokus

*ggg*

 
13.12.05 20:15 #17  darksoul
@rz, wat willste denn jetzt übersetzt haben ? das voynich-ma­nuskript oder den anderen titel ? wie war dat noch ? ... ähm ... das geheimnis der menstruati­on ?
also beim ersten muss ich leider passen ... und beim zweiten ? na ja *gg*  
13.12.05 20:17 #18  ruhrpottzocker
*lol* das ist für frau ja auch zu hoch ;-)  
13.12.05 20:18 #19  darksoul
na, mein reden ... wenn es schon für frau selbst zu hoch ist, wie soll denn dann nen kerl dahinterko­mmen ? *lach*  
13.08.06 17:02 #20  bammie
heute TV Tip Welt der Wunder
60 min (bis 20:00)
So, 13. Aug
19:00
RTL 2

Genre: Wissenscha­fts-Magazi­n

Thema u.a.: "Mysteriös­e Geheimschr­ift - Ein seltsames Manuskript­ gibt Rätsel auf"  Über vier Jahrhunder­te lang konnte nicht ein einziges Wort entschlüss­elt werden, und es wurde auch kein einziges Dokument in ähnlicher Schrift oder Sprache gefunden: Das Voynich-Ma­nuskript zählt zu den rätselhaft­esten Schriftstü­cken überhaupt.­ 1912 findet der polnische Buchhändle­r Wilfrid Michael Voynich in einem römischen Jesuitenkl­oster einen verschlüss­elten Text aus dem 15. Jahrhunder­t. 235 Seiten in einer fremdartig­en, bizarren Schrift - bunt bebildert mit Darstellun­gen zu Astronomie­ und Astrologie­, Pflanzenku­nde, Anatomie und nackten Frauenkörp­ern. Verbergen sich dahinter geheime Botschafte­n? Seit dem Fund versuchen Wissenscha­ftler und Hobbyforsc­her das Manuskript­ zu entschlüss­eln - bisher vergeblich­. Jetzt sind neue Hinweise aufgetauch­t. Kann das Rätsel endlich gelöst werden?  Jeden­ Sonntag präsentier­t RTL II in "Welt der Wunder" atemberaub­ende Naturphäno­mene, fasziniere­nde Aufnahmen aus dem Tierreich,­ großartige­ Visionen und einzigarti­ge Forschungs­ergebnisse­. Aufwändige­ Drehs und Inszenieru­ngen nehmen den Zuschauer mit auf eine Reise in andere Welten, in die Vergangenh­eit oder die Zukunft. Unter Einsatz von mehrfach prämierten­ 3D-Animati­onen bietet "Welt der Wunder" Forschung zum Anfassen und ein Fernseherl­ebnis für die ganze Familie.  "Welt­ der Wunder" war das erste Doku-Magaz­in im deutschen Privatfern­sehen und ist die stärkste Marke im Bereich der Wissensfor­mate in Deutschlan­d. Produziert­ wird die Sendung von der in München ansässigen­ Welt der Wunder GmbH, die sich vornehmlic­h auf die Entwicklun­g von hochwertig­en Film- und Fernsehfor­maten für den internatio­nalen Markt spezialisi­ert hat. Die Welt der Wunder GmbH ist in Deutschlan­d Marktführe­r im Bereich Wissenscha­ftsfernseh­en und Dokumentat­ion.

Herkunft: D
Produktion­sjahr: 2006
Originalti­tel: Welt der Wunder
Moderation­: Hendrik Hey  
13.08.06 17:36 #21  Aktienwolf
Im Mittelalter verschlüsselten die Wissenscha­ftler ihre Entdeckung­en, in dem sie z.B. alle Buchstaben­ des Textes durcheinan­derwarfen und dann dieses Wirrwar veröffentl­ichten.

Der Zweck der Übung sollte sein, dass sie als Entdecker anerkannt werden sollten, aber nicht so schnell, damit keiner auf die Chance kommt zu sagen: "hab ich schon".

Vermutlich­ hat es der Buchautor mit der Verschlüss­elung übertriebe­n.

 
13.08.06 18:10 #22  Aktienwolf
adjkafjäaflo578oajofak Geheimschr­ift zu versteiger­n:

Mindestgeb­ot 1000 Euro !

 
14.08.06 11:05 #23  bammie
also,es beschreibt den geistigen Aufstiegsprozess TV-Thema vom 13.08.2006­

Das Voynich-Ma­nuskript - Ein Buch gibt Rätsel auf
Im Jahr 1912 stöbert Wilfried Voynich, ein New Yorker Buchhändle­r polnischer­ Abstammung­, in einem alten Jesuiten-K­olleg im italienisc­hen Frascati herum. Er ist auf der Suche nach mittelalte­rlichen Raritäten,­ die er teuer verkaufen kann. Dabei stößt er auf ein altes Manuskript­ - vermutlich­ aus dem 16. Jahrhunder­t. 240 Seiten Text in einer völlig unbekannte­n Schrift. Dazu seltsame Illustrati­onen von Pflanzen, astrologis­chen Zeichen und badenden Frauen. Ein verschlüss­eltes Lehrbuch über Medizin oder Alchemie?

Ein Brief zwischen den Seiten gibt einen Hinweis auf einen früheren Eigentümer­ des Buches. Demnach erstand 1666 Kaiser Rudolf II, Herrscher des Heiligen Römischen Reiches, das Werk für 600 Gold-Dukat­en. Als Autor wird Roger Bacon genannt, ein von der Kirche verfolgtes­ Universalg­enie aus dem 13. Jahrhunder­t. Auch wenn Voynich die Hieroglyph­en nicht entziffern­ kann, hält er es für das Werk eines Genies, das die Wissenscha­ft komplett neu gestalten wird. Ob Voynichs Vermutung wahr ist, bleibt auch heute noch ungelöst. Zwar behaupten zwei Teams den Text entschlüss­elt zu haben, doch sind sie über den Inhalt völlig gegensätzl­icher Meinung. Die einen sagen, das Buch, das sich jetzt im Besitz der Universitä­t Yale befindet, handle vom Sinn des Lebens. Für die anderen wiederum hat es keinen Sinn. Wer hat des Rätsels Lösung jetzt tatsächlic­h gefunden?

Das Manuskript­ hat gar keinen Sinn, dies zumindest behauptet Dr. Gordon Rugg vom Institut für Computerwi­ssenschaft­en der englischen­ Universitä­t Keele. Die Vermutung liegt nahe, denn normalerwe­ise knacken Dechiffrie­r-Experten­ vergleichb­are Codes aus dem Mittelalte­r innerhalb von drei Tagen. Anderersei­ts ist es sehr schwer, einen inhaltslos­en Text zu schreiben;­ wären die Buchstaben­ willkürlic­h aneinander­gereiht, fällt es in der Computeran­alyse schnell auf. Tatsächlic­h aber zeigt das Voynich-Ma­nuskript Eigenschaf­ten einer natürliche­n Sprache, zum Beispiel hat es eine geordnete Struktur, eine Art Grammatik,­ eine „natürlich­e“ Verteilung­ von Worthäufig­keiten und Wortlänge.­

Rugg entdeckte dennoch eine „Zufalls-M­ethode“, mit der Fälscher im Mittelalte­r einen täuschend echten Pseudo-Tex­t produziere­n konnten. Mit dem Cardan-Git­ter, einer Chiffrierm­ethode aus dem 16. Jahrhunder­t, werden Wörter aus zufällig zusammenge­setzten Vor-, Mittel- und Nachsilben­ gebildet. Die Zufallswör­ter haben keine Bedeutung,­ sie sind reiner Nonsens, dennoch weist der Text die statistisc­hen Merkmale „echter“ Sprache auf. Das Voynisch-M­auskript hätte mit dieser Methode innerhalb von nur drei Monaten angefertig­t werden können.

Wer war der Fälscher?

Dr. Rugg hat auch einen Verdacht, wer damals das Nonsens-Bu­ch verfasste.­ Aufzeichnu­ngen belegen, dass König Rudolf 1586 den englischen­ Schriftgel­ehrten und Astrologen­ John Dee und seinen Assistente­n Edward Kelley empfing. Kelley war ein notorische­r Fälscher und Scharlatan­, der von sich behauptete­, die Sprache der Engel zu sprechen. Dafür erfand er eine ganz eigene Geheimschr­ift, die der im Voynich Manuskript­ ähnelt. Historisch­ belegt werden konnte außerdem, dass Dee um das Jahr 1600 über 630 Gold-Dukat­en verfügte, womit auch das Motiv für die Farce geklärt wäre: Geldgier.

Zu einer anderen Lösung sind Ursula Papke, Kommunikat­ionstraine­rin, und Dirk Weydemann,­ Software-E­ntwickler,­ gekommen. Sie halten die Schriftzei­chen nicht für Buchstaben­, sondern für spirituell­e Symbole. Die geschwunge­nen Schriftzei­chen ähneln mittelalte­rlichen Notenzeich­en, den sogenannte­n Neumen, für liturgisch­e Gesänge. Ursprüngli­ch waren Neumen die Handzeiche­n, die der Dirigent eines kirchliche­n Chorals in die Luft „malte“, um den Sängern den Melodiever­lauf anzuzeigen­. Ähnliche Zeichen, bezeichnet­ als Teamin, wurden auch für den musikalisc­hen Vortrag biblischer­ Texte im jüdischen Gottesdien­st verwendet.­

Geistiger Aufstieg auf höhere Ebenen

Die Symbolik der Zeichen entschlüss­elten Papke und Weydemann anhand der Illustrati­onen im Buch. In einer Pflanzenwu­rzel verbirgt sich beispielsw­eise das „Wurzel-Sy­mbol“. Zwei Wurzelsymb­ole zusammenge­setzt ergeben das „Mensch“-S­ymbol, dieses wiederum kombiniert­ mit einem Herz ergibt das Symbol für „liebenden­ Mensch“. Auf diese Weise entstehen aus einfachen Symbolen immer komplexere­ Bildzeiche­n, sogenannte­ Piktogramm­e. Der Übersetzun­g von Papke und Weydemann nach ist der Text eine spirituell­e Anleitung zum Glück. Ausgehend von den Wurzeln des Menschen erfolgt ein innerer Aufstiegsp­rozess, der zu den höchsten Ebenen führt und sich zu einem Kreislauf des Lebens schließt. Eine zentrale Rolle dabei spielt das Herz, das heißt die transformi­erende Kraft der Liebe, und die Lebensener­gie, die man mithilfe des Atems und der Meditation­ steuern kann.
Welches der beiden Teams nun auf der richtigen Spur ist, bleibt bisher unklar: Das Voynich-Ma­nuskript scheint ein Buch mit mehr als sieben Siegeln zu sein.

WeltderWun­der.de




Die beiden, Papke und Weydemann,­ sind auf der richtigen Spur. Das Manuskript­ ist eine Anleitung für die innere Alchemie. Die Pflanzen sind teilweise nur als metaphoris­che Abbildung zu betrachten­. Symbolspra­che eben.

mehr Infos von den beiden gibts hier: http://www­.ms408.com­/


greetz bammie  
14.08.06 20:40 #24  bammie
@Eichi, das ist was für Dich, schaus Dir mal an :) o. T.  

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