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Di, 2. März 2021, 2:05 Uhr

Open End Turbo Call Optionsschein auf DAX [UBS AG (London)]

WKN: UE2397 / ISIN: DE000UE23975

DAX – was bringt der Aufschwung 2021?


23.12.20 13:15
Feingold-Research

Im vierten Quartal haben die Märkte zunehmend eine weltweite Konjunkturerholung eingepreist. Globale Aktien brachen aus dem seit Anfang Juni bestehenden Seitwärtskanal nach oben aus. Der DAX steigt zu Weihnachten nochmal über 13.500 Punkte. Ein versöhnlicher Abschluss. Wir stellen die ausführliche Einschätzung der Berenberg-Experten für die Südseiten der Börse München vor. Rücksetzer im DAX kauft ihr mit dem Bull UE2397 oder offensiver KB9Z8J.






Trotz der erneuten Lockdown-Belastungen hatten wir eine solche Marktentwicklung erwartet und erachten sie als gerechtfertigt. Mit US-Präsident Biden besteht nicht nur Hoffnung auf deutliche Investitionen in (grüne) Infrastruktur, er dürfte auch wesentlich diplomatischer in der Außenpolitik agieren. Und dass bald Impfstoffe breiter zur Verfügung stehen dürften, ist ein großer Schritt im Kampf gegen die Pandemie. Im Jahr 2021 dürfte sich alles Schritt für Schritt normalisieren. Auf das Jahr des Virus, der Einschränkungen und der Rezession dürfte ein Jahr des Impfstoffes, der Öffnung und der Konjunkturerholung folgen. Unsere Volkswirte sind überzeugt: Die Ampeln für die Konjunktur stehen auf Grün. Sie erwarten einen global synchronisierten Aufschwung bei zunächst niedriger Inflation. Fiskal- und Geldpolitik unterstützen weiter. So werden die Gelder des EU-Wiederaufbaufonds erst sukzessive in den nächsten Jahren fließen. Auch eine Normalisierung der extrem lockeren Geldpolitik ist vorerst nicht zu erwarten.

Die Frühphase eines globalen Konjunkturaufschwungs



Sehen damit die Ampeln an den Kapitalmärkten für 2021 auch auf Grün? Wir befinden uns in der Frühphase eines globalen Konjunkturaufschwungs, der mehrere Jahre tragen dürfte. Die Unternehmensgewinne werden deutlich steigen und das Geldmengenwachstum ist stark. Das ist für Aktien eine sehr gute Ausgangssituation. Jedoch haben die Kapitalmärkte mit der Erholung seit März 2020 einen Großteil dieser Entwicklung bereits eingepreist. Die Stimmung der Anleger hat sich aufgehellt. Es besteht zwar noch keine Euphorie, aber Skepsis ist zunehmendem Optimismus gewichen. Trotzdem gibt es weiteres Potenzial, denn die Volatilität ist noch erhöht und die Bewertung von Aktien relativ zu Anleihen ist weiter attraktiv. Rückläufige Volatilität würde systematische Anlagestrategien verstärkt zurück in Aktien bringen. Eine Übertreibung nach oben ist nicht ausgeschlossen.
Ich bleibe jedoch bei meiner Einschätzung: Wenn eine breite Verfügbarkeit eines Impfstoffes gegeben ist, wird das nicht der Startpunkt einer positiven Aktienmarktentwicklung sein, sondern eher ein zumindest temporärer Höhepunkt. Die erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie wird aktuell, da die Hoffnung aus guten Gründen wächst, am Aktienmarkt eingepreist. Wenn alle Anleger positioniert sind und Euphorie herrscht, heißt es, vorsichtiger zu werden. Dies gilt es zu beobachten – insbesondere
sollten Inflationserwartungen und Anleiherenditen im Zuge des Aufschwungs deutlicher anziehen.

Auf den Punkt: Die globale Konjunkturerholung im Visier



  • Das Abebben politischer Risiken und die Covid-19- Impfstoffe machen den Weg frei für eine zyklische Erholung mit global synchronisiertem Wachstum.
  • Die Kapitalmärkte haben das Coronavirus hinter sich gelassen und schauen nach vorne. Die Anlegerstimmung hat sich aufgehellt, Euphorie herrscht aber noch nicht. Die Reallokation von Liquidität hin zu Aktien hat noch viel Potenzial.
  • Systematische Anlagestrategien sollten mit weiter abnehmenden Volatilitäten verstärkt in Aktien zurückkehren.
  • In das Jahr 2021 hinein bleibt zunächst eine offensivere Positionierung mit klaren zyklischen Elementen angebracht.

Portfoliopositionierung auf einen Blick



Wir haben seit September die Aktienquote weiter erhöht und die Portfolios zyklischer ausgerichtet. Eine deutliche Übergewichtung von Aktien erachten wir auch in das Jahr 2021 hinein für richtig. Die Volatilität dürfte weiter sinken und Aktien die Nase vorne haben. Schwellenländer und Europa dürften hier besonders von einer Erholung des globalen Wachstums profitieren. Zudem dürften Schwellenländerwährungen weiter zulegen. Vor allem in Europa, aber auch in den USA setzen wir verstärkt auf Small Caps. Die starke Untergewichtung von Großbritannien innerhalb Europas haben wir deutlich zurückgefahren. Die Brexit-Unsicherheit hinter sich lassend könnten britische Aktien zum Überraschungssieger 2021 werden. Sie sind relativ günstig bewertet und bei Anlegern deutlich untergewichtet. Wir erwarten, dass Renditen sicherer Staatsanleihen im Aufschwung graduell steigen. Wir bleiben untergewichtet. Unternehmens- und besonders Schwellenländeranleihen bieten weiter Rendite, aber das Potenzial für sich einengende Risikoaufschläge ist nach der starken Entwicklung der letzten Monate begrenzt. Der US-Dollar sollte weiter abwerten. Gold bleibt angesichts negativer Realzinsen und steigender Staatsverschuldungen unterstützt. Zyklische Rohstoffe scheinen jedoch kurzfristig attraktiver.


Rückblick 2020 – versöhnlicher Abschluss im vierten Quartal

2020, ein Jahr zum Erinnern. Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie führten zum schlimmsten Einbruch der Weltkonjunktur in Friedenszeiten. Zentralbanken und Regierungen stemmten sich mit beispielloser Fiskal- und Geldpolitik dagegen. Die Wirtschaft begann sich schnell zu erholen. Die Erholung geriet mit den erneuten Beschränkungen in Q4 etwas ins Stocken, aber absehbare Impfstofferfolge gaben Hoffnung auf eine weitere Normalisierung. Die Kapitalmärkte haben sich nicht minder spektakulär entwickelt, inklusive etlicher Superlative, wie des schnellsten und kürzesten Bärenmarktes, der schnellsten Rückkehr in einen Bullenmarkt und zahlloser extremer Marktbewegungen. All dies ist ein weiterer Beleg für die von uns in den letzten Jahren immer wieder thematisierte veränderte Marktstruktur, die ein opportunistischeres Anlegerverhalten erfordert.
Im vierten Quartal preisten die Kapitalmärkte die wahrscheinlicher werdende globale Konjunkturerholung im Jahr 2021 zunehmend ein. Aktien holten nach den zähen Sommermonaten weiter auf und drehten für das Gesamtjahr überwiegend ins Plus. Kaum jemand hatte das im Frühjahr für möglich gehalten. Schwellenländer und Europa profitierten in Q4 besonders. Der Ölpreis legte deutlich zu, blieb aber seit Jahresanfang der größte Verlierer. Gold gab im positiven Umfeld des vierten Quartals einen Teil seiner starken Jahresperformance ab.

Unternehmensinvestitionen als Wachstumstreiber



Die Unsicherheit (Brexit, Handelskrieg, US-Wahl, Corona-Krise) hat neben den einbrechenden Unternehmensgewinnen dafür gesorgt, dass Unternehmensinvestitionen stark eingeschränkt wurden. Auch hier besteht Nachholbedarf. Klarheit beim Brexit, weniger Lärm im Handelskrieg und wieder deutlich steigende Unternehmensgewinne dürften Unternehmensinvestitionen ab 2021 deutlich anziehen lassen. Nach einem Gewinneinbruch um 17 Prozent bzw. 5 Prozent in den Industrie- und Schwellenländern im Jahr 2020 indizieren die Konsensuserwartungen ein Gewinnwachstum von 26 Prozent bzw. 33 Prozent für das Jahr 2021 und weiter steigende Gewinne im Folgejahr. Das Ende der Unsicherheit vom Brexit wird Investitionen freisetzen, da die Unternehmen endlich wissen werden, wie sie ihre gesamteuropäischen Lieferketten umstrukturieren können. Mit mehr Planungssicherheit nach der Corona-Krise und mit einem Präsidenten Biden werden Unternehmen bereit sein zu investieren. Lieferketten dürften überdacht werden, wobei es zunehmend um Aspekte wie Sicherheit, Stabilität und die ökologischen oder gesellschaftlichen Folgen geht. Unternehmen aus den Bereichen Automatisierung, Robotics, Digitalisierung, KI und Halbleiterhersteller dürften ebenso von dieser Entwicklung profitieren wie Industriemetalle.
Mit zunehmender Investitionstätigkeit wird sich im Jahresverlauf auch der Fokus der Unternehmen von der Bilanzreparatur und dem Bondholder-Value wieder in Richtung Shareholder-Value verschieben. Vor diesem Hintergrund ist gut vorstellbar, dass sich im Jahr 2021 sowohl Aktien als auch Rohstoffe besser entwickeln als Unternehmensanleihen, zumal deren Risikoaufschläge bereits jetzt schon wieder unter ihren langfristigen Durchschnitten liegen, Unternehmensanleihefonds bereits deutliche Zuflüsse gesehen haben und die Welle von Insolvenzen erst noch kommen dürfte. Die Jagd nach Rendite und die weiterhin hohen Käufe der Zentralbanken bei begrenzter Emissionstätigkeit dürften aber zunächst eine weitere Einengung der Risikoprämien treiben.


Zins- und Renditeentwicklung das größte Risiko für die Märkte



Im Zuge der Konjunkturerholung könnte es aber zu deutlichen Übertreibungen an den Märkten kommen, die nachfolgend einer schmerzhafteren Korrektur bedürften. Deshalb ist für das Gesamtjahr nicht mit konstant ruhigem Fahrwasser zu rechnen. Neben dem Coronavirus-Restrisiko und den immer bestehenden politischen Risiken ist aus unserer Sicht die Zinsentwicklung das größte Risiko. Wir gehen zwar auch davon aus, dass eine nachhaltig erhöhte realisierte Inflation im Jahr 2021 noch kein Thema sein wird. Was aber, wenn im Zuge des Aufschwungs der Ölpreis auf 60–70 USD/bbl steigt? Die Input- und Outputpreisindizes des amerikanischen Einkaufsmanagerindex sind bereits auf das höchste Niveau der letzten zehn Jahre gestiegen und die USInflationsüberraschungen auf ein 12-Jahres-Hoch. Zumindest dürften die Inflationserwartungen der Marktteilnehmer anziehen und sich die Renditekurven weiter versteilern. Am schlimmsten wäre aber ein Anstieg der Realzinsen, denn dieser würde die Bewertung aller Anlageklassen belasten. Zumindest mit Volatilität bei den Anleiherenditen ist zu rechnen. Diese dürfte an den Aktienmärkten nicht spurlos vorbeigehen, zumal sich die Zinssensitivität der Aktienmärkte durch die gestiegenen relativen Bewertungen von und den gestiegenen Anteil an Wachstumstiteln deutlich erhöht hat. Es besteht die Gefahr, dass sich im Verlauf des Jahres 2021 das Bild von positiver Reflationierungshoffnung in negative Inflationsbefürchtung wandelt.


Dr. Holger Schmieding: Kräftiger Aufschwung in Sicht
  • Weltwirtschaft: kräftiger Wiederaufschwung, sobald die zweite Welle der Pandemie abflaut.
  • Der Biden-Effekt: Eine ruhigere US-Handelspolitik kann den Welthandel beleben. Gut für Europa.
  • Geld- und Fiskalpolitik stützen Konjunktur auch in 2021 stärker als je zuvor. China behält Stimulus ebenfalls bei.

Das Ende zweier Albträume



In den letzten beiden Jahren haben zwei schwere Schocks die Weltwirtschaft erschüttert. Im Jahr 2019 hat US-Präsident Donald Trump durch seinen Handelskrieg gegen China und seine Drohungen gegen die Europäische Union dem Welthandel einen schweren Schlag versetzt. Mehr noch als die Zölle hat die allgemeine Verunsicherung die Konjunktur belastet. Beim Exportweltmeister Eurozone brach daraufhin das Wachstumstempo von etwas über 2 Prozent Anfang 2019 auf weniger als 1 Prozent Ende 2019 ein. Nachdem die Konjunkturampeln im Zuge eines „Phase 1“-Abkommens zwischen China und den USA Anfang 2020 kurz auf Grün gesprungen waren, stürzte dann die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft ab März in die tiefste Rezession seit 90 Jahren.
Für 2021 zeichnet sich das Ende dieser beiden außergewöhnlichen Schocks ab. Der neue US-Präsident Joe Biden ist zwar kein Freihändler. Aber er will mit Verbündeten wie der Europäischen Union, Kanada und Japan eng zusammenarbeiten, statt sie mit Drohungen zu überziehen. Obwohl viele Streitpunkte zwischen Europa und den USA bleiben, dürften beide Seiten sie in Ruhe besprechen und zudem eine gemeinsame Haltung gegenüber China suchen. Damit dürfte das Risiko eines Handelskrieges zwischen den beiden größten Wirtschaftsräumen der Welt, den USA und der Europäischen Union, vom Tisch sein. Für den Welthandel ist das die beste Nachricht seit mehr als vier Jahren.

Nach der zweiten Welle der Pandemie



Nach einem kräftigen Wiederaufschwung der Konjunktur von Mai bis Oktober hat die zweite Welle der Pandemie Europa im Spätherbst 2020 erneut hart getroffen. Da die Einschränkungen aber wesentlich gezielter waren als im März und April und zudem das verarbeitende Gewerbe nicht durch unterbrochene Lieferketten mit China gelähmt wurde, ist die wirtschaftliche Aktivität in Europa nur moderat und in den USA vermutlich gar nicht zurückgegangen. Rückläufige Zahlen der Neuinfektionen in Europa, eine Stabilisierung in den USA und die konkrete Aussicht auf wirksame Impfstoffe stützen die Hoffnung, dass die zweite Welle der Pandemie in Kürze auslaufen wird.
Spätestens mit dem Beginn der helleren und wärmeren Jahreszeit im Frühling dürften die Länder der Nordhalbkugel die Einschränkungen des öffentlichen Lebens weitgehend aufheben können. Auch wenn das Virus nicht verschwinden wird, werden medizinische Fortschritte und Impfkampagnen voraussichtlich dafür sorgen, dass ein saisonaler Anstieg des Infektionsrisikos im Herbst 2021 keine gravierenden wirtschaftlichen Folgen mehr haben muss.

In der Pause zwischen den beiden Wellen der Pandemie konnte die Eurozone in Q3 nahezu den gesamten Verlust aus Q2 aufholen. Dies spricht dafür, dass die Konjunktur auch nach dem Auslaufen der zweiten Welle wieder schnell anspringen kann.
Wir rechnen damit, dass die Wirtschaft in den USA und Deutschland das Niveau der Wirtschaftsleistung von Ende 2019, also der Zeit vor der Pandemie, bereits Ende 2021 wieder erreicht haben wird. Die Eurozone insgesamt dürfte dies erst Mitte 2022 schaffen, da das strukturschwache Italien den Durchschnitt belastet. Als Folge des Brexits dürfte Großbritannien die Verluste erst Anfang 2023 ausgleichen können. Da es China gelungen ist, eine zweite Welle der Pandemie zu verhindern, konnte China sogar 2020 ein leichtes Wachstum erzielen. Für 2021 zeichnet sich ein solides Wachstum ab, wie üblich gestützt auf eine expansive Kreditpolitik.

Geld- und Fiskalpolitik expansiver als je zuvor



Als Reaktion auf die Covid-19-Megarezession haben Finanzminister und Notenbanken nahezu überall auf der Welt die Geldschleusen 2020 weiter geöffnet als je zuvor. Sie haben damit die Einkommen der Haushalte gestützt, viele Unternehmen vor dem Konkurs bewahrt und eine Finanzkrise oder eine ausgeprägte Deflation mit langanhaltender Massenarbeitslosigkeit vermieden. Auch 2021 werden Geld- und Fiskalpolitik die Konjunktur stärker stützen als je zuvor. Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik im Dezember 2020 noch einmal kräftig gelockert hat, werden die Fed und die EZB ihre jetzige Politik in 2021 wohl weitgehend unverändert beibehalten. Auch wenn die Inflation in Kürze ihren Tiefpunkt erreichen und im weiteren Verlauf des Jahres 2021 langsam anziehen dürfte, werden die Zentralbanken dies vorerst als Bewegung in die richtige Richtung begrüßen. Eine echte Zinswende zeichnet sich frühestens für Ende 2022 ab. Nach der tiefen Rezession werden die Zentralbanken stärker als früher darauf achten, dass der Aufschwung auch die besonders hart getroffenen Gruppen am Arbeitsmarkt wie Berufsanfänger und Menschen im Niedriglohnsektor erreicht hat, bevor sie ihre Politik langsam straffen.
Die Fehlbeträge im Staatshaushalt werden im kräftigen Aufschwung des Jahres 2021 zwar spürbar zurückgehen, da Haushalte und Unternehmen weniger Überlebenshilfen brauchen werden. Aber der Fiskalimpuls im Sinne von mehr staatlichen Investitionen und zusätzlichen Einstellungen im öffentlichen Sektor, auch im Gesundheitswesen, wird in vielen Ländern 2021 sogar kräftiger spürbar sein als in 2020. Auch dies spricht für einen robusten Aufschwung der Konjunktur im neuen Jahr. Solide Zuwächse der Nachfrage in den USA, Europa und China bei niedrigen Zinsen sind auch ein positives Umfeld für viele Schwellenländer.


Steigende Gewinne, fallende Bewertungen
Auf den Punkt:
  • Alle Aktienregionen und insbesondere die Covid-19- gebeutelten Branchen und Regionen legten in Q4 zu.
  • Die Unternehmensgewinne dürften nächstes Jahr deutlich steigen und damit einen Bewertungsrückgang überkompensieren. Aktien dürften insgesamt weiter zulegen.
  • Wir bevorzugen taktisch US Small Caps und britische Aktien und über das gesamte Jahr 2021 vor allem europäische und Schwellenländeraktien.

Ulrich Urbahn: Aktien mit Kursfeuerwerk in Q4 dank nachlassender Unsicherheit



Der Wahlsieg von Joe Biden in Kombination mit den positiven Covid-19-Impfstoff-Nachrichten hat zu einem regelrechten Kursfeuerwerk an den Börsen im November geführt. Weltweit sind alle bekannten Aktienbarometer im vierten Quartal deutlich im Plus, allen voran die regionalen Indizes, die besonders stark unter den Covid-19-Restriktionen gelitten hatten. So konnten beispielsweise US Small Caps und osteuropäische Aktien um 20 Prozent bzw. 17 Prozent in Euro gerechnet zulegen. Die bereits im Vorfeld stark gelaufenen US-Aktien gehörten zu den relativen Verlierern, weil sich insbesondere Tech-Aktien unterdurchschnittlich entwickelten. Seit Jahresanfang sieht das Bild jedoch nach wie vor anders aus: Osteuropäische und britische Aktien notieren deutlich im negativen Bereich, während asiatische und US-Aktien weit vorne liegen und teilweise neue Allzeithochs erreicht haben.

Deutliche Steigerung der Unternehmensgewinne in 2021



Nachdem die Unternehmensgewinne in 2020 vor allem für die stark vom Coronavirus betroffenen Sektoren wie Energie, Finanzen und Freizeit stark gefallen sind, erwartet der Konsensus für 2021 eine kräftige Erholung. Die Analysten sehen entsprechend das größte Gewinnwachstum nächstes Jahr in Lateinamerika und Osteuropa – Regionen, die insbesondere von einer Rohstofferholung profitieren dürften. Für die USA wird ein Gewinnwachstum von 22 Prozent, für Europa von 34 Prozent erwartet. Wir denken, dass die optimistischen Schätzungen gerechtfertigt sind. Dafür spricht, dass wir von einer niedrigeren Basis nach dem Gewinneinbruch in 2020 aus starten. Unterstützend wirkt auch die weiterhin expansive Zentralbankpolitik weltweit sowie die geplanten fiskalischen Stimulierungsmaßnahmen in vielen Regionen. Eine diplomatischere Handels- und Außenpolitik unter Joe Biden und erhöhte Investitionsausgaben der Unternehmen dürften auch förderlich sein. Wir wären also nicht überrascht, wenn nächstes Jahr die tendenziell immer zu optimistischen Gewinnschätzungen der Analysten auch tatsächlich so oder sogar höher eintreffen würden. Analysten tun sich mit Schätzungen nach Wendepunkten häufig schwer, weil sie zu stark an der Vergangenheit festhalten.

Bewertungen dürften zurückgehen



Die Aktienbewertungen sind 2020 aus zweierlei Gründen deutlich gestiegen. Die vor allem in den USA gesunkenen Zinsen haben zu einem niedrigeren Abdiskontierungsfaktor für die zukünftigen Gewinne geführt. Zudem hat der Markt durch die Corona-Krise hindurchgeschaut, in der berechtigten Hoffnung auf eine zeitnahe Impfstoffverfügbarkeit. Da die Anleiherenditen nächstes Jahr zumindest leicht zulegen dürften und der Markt auch eine Gewinnerholung teilweise eingepreist hat, sollten die
Aktienbewertungen nächstes Jahr etwas fallen – das Gewinnwachstum dürfte stärker positiv sein als die Kursentwicklung.

Zyklische Aktien präferiert



Taktisch mögen wir neben US Small Caps britische Aktien. Die nachlassende Unsicherheit nach dem Brexit-Ausgang dürfte viele Anleger wieder in den unterinvestierten Markt drängen – nicht zuletzt systematische Anleger, die aufgrund des besser werdenden Preismomentums britische Aktien nachfragen dürften. Zudem dürfte der Konjunkturoptimismus gerade zum Jahresbeginn besonders ausgeprägt sein, was konjunktursensitive Sektoren, die in britischen Indizes besonders stark vertreten sind, begünstigen dürfte. Außerdem profitiert vor allem die britische Wirtschaft, die stark vom Dienstleistungssektor abhängt, von einer schnellen Verfügbarkeit eines Impfstoffs. Auf das ganze Jahr 2021 gesehen präferieren wir Schwellenländer- und europäische Aktien, die insbesondere von einer synchronen Konjunkturerholung nächstes Jahr profitieren dürften. US-Aktien sollten zwar nächstes Jahr auch zulegen, jedoch sich zumindest im ersten Halbjahr eher unterdurchschnittlich entwickeln. Dafür spricht, dass der Index aus vielen Wachstumstiteln besteht, die bei steigenden Zinsen aufgrund ihrer höheren Bewertungen nur begrenztes Aufwärtspotenzial haben dürften. Wenn der Markt vermehrt auf 2022 schaut, dürften US-Aktien wieder stärker performen.




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