Suchen
Login
Anzeige:
Sa, 25. Juni 2022, 7:15 Uhr

US-Wirtschaft geschrumpft +++ S&P 500 auf dem Weg zum Kursziel


29.04.22 09:43
Sven Weisenhaus

Inhaltsverzeichnis S&P 500 auf dem Weg zum Kursziel von 3.815 Punkten +++ US-Wirtschaft überraschend geschrumpft


S&P 500 auf dem Weg zum Kursziel von 3.815 Punkten Am 22. März beschrieb ich unter anderem mit folgendem Chart ein aus meiner Sicht sehr plausibles Szenario für den S&P 500.

S&P 500 - mögliches Szenario


Demnach sollte die Kurserholung nach der ersten Korrekturwelle nur eine Bärenmarktrally sein, auf die eine zweite Korrekturwelle folgt, so dass sich eine große ABC-Korrektur bildet.


Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer


Am Tag darauf erhielt ich Zuspruch von einigen Lesern. Einer schrieb zum Beispiel:
„Hallo, ich möchte nochmals meinen Respekt aussprechen für die treffenden Newsletter von Sven Weisenhaus. Gestern von einer ABC Korrektur gesprochen, heute ging's nach unten. Kein Blabla, alles nachvollziehbar. Einfach super.“
Und eine andere Mail lautete:
„Sehr geehrter Herr Weisenhaus, Ihre Analysen bringen es auf den Punkt. Ich bin bezüglich des Kursverlaufs im S&P und im DAX genau Ihrer Meinung.“


Aber aus meiner Sicht kam das Lob zu früh. Und so antwortete ich den Lesern:
„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. […] Mit den Kursen ging es nach meiner Analyse vom 22. März noch einmal nach oben. Ein einzelner Tag mit Rücksetzern ist eben noch kein Trendwechsel. Grundsätzlich bleibe ich aber bei meiner Einschätzung, wonach es noch zu einer zweiten Korrekturwelle kommen wird.“


Erst noch weiter rauf, dann wieder kräftig abwärts


Tatsächlich legte der S&P 500 von rund 4.500 Punkten noch bis zum 29. März auf 4.637,30 Zähler um etwas mehr als 3 % zu. Doch dann drehten die Kurse wieder nach unten. Und aus der vorgestrigen Analyse des Nasdaq 100 wissen wir bereits, dass inzwischen wohl die zweite Korrekturwelle läuft.


S&P 500 - Chartanalyse


Zwar hat der S&P 500 noch kein neues Korrekturtief markiert, mit dem vorgestrigen Tief bei 4.163,04 Punkten ist er aber nur noch knapp von einem solchen entfernt. Das Tief der ersten Korrekturwelle wurde am 24. Februar bei 4.114,65 Punkten markiert.


Bereits erneut zweistellig verloren


Der S&P 500 hat also seit dem Hoch der Bärenmarktrally 10,23 % und damit erneut zweistellig verloren. Und er muss nun nur noch rund 50 Zähler bzw. 1,163 % nachgeben, um ein neues Korrekturtief zu markieren. Ich glaube, dass ihm dies noch gelingen wird. Und ich erwarte auch noch weiter fallende Kurse. An meinem Kursziel von etwa 3.815 Punkten halte ich fest, auch wenn sich dieses Kursziel nun nicht mehr aus dem Prinzip der Wellengleichheit ableiten lässt (rote Rechtecke). Das 38,20%-Fibonacci-Retracement bleibt aber ein interessantes Kursziel (graue Linien).


S&P 500 - Chartanalyse


Aber wie vorgestern bereits zum Nasdaq 100 geschrieben, ist das bisherige Korrekturtief eine horizontale Unterstützung, an der es erst einmal zu einer neuerlichen Kurserholung kommen kann (dicke grüne Linie).



US-Wirtschaft überraschend geschrumpft Die erste Korrekturwelle der Aktienindizes lässt sich übrigens inzwischen auch anhand von harten Fakten mit der fundamentalen Entwicklung erklären. Denn wie das US-Handelsministerium gestern auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte, ist die Wirtschaft der USA im ersten Quartal 2022 geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel aufs Jahr hochgerechnet um 1,4 %.

USA Bruttoinlandsprodukt (BIP)


Von Reuters befragte Experten hatten hingegen mit einem Zuwachs von 1,1 % gerechnet, nachdem Ende 2021 sogar noch ein Plus von 6,9 % erreicht worden war.


Einkaufsmanager deutlich zu optimistisch


Kein Wunder, dass die Aktienkurse von Jahresbeginn bis Mitte März gefallen sind, könnte man daher resümieren. Und ich darf vor diesem Hintergrund an meine Vermutung erinnern, dass die Einkaufsmanager zu optimistisch waren (siehe „Sind die Einkaufsmanager zu optimistisch?“). Denn selbst bei dem Stimmungseinbruch im Januar blieb der Frühindikator für die US-Wirtschaft oberhalb der Schwelle von 50 Punkten, ab der Wachstum signalisiert wird (siehe auch „Ukraine-Krieg dämpft die Wirtschaft überraschend wenig“).


S&P Global Gesamt-Einkaufsmanagerindex USA


Interessant ist auch, dass Ende 2021 viele Betriebe ihre in der Pandemie reduzierten Lagerbestände wieder aufgefüllt hatten, was für den hohen Zuwachs beim BIP im Schlussquartal sorgte. Nun haben vor allem der Außenhandel und die Lagerkomponente für das aktuell enttäuschende Ergebnis gesorgt.


Passend dazu hatte ich am 8. Februar (siehe „US-Wirtschaft auf einem absteigenden Ast?“) Folgendes geschrieben:
„Hinzu kommt, dass die US-Wirtschaft Ende 2021 trotz der Omikron-Welle zwar kräftig an Schwung gewonnen hat, aber der Hauptwachstumstreiber Lagerinvestitionen waren, welche um rund 240 Milliarden US-Dollar in die Höhe schossen und somit sage und schreibe knapp 5 Prozentpunkte zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum von +6,9 % beitrugen.“


Stau vor Shanghai


Und ich möchte Sie weiterhin warnen, mit einem Thema, auf das ich auch bereits aufmerksam gemacht habe (siehe unter anderem „No-Covid-Strategie lässt Chinas Wirtschaft schrumpfen“):



Vor dem weltgrößten Containerhafen der chinesischen Metropole Shanghai stauen sich viele Fracht- und Containerschiffe sowie Tanker. Das zeigt die folgende Statista-Grafik eines aktuellen Kartenausschnitts von Fleetmon, einem Online-Trackingportal für Schiffe.


Fracht- und Tankschiffe im Hafengebiet von Shanghai am 28. April 2022


Grund für den Stau ist der harte Lockdown, den die chinesische Regierung aufgrund ihrer No-Covid-Strategie verhängt hat. Die Weltwirtschaft stellt sich deswegen auf möglicherweise schwerwiegende Folgen ein. Das hat natürlich auch Konsequenzen für die Aktienmärkte, die jüngst wieder deutliche Schwäche gezeigt haben. Und sie dürften belastet bleiben. Schließlich wirkt sich der Stau noch länger negativ auf die Lieferketten aus, die sowieso längst gestört sind und zu der hohen Inflation beigetragen haben. Letztere muss nun von den Notenbanken bekämpft werden, was ebenfalls zu Lasten der Aktienmärkte geht.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an der Börse
Ihr
Sven Weisenhaus


(Quelle: www.stockstreet.de)



powered by stock-world.de

24.06.22 , Sven Weisenhaus
Wirtschaft schwächelt links und rechts vom Nord-A [...]
Die deutsche Bundesregierung hat gestern angesichts reduzierter Lieferungen aus Russland die zweite Stufe des Notfallplans ...
23.06.22 , Sven Weisenhaus
Fundamentale Bewertung: Corona-Crash vs. Bärenm [...]
Die Kurserholung vom Wochenbeginn scheint bereits beendet oder hat zumindest einen Rückschlag erlitten. Im Target-Trend-Spezial ...
22.06.22 , Sven Weisenhaus
Aktienindizes im Bärenmarkt
Im Wochenupdate des „Target-Trend-CFD“ habe ich den Lesern am vergangenen Sonntag bereits berichtet, dass ...
21.06.22 , Sven Weisenhaus
Die Gegenbewegung lässt weiter auf sich warten
Sehr verehrte Leserinnen und Leser, gestern war in den USA ein (Börsen-)Feiertag. Altgediente Trader mögen ...
16.06.22 , Sven Weisenhaus
Crash am Anleihemarkt
Der Anleihemarkt kennt aktuell kein Halten. Mögliche Unterstützungen werden nahezu ohne Gegenwehr der Bullen ...

 
Werte im Artikel
7,90 plus
+6,76%
13.118 plus
+1,59%
Weitere Analysen & News
05:45 , Bernd Niquet
An der falschen Front gekämpft
Erinnert sich noch jemand daran, wie beim Aufkommen der AfD Ängste geschürt wurden, ...
24.06.22 , Christian Zoller
DAX kann sich erneut erholen
Der DAX konnte sich wie erwartet im Bereich von 13.000 Punkten fangen und befindet sich aktuell in einer Erholung. ...
Dow Jones – Die Bullen zeigen wieder Gesicht
Der Dow Jones Industrial Average® arbeitete bereits in den letzten Tagen an einer Erholungsbewegung, ...