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MOX Telecom

WKN: 660580 / ISIN: DE0006605801

Mox Telecom-Aktie: mit Anleihe auf Wachstumskurs - Interview mit Gründer und Vorstandsvorsitzender Dr. Günter Schamel


22.10.12 08:35
aktiencheck.de

Ratingen (www.aktiencheck.de) - Die Mox Telecom AG wurde im Jahr 1998 gegründet und ist seit 2006 im Entry Standard gelistet. Die Mox Telecom AG und ihre Tochterunternehmen entwickeln und vertreiben in weltweit über 50 Ländern Telekommunikationsprodukte für kostengünstige und gleichzeitig qualitativ hochwertige Telefonie im Mobilfunk, Festnetz und über VoiP (Telefonie über das Internet).

Ab dem 22. Oktober können private und institutionelle Investoren die Mox Anleihe (ISIN DE000A1RE1Z4 / WKN A1RE1Z) zeichnen. Die Unternehmensanleihe bietet Anlegern über eine Laufzeit von fünf Jahren einen festen Zinssatz von 7,25% p. a. Die Zinszahlung erfolgt jährlich. Das Emissionsvolumen umfasst bis zu 35 Millionen Euro mit einer anlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro.

aktiencheck.de führte das folgende Interview mit dem CEO und Gründer der Mox Telecom AG, Dr. Günter Schamel.

aktiencheck.de: Mit ihren Produkten und Dienstleistungen ist die Mox Telecom AG in einem lukrativen Nischenmarkt aktiv. Wie beurteilen Sie die weiteren Wachstumsperspektiven für die von Ihnen adressierten Zielgruppen/-märkte?

Dr. Günter Schamel: Insgesamt sind wir in drei Geschäftsbereichen tätig: Prepaid-Telekommunikationsdienstleistung, z.B. Calling Cards, Money Share und Couponing.

Hauptumsatzträger ist der Telekom-Bereich mit einem Anteil von über 95% mit der Prepaid-Telefonkarte. Mit Money Share ist unser Produkt Mox Prepaid MasterCard gemeint. Es handelt sich dabei um eine Debitcard, die wir bereits erfolgreich in Deutschland etabliert haben. Diese kann im Internet bestellt und auch per Internet aufgeladen werden. Eine dazugehörige Partnerkarte kann von Familienmitgliedern im Ausland ganz normal als Kreditkarte zum Bezahlen oder zum Bargeldbezug am Geldautomaten eingesetzt werden.

Mit unserer Tochter, der Mox Deals AG, haben wir unser Produktportfolio im Segment E-Commerce erweitert.

aktiencheck.de: Mit Ihren jüngsten Zahlen für H1'2012 haben Sie bewiesen, dass Ihr Geschäftsmodell sehr erfolgreich ist. Worin liegt das Geheimnis Ihres Geschäftserfolgs, und wie war die Entwicklung bei der Mox Telecom America Corp., die in 2011 für mehr als 77 % des Konzernumsatzes verantwortlich war?

Dr. Günter Schamel: Die sehr positive Entwicklung des Unternehmens wurde auch im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vor allem vom US-amerikanischen Geschäft getragen. Nach wie vor ist das Telekommunikationsgeschäft die Kernkompetenz und der Umsatzgarant des Unternehmens. In den USA handelt es sich bei Calling Cards um einen Milliarden-Dollar-Markt. Wir haben derzeit erst einen Marktanteil von ca. 3% - da ist noch sehr viel Wachstumspotenzial für Mox gegeben. Die Mox Gruppe ist in über 50 Ländern der Welt mit Produkten präsent. Über 20 Millionen Menschen haben Mox-Produkte in 2011 erworben. Wir sehen überdies enorme Wachstumspotenziale in Afrika und Asien, die wir für uns sukzessive einnehmen.

aktiencheck.de: Sie haben in den letzten Jahren zahlreiche Firmen akquiriert. Wie kommen Sie mit der Integration dieser Gesellschaften voran, und welches Synergiepotenzial erwarten Sie?

Dr. Günter Schamel: Bis 2010 sind wir überwiegend organisch gewachsen. 2011 war ein Jahr, das auch stark durch anorganisches Wachstum geprägt wurde. Die Integration der beiden US-Töchter NJ Best und SDI, an denen wir je 51% Anteile halten, gibt uns erstmals die Möglichkeit, die komplette Wertschöpfungskette im Telekommunikationsmarkt abzudecken. Durch den Zukauf dieser beiden Großhändler erhalten wir die Möglichkeit, aktiv und sukzessive unsere Anteile am wichtigen US-Markt auszubauen. Das Wachstum 2012 bisher war überwiegend organisch geprägt.

aktiencheck.de: Zudem haben Sie in den Schwellenländern zuletzt Ihre Präsenz weiter ausgebaut. Haben Sie nach Südostasien, Afrika und dem Nahen Osten bereits weitere Märkte im Visier, oder wollen Sie dort erst einmal die Geschäfte auf eine stabile Basis stellen?

Dr. Günter Schamel: Mox erwartet für 2012 ein moderates und nachhaltiges Wachstum im Kerngeschäft Telekommunikation. Natürlich planen wir weitere Expansionen in neue Märkte. Doch strategisch wollen wir uns erst einmal auf Südostasien und Afrika konzentrieren. Gerade in Afrika und Asien gibt es Länder mit einem enormen Potenzial an Telekommunikation. Angola ist beispielsweise ein Riesenwachstumsmarkt und hat einen großen Bedarf an Telefonie.

Mit unserer Tochter Mox Deals AG sind wir bereits erfolgreich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Singapur und Vietnam gestartet. Wir wollen Mox Deals weiter ausbauen und internationalisieren. Mit dieser Sparte streben wir in den nächsten zwei Jahren einen Anteil am Gesamtumsatz von 25 bis 30% an. Mit einer kürzlich eingegangenen Medienkooperation mit dem türkischen Fernsehsender EURO D, Teil der führenden türkischen Mediengruppe Dogan, werden wir täglich mehr als eine Million Menschen erreichen und unser E-Commerce-Segment ausbauen.

aktiencheck.de: Per 30.06.2012 weisen Sie in der Bilanz eine Eigenkapitalquote von 48% aus. Dies sieht auf den ersten Blick sehr gut aus. Denken Sie, dass Sie dieses Niveau in den nächsten Jahren halten oder gar verbessern können?

Dr. Günter Schamel: Wir wollen auch in Zukunft eine solide Eigenkapitalquote halten, die nachhaltig mehr als 30% betragen soll. Das ist für ein mittelständisches Unternehmen, wie wir es sind, eine angemessene Quote und solide Basis.

aktiencheck.de: Wie beurteilen Sie die Chancen dafür, dass Sie im weiteren Geschäftsverlauf 2012 und auch darüber hinaus den profitablen Wachstumskurs fortsetzen können?

Dr. Günter Schamel: Wir erwarten für die zweite Jahreshälfte weiterhin ein moderates und organisches Wachstum. Dies kommt vor allem durch unser Kerngeschäft, das Telekommunikationsgeschäft. Die Integration der in 2010 und 2011 akquirierten Unternehmen und die Realisierung der daraus resultierenden Synergien bilden für das laufende und auch das kommende Geschäftsjahr einen zentralen Schwerpunkt. Weiter werden wir den Ausbau der Vertriebspräsenz unter anderem in Südostasien und Afrika vorantreiben. Alles in allem werden wir auch in 2012 unseren Umsatz steigern und weiter wachsen.

aktiencheck.de: Können Sie uns kurz Auskunft über Ihre aktuelle Liquiditäts- und Verschuldungslage geben?

Dr. Günter Schamel: Wir haben ein wirklich gesundes Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital. Wie bereits erwähnt, beträgt die Eigenkapitalquote 48%. Zudem schreiben wir seit dem Jahr 2000 durchgängig schwarze Zahlen. Wir haben 2009 einen Umsatz von 100 Millionen Euro gehabt und 3,2 Millionen Euro verdient, 2011 auch dank Übernahmen schon 211 Millionen Euro umgesetzt und fünf Millionen Euro verdient. 2012 peilen wir einen Umsatz von rund 220 Millionen Euro an. Der Cash-flow erreichte 2011 gut 20 Millionen Euro, und wir wären damit in der Lage, bereits heute die Anleihe zu bedienen.

aktiencheck.de: Einer Ihrer künftigen Wachstumstreiber soll der neue Geschäftsbereich "Mox Deals" werden. Können Sie uns kurz erläutern, welche Aktivitäten Sie dort gebündelt haben und worin die Wachstumsfantasie besteht?

Dr. Günter Schamel: Mit Mox Deals haben wir eine komplett neue E-Commerce-Sparte entwickelt. Dabei handelt es sich um eine sog. Deal-Plattform im Internet, über die wir Produkte, Dienstleistungen oder Gutscheine günstiger bzw. mit Rabatt anbieten. Mit Mox Deals sind wir bereits erfolgreich in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Singapur und Vietnam gestartet. Unsere Kunden sind Menschen, die uns aus dem Telefongeschäft kennen. Ein weiterer Erfolg ist die kürzlich eingegangene Kooperation mit einem der größten Medienkonzerne in der Türkei, der Dogan Media Group, und ihrem Sender EURO D, einem der größten türkischen Fernsehsender, der auch in ganz Europa ausgestrahlt wird. Von EURO D erhalten wir wertvolle TV- und Werbezeit und können so offline in Kombination mit unseren Deal-Seiten online den Verkauf zweigleisig steuern und anheizen. Für unsere kostenlose Sendezeit bei EURO D erhält der Sender eine Beteiligung am Gewinn.

aktiencheck.de: Ab dem 22. Oktober können Anleger die Mox Anleihe (ISIN DE000A1RE1Z4 / WKN A1RE1Z) zeichnen. Warum sollten Anleger in Ihr Unternehmen investieren?

Dr. Günter Schamel: Wir schreiben seit zwölf Jahren schwarze Zahlen. Zudem hat uns die Creditreform Rating AG mit Investmentgrade BBB bewertet. Damit sind wir im Vergleich zu anderen Mittelstandsanleihen überdurchschnittlich bewertet. Auch sind wir liquide und verfügen über eine hohe Eigenkapitalquote. Zusätzlich verfügt die Mox Telecom AG über ein erfahrenes Management, das langjährig im Geschäft ist. Ich selbst bin Gründer und nach wie vor Hauptaktionär.

aktiencheck.de: Können Sie kurz erläutern, wie die Mittel aus der Anleiheemission verwendet werden sollen und warum ein Kupon von 7,25% für Sie trotzdem eine attraktive Form der (Re)Finanzierung ist?

Dr. Günter Schamel: Zunächst wollen wir die weitere Expansion des Telekom-Bereichs - besonders in Asien und Afrika - finanzieren. Außerdem soll ein Drittel des Erlöses in den Ausbau des neuen Geschäftsbereichs Mox Deals fließen. Zudem wollen wir unsere Bilanzstruktur optimieren, das heißt, wir wollen gegebenenfalls Verbindlichkeiten und Kredite ablösen. Die Mox Anleihe passt sehr gut zu uns, da sie mit einer Laufzeit von fünf Jahren unseren Finanzierungsmix sehr gut ergänzt.

aktiencheck.de: Wie sieht es mit der Besicherung des Bonds für die Investoren aus?

Dr. Günter Schamel: Die Interessen der Anleger werden über marktgängige Covenants berücksichtigt, dazu gehören u.a. die Change-of-Control-Regelung. Die Anleger haben das Recht, ihre Anleihen zu kündigen, wenn ein Kontrollwechsel bei der Emittentin eintritt. Zudem haben wir eine Negativerklärung abgegeben. Wir werden also künftigen Gläubigern keine Kreditsicherheiten zur Verfügung stellen oder gleichzeitig den Anleihegläubigern gleichwertige Sicherheiten anbieten.

aktiencheck.de: Eine vollständige Zeichnung unterstellt, rechnen Sie in den kommenden Jahren mit weiterem Kapitalbedarf?

Dr. Günter Schamel: Sicher wird es im Rahmen unserer Wachstumsstrategie auch zukünftig weiteren Kapitalbedarf geben. Allerdings werden wir weitere Kapitalmaßnahmen zu gegebener Zeit und zu den dann herrschenden Bedingungen erörtern.

aktiencheck.de: Gibt es ein Kreditrating für Ihr Unternehmen von einer unabhängigen Ratingagentur?

Dr. Günter Schamel: Die Ratingagentur Creditreform Rating AG hat uns mit dem Rating BBB eine Bonität attestiert, die im Vergleich zur Gesamtwirtschaft einer überdurchschnittlichen Beurteilung im Bereich Investment Grade entspricht.

aktiencheck.de: Warum haben Sie sich für diese Form der Kapitalbeschaffung entschieden?

Dr. Günter Schamel: Stand 2011 war die Eigenkapitalquote überdurchschnittliche 43%. Eine weitere Kapitalerhöhung macht somit keinen Sinn. Deshalb setzen wir beim zukünftigen Wachstum auf das moderne Instrument der Unternehmensanleihe, um beim Fremdkapital die notwendige Diversifizierung zwischen Banken- und Anleihe-Finanzierung zu erreichen und um das eigene Wachstum sowie strategisch wichtige kleinere Übernahmen zu finanzieren.

aktiencheck.de: Wo sehen Sie die Mox Telecom AG in fünf Jahren?

Dr. Günter Schamel: Wir wollen den Bereich Prepaid-Produkte weiter ausbauen und internationalisieren. Hier sehen wir ein moderates und gesundes Wachstum von 10 bis 15%. Zusätzlich streben wir eine Expansion mit unserer Tochter Mox Deals AG an und sehen mittelfristig einen Anteil am Gesamtumsatz von 25 bis 30%.

aktiencheck.de: Vielen Dank für das Interview, Herr Dr. Schamel. (22.10.2012/ac/n/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

News, übermittelt von der aktiencheck.de AG.
Die aktiencheck.de AG veröffentlicht diese News im Auftrag des gegenständlichen Unternehmens. Für den Inhalt ist das Unternehmen selbst verantwortlich.





 
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