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Fr, 3. Februar 2023, 19:00 Uhr

Helma Eigenheimbau

WKN: A0EQ57 / ISIN: DE000A0EQ578

Original-Research: HELMA Eigenheimbau AG (von Montega AG): Halten (zuvor: Kau...


07.11.22 18:01
dpa-AFX

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Original-Research: HELMA Eigenheimbau AG - von Montega AG



Einstufung von Montega AG zu HELMA Eigenheimbau AG



Unternehmen: HELMA Eigenheimbau AG


ISIN: DE000A0EQ578



Anlass der Studie: Update


Empfehlung: Halten (zuvor: Kaufen)


seit: 07.11.2022


Kursziel: 35,00 Euro (zuvor: 59,00 Euro)


Kursziel auf Sicht von: 12 Monaten


Letzte Ratingänderung: -


Analyst: Patrick Speck, CESGA



Abrupter Vorstandswechsel wirft Fragen auf und deutet auf tiefer- liegende


Verwerfungen hin - Aktie notiert deutlich unter Buchwert



HELMA Eigenheimbau hat am 17. Oktober überraschend die sofortige Abberufung


des langjährigen Vorstands Gerrit Janssen gemeldet, woraufhin die Aktie in


den Folgetagen rund ein Fünftel an Wert eingebüßt hat.

Wenngleich die


genauen Hintergründe des Vorstandswechsels noch immer unbekannt sind, steht


dieser u.E. nicht in direktem Zusammenhang mit der Ende September


veröffentlichten Insolvenz eines bedeutenden Subunternehmens von HELMA


Ferienimmobilien.



Projekte im Bereich Ferienimmobilien betroffen: Wie HELMA inzwischen


erklärte, war das insolvente Subunternehmen hauptsächlich als


Generalunternehmer der Tochter HELMA Ferienimmobilien GmbH in verschiedenen


Projekten aktiv. HELMA Ferienimmobilien ist Teil des Konzernsegments


"Vorgeplant" und erzielte in H1/22 Erlöse i.H.v. 35,3 Mio. Euro (20,8% des


Konzernumsatzes) sowie einen Auftragseingang von 33,7 Mio. Euro (17,1% des


Konzern-AEs). Alle weiteren Unternehmen der HELMA-Gruppe sind von der


Insolvenz nicht betroffen. Nach Angaben HELMAs wurden die Verträge mit dem


Subunternehmer außerordentlich gekündigt. Der Konzern befindet sich aktuell


in fortgeschrittenen Gesprächen mit regionalen Handwerksfirmen, um die


Fertigstellung der beauftragten Häuser zu gewährleisten und die Bauarbeiten


in allen betroffenen Projekten kurzfristig fortzusetzen.



Bei dem insolventen Subunternehmen handelt es sich u.E. um die in Rheine


(NRW) ansässige Natura Holzbau GmbH, die am 29. September unter vorläufige


Insolvenzverwaltung gestellt wurde. Der Betrieb für hochwertige


Holzfertigungen und schlüsselfertige Blockhäuser beschäftigt rund 75


Mitarbeiter und dürfte für HELMA u.a. im Ostseeressort Olpenitz und dem


Nordseeressort Tossens gebaut haben. Grund für die Insolvenz von Natura


Holzbau sind laut Insolvenz-Portal hohe Rohstoffpreise und Verzögerungen


bei der Materialbeschaffung. Nach Insolvenzanmeldung wurden die Aufträge


von HELMA gekündigt. Wir gehen davon aus, dass dabei auch mangelhafte


Bauausführungen oder andere Qualitätsprobleme eine Rolle spielten, was u.E.


Garantieforderungen von Kunden nach sich ziehen könnte.



Folgen für die Umsatzprognosen erscheinen überschaubar: Per 30.06. wies


HELMA nach dem Niederstwertprinzip bilanzierte Grundstücke von 238,6 Mio.


Euro aus, die im Durchschnitt vor vier Jahren erworben wurden und trotz der


derzeitigen Krise in der Bauwirtschaft weiter erhebliche stille Reserven


beinhalten dürften. Auf die HELMA Ferienimmobilien entfielen Grundstücke


für 1.375 Wohneinheiten mit einem laut HELMA potenziellen Erlösvolumen


i.H.v. 605,9 Mio. Euro über die kommenden sechs Jahre. Insgesamt verfügte


der Konzern zum Stichtag über ein Vorratsvermögen für 3.980 Einheiten mit


einem Umsatzpotenzial von 2,1 Mrd. Euro. Dabei weist der übrige Teil des


Bauträgergeschäfts (exkl. HELMA Ferienimmobilien) selbst mit einem


Sicherheitsabschlag von 20% ein Erlöspotenzial von 1,18 Mrd. Euro auf.


Hinzu kommt ein erwarteter Beitrag von mehr als 100 Mio. Euro p.a. aus dem


Baudienstleistungsgeschäft.



Nachfolge im Vorstand angetreten: Zum 1. November 2022 hat Frau Andrea


Sander den Vorsitz des Vorstands übernommen. Sie ist bei HELMA zuständig


für die Bereiche Personal, Recht, Unternehmensentwicklung,


Öffentlichkeitsarbeit und Compliance. Zudem ist die neue Vorständin mit der


Führung der HELMA Ferienimmobilien betraut. Neben der Weiterentwicklung des


Kerngeschäfts soll Frau Sander "konsequent die ESG-Kriterien in der


Strategie der HELMA-Gruppe verankern". Sie war in früheren Positionen bei


internationalen Großkonzernen verantwortlich für die Bereiche Audit,


Governance, Risk und Compliance und verfügt über umfangreiche Erfahrungen


aus Projekten rund um Organisationsentwicklungen, Prozessoptimierungen und


Change-Management.



Mittelfristige Prognosen deutlich gesenkt: Die Expertise der neuen


Vorständin und die abrupte Abberufung des bisherigen CEOs sprechen u.E.


dafür, dass die Hintergründe der Verwerfungen zwischen Vorstand und


Aufsichtsrat über die operativen Folgen der Insolvenz des Subunternehmers


hinausgehen dürften. So wurde der Vertrag von Herrn Janssen noch im Juli


2021 vorzeitig bis 2027 verlängert. Aufgrund der nach wie vor unklaren


Gemengelage rund um den Vorstandswechsel und die Insolvenz des


Subunternehmens hat sich die Prognosegenauigkeit in der kurzen Frist u.E.


deutlich eingetrübt. Unsere Prognosen stehen somit unter der Prämisse, dass


sich das Risiko für nicht weiterreichbare Gewährleistungsansprüche ggü.


HELMA oder andere wesentliche Kostenbelastungen bzw. Abschreibungen nicht


materialisiert und keine weiteren Missstände ans Licht kommen.



Allerdings könnten sich etwaige Baumängel zumindest negativ auf die


Reputation HELMAs auswirken und die u.E. ohnehin konjunkturfühlige


Nachfrage nach (Ferien-)Immobilien zusätzlich belasten. Hinzu kommt, dass


sich die Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft weiter verschlechtert


haben. So fiel der ifo-Index für das Bauhauptgewerbe im Oktober mit -24,0


Pkt. (-2,1 Pkt. mom) auf den niedrigsten Stand seit Januar 2016. Zugleich


zogen die Bauzinsen weiter an und lagen bei 10-jähriger Sollzinsbindung


zuletzt bei rund 4,0% (Quelle: Interhyp).



Vor diesem Hintergrund erwarten wir den Auftragseingang HELMAs im laufenden


Jahr unterhalb der aktuellen Zielbandbreite von 350 bis 360 Mio. Euro (H1:


197,4 Mio. Euro), was für H2 einen Rückgang von mehr als 40% yoy


impliziert. Demzufolge passen wir auch unsere Umsatzplanung für die


nächsten Jahre erneut an. Für 2023 rechnen wir jeweils mit einem moderaten


Umsatzrückgang in den Bereichen Eigenheimbau und Wohnungsbau sowie nur


geringen Erholungs- bzw. Verschiebungseffekten im Bereich Ferienimmobilien,


was in Summe für 2023 einen nochmaligen Rückgang des Konzernumsatzes


bedeuten dürfte (MONe: -3,0% yoy). Ergebnisseitig positionieren wir uns


infolge der geringeren Top-Line nun ebenfalls deutlich konservativer und


reduzieren unsere mittelfristige EBIT-Margenerwartung 2022-28e um 90 BP


sowie die Terminal Value-Marge um 50 BP.



Fazit: Aufgrund des Kurssturzes wird die HELMA-Aktie lediglich mit einem


KBV 2023e von 0,50x bewertet (5Y-: 1,36x). Wesentliche Teile des Konzerns


sind u.E. von den Problemen rund um den Subunternehmer nicht unmittelbar


betroffen und dürften weiterhin profitabel wirtschaften. Allerdings zeigt


sich das Marktumfeld aktuell deutlich eingetrübt und die finanziellen


Risiken rund um die Insolvenz des Subunternehmers und den Vorstandswechsel


sind für uns bislang nicht abschließend einzuschätzen. Infolge der


Prognoseanpassung reduzieren wir das Kursziel auf 35,00 Euro (zuvor: 59,00


Euro) und stufen die Aktie angesichts der herrschenden Unsicherheit trotz


des Upside-Potenzials auf "Halten" ab.





+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss


bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS /


HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++



Über Montega:



Die Montega AG ist eines der führenden bankenunabhängigen Researchhäuser


mit klarem Fokus auf den deutschen Mittelstand. Das Coverage-Universum


umfasst Titel aus dem MDAX, TecDAX, SDAX sowie ausgewählte Nebenwerte und


wird durch erfolgreiches Stock-Picking stetig erweitert. Montega versteht


sich als ausgelagerter Researchanbieter für institutionelle Investoren und


fokussiert sich auf die Erstellung von Research-Publikationen sowie die


Veranstaltung von Roadshows, Fieldtrips und Konferenzen. Zu den Kunden


zählen langfristig orientierte Value-Investoren, Vermögensverwalter und


Family Offices primär aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg. Die


Analysten von Montega zeichnen sich dabei durch exzellente Kontakte zum


Top-Management, profunde Marktkenntnisse und langjährige Erfahrung in der


Analyse von deutschen Small- und MidCap-Unternehmen aus.



Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:


http://www.more-ir.de/d/25831.pdf



Kontakt für Rückfragen


Montega AG - Equity Research


Tel.: +49 (0)40 41111 37-80


Web: www.montega.de


E-Mail: research@montega.de


LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/montega-ag



-------------------übermittelt durch die EQS Group AG.-------------------




Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.


Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung


oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.



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