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ROUNDUP: Chemie- und Pharmabranche plant keine höheren Forschungsausgaben


17.08.22 13:28
dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutsche Chemie- und Pharmabranche wird aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage nicht mehr Geld in Forschung und Entwicklung stecken.

"Große Sorgen bereitet unseren Mitgliedsunternehmen vor allem das sich rapide verschlechternde wirtschaftliche Umfeld", sagte Thomas Wessel, VCI-Vorsitzender des Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung, am Mittwoch in Frankfurt. Gleichzeitig würden die Unsicherheiten wie die Corona-Pandemie, Probleme in den Lieferketten, hohe Energiepreise und ein drohender Gasmangel zunehmen. Die Kostenbelastung der Unternehmen steige massiv. Deutschland büße weiter an Attraktivität ein. 2022 dürften die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung nicht ausgeweitet werden.



Im vergangenen Jahr gaben die Unternehmen aus der Branche 13,2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus. Die Unternehmen hätten zwar verschobene Projekte nachgeholt, das Niveau des Jahres 2019 sei aber noch nicht erreicht worden, teilte der Verband mit. Der Druck auf die Innovationsausgaben steige weiter und die Hoffnung auf eine weitere Erholung sei verflogen.



"Anfang dieses Jahres waren wir noch zuversichtlich, dass wir die Krise hinter uns gelassen und 2022 auf den alten Wachstumspfad für Forschung einschwenken können", sagte Wessel. Doch der Überfall Russlands auf die Ukraine habe diese Hoffnung schwinden lassen. Zudem habe sich die Wettbewerbssituation der Branche weiter verschlechtert. Während von der Corona-Pandemie die komplette Branche weltweit betroffen gewesen sei, seien die Folgen des Krieges hingegen vor allem für Unternehmen aus Deutschland und Europa spürbar.



Um eine Abwanderung der Forschungstätigkeit aufgrund schlechter Standortbedingungen zu verhindern, müssten sich die Bedingungen für Forschung und Innovation am heimischen Standort verbessern, sagte Wessel. So müsse sich der Staat mehr an der Finanzierung von Forschungsvorhaben beteiligen. "Denn es gibt kapitalintensive und risikoreiche Forschungsprojekte, die die Möglichkeiten einzelner Unternehmen übersteigen", erläuterte Wessel. Dazu zählten etwa Energie- und Wasserstoffforschung. Seit vielen Jahren würden über zwei Drittel der Forschungskosten von den Unternehmen getragen.



Kritisch bewertet Wessel auch schleppende Genehmigungsprozesse. "Jede dritte Firma aus der Branche sieht in den "Genehmigungsverfahren für ihre Forschungsprojekte einen Bremsklotz", sagte er. Um zukunftsträchtige Wertschöpfung am Industriestandort Deutschland zu ermöglichen, müssten die Unternehmen ihre Forschungsprojekte jedoch zügig in innovationsreife Produktion umsetzen können. Schließlich wolle die Branche klimaneutral und gleichzeitig unabhängig von russischem Gas werden./mne/ngu/mis







 
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