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So, 26. April 2026, 19:26 Uhr

Angst vor Leitzinserhöhung


21.06.04 08:59
iWatch

Die frohe Kunde der vielen neu geschaffenen Arbeitsplätze ging nahtlos in eine Angst vor den anstehenden Leitzinsanhebungen über, berichten die Experten von "iWatch" in ihrem Rückblick.

Bis zum 30 Juni seien es nur noch zwei Wochen. Die Ereignisse würden sich zuspitzen, Marktreaktionen des einen Tages würden am folgenden Tag wieder negiert.

So sei der Ölpreis in der Vorwoche deutlich gefallen, in dieser Woche sei der Preis für das Fass Crude Oil wieder leicht angestiegen. Mit 39 US-Dollar notiere das Öl nun deutlich unter den Höchstpreisen von 42 US-Dollar, jedoch noch immer deutlich über dem offiziell von der OPEC angestrebten Preis von 30 bis 34 US-Dollar. Nachdem die USA bekannt gegeben hätten, dass ihre Ölreserven nun erst einmal ausreichend aufgefüllt seien, sei in den nächsten Monaten nicht mit weiterem Druck von der Nachfrageseite zu rechnen. Gepaart mit der saisonal bedingten schwächeren Nachfrage in den Sommermonaten habe Präsident Bush also seinen Teil der Hausaufgaben gemacht. Die Nachfrage sollte zurückgehen.

Auch die Chinesen, die in diesem Jahr Japan als zweitgrößten Ölimporteur der Welt abgelöst hätten, seien aktiv dabei, das Wirtschaftswachstum, und damit die Nachfrage nach Öl, zu bremsen.

Auf der Angebotsseite habe die OPEC zugesagt, die Fördermenge zu erhöhen - und das, obwohl nach eigener Aussage bereits mehr gefördert als nachgefragt werde. Also sollte von der Angebotsseite bald eine Entspannung am Ölmarkt eintreten.

Die große Unbekannte würden die Hedgefonds bleiben. Trader, Spekulanten und wie sie alle hießen, die aktiv mit der Ölpreisentwicklung spekulieren würden, ohne jemals ein Fass geliefert bekommen zu wollen, hätten sich in den letzten Monaten auf steigende Ölpreise eingestellt. Nun, nachdem der erste Schub des Preisanstiegs vorüber sei, müssten sie ihre Positionen auflösen und Gewinne einstreichen. Allein dieser Prozess sollte schon für einen weiteren Preisrückgang sorgen.

Vorerst jedoch sei der Ölpreis wieder etwas angestiegen, entsprechend seien die Aktienkurse leicht zurückgegangen. Aber der Aktienmarkt scheine derzeit kaum jemanden zu interessieren: Das tägliche Handelsvolumen sei gering und die Meldungen, die Kurse bewegen würden, seien nicht Unternehmensmeldungen, sondern in erster Linie Meldungen über die Wirtschaft, die Rohstoffmärkte oder das Ausland.

Alan Greenspan sei in den vergangenen Tagen gleich mehrfach vor die Kameras getreten und habe jeweils angekündigt, entsprechende Zinsschritte durchzuführen, sollten inflationäre Tendenzen dies erfordern. Gleichzeitig habe er von einer guten wirtschaftlichen Erholung gesprochen.

Die Finanzmärkte hätten diese Worte als vertrauenserweckend interpretiert: Höhere Zinsen würden die Anlage in US-Dollar attraktiver machen. Der US-Dollar habe somit seinen Schwächeanfall der Vorwoche beenden können und habe sich bei 1,20 stabilisiert.

Entsprechend der gewonnenen Zuversicht für den US-Dollar hätten auch Staatsanleihen ein wenig zugelegt. Die Rendite sei leicht zurückgefallen.

Am 30. Juni finde eine Vielzahl an Ereignissen statt: Die Amerikaner würden die Macht über den Irak an die Iraker zurückgeben. Die US-Notenbank FED entscheide über eine eventuelle Leitzinsanhebung. Der Aktienindex Russell werde neu sortiert und das erste Halbjahr ende. Jedes dieser Ereignisse könnte einen Einfluss auf die Börsenentwicklung haben. Alle zusammen, geballt an einem Tag, würden sicherlich für einige Turbulenzen sorgen.

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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