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Sa, 25. April 2026, 1:30 Uhr

Australien nach Anpassung an Rohstoffpreisboom


15.10.12 16:43
Liechtensteinische LB

Vaduz (www.aktiencheck.de) - Der Australische Dollar (AUD) hat von den steigenden Rohstoffpreisen profitiert, so die Analysten der Liechtensteinischen Landesbank.

Inzwischen seien die Produktionskapazitäten weitgehend an den höheren Bedarf angepasst worden. Gleichzeitig zeichne sich bei der Nachfrage nach Rohstoffen eine Abflachung der Dynamik ab. Diese Konstellation sei nicht günstig für die Währung.

Die gute Entwicklung der australischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren sei eng verbunden mit dem Investitionsboom in China. Der höhere Rohstoffbedarf habe zu steigenden Preisen geführt und Australien Einkommensgewinne aus dem Anstieg der Terms of Trade beschert. Australien als einer der wichtigsten Rohstoffexporteure verfüge insbesondere bei Eisenerz, Bauxit, Kupfer und Kohle über große Reserven. Die nominelle Aufwertung der Währung und überdurchschnittlich hohe Lohnzuwächse im Bergbau hätten Arbeit und Kapital in den Rohstoffsektor gelenkt. Das sei vor allem zulasten jener Wirtschaftsbereiche gegangen, die dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt seien, aber keine Rohstoffe exportieren würden. Die binnenorientierten Branchen hätten vom Einkommenseffekt profitiert. Inzwischen dürften die Produktionskapazitäten jedoch weitgehend an den höheren Rohstoffbedarf angepasst worden sein.

Die Nachfrage nach Stahl und Energie werde in den kommenden Jahrzehnten durch die voranschreitende Verstädterung in Asien und die nötigen Bauinvestitionen hoch bleiben. Die UNO beispielsweise schätze, dass in China die städtische Bevölkerung bis 2030 um mehr als 300 Mio. Menschen zunehmen werde. Dieser säkulare Trend werde allerdings durch zyklische Faktoren überlagert und die würden darauf hindeuten, dass sich die Dynamik der Nachfrage nach Rohstoffen in den kommenden Quartalen abschwächen werde. Mittelfristig drohe somit eine Verschlechterung der australischen Terms of Trade. Die damit verbundenen Währungsrisiken würden durch den Umstand vergrößert, dass die australische Währung gegenüber dem USD inzwischen deutlich überbewertet sei.

Die Reserve Bank of Australia habe Anfang Oktober den Referenzzins auf 3,25% reduziert. Solange sich die Konjunkturperspektiven in China nicht aufhellen würden, sei ein weiterer Zinsabbau nicht auszuschließen. In der inversen Zinsstruktur sei dieses Szenario schon eskomptiert. Deshalb seien die Kursgewinnchancen bei australischen Staatsanleihen begrenzt. Eine Übergewichtung des australischen Bondmarktes in einem globalen Portfolio sei somit nicht mehr gerechtfertigt. Die Währung profitiere zurzeit noch vom vergleichsweise hohen Zinsniveau.

Die Hoffnung, dass die globale monetäre Stimulierung wirke, könnte den Australischen Dollar noch einmal in Richtung der alten Höchststände von USD 1,08 bis USD 1,10 treiben. Nachhaltig dürfte dieses Niveau aber nicht übertroffen werden. Die sich abzeichnende Verschlechterung der Terms of Trade erhöhe grundsätzlich das Risiko für Kursrückschläge. Neuanlagen seien erst nach einer Korrektur auf USD 0,90 bis USD 0,95 überlegenswert. (Ausgabe Oktober/November 2012) (15.10.2012/ac/a/m)