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Mo, 20. April 2026, 14:38 Uhr

CMGI übertrifft Analystenerwartungen


25.09.00 00:00
Investorsgate

Am Donnerstag habe die Internetbeteiligungsgesellschaft CMGI (WKN 898138) nachbörslich einen Verlust von $633.7 Mio. oder $2.17 pro Aktie gemeldet, verglichen mit einem Gewinn von $452.7 Mio. oder $2.12 pro Aktie im entsprechenden Quartal des Vorjahres.

Diese Vorjahresergebnisse seien allerdings die besten, die CMGI je erzielt habe und beruhten hauptsächlich ($744 Mio.) auf dem Verkauf seiner Anteile an GeoCities an Yahoo! Die Umsätze von CMGI seien im abgelaufenen Quartal um 62% auf $377 Mio. gestiegen, im Vergleich zum Vorquartal und im Vergleich zum Vorjahr hätten sie sich mehr als versechsfacht. Während der Ergebnisbekanntgabe habe CMGI-Chef David Wetherell außerdem mitgeteilt, dass das Unternehmen plane, neben der Reduzierung seiner Mehrheitsbeteiligungen an derzeit 17 Unternehmen auf demnächst 6, auch Anteile an iCast und dem Personalisierungsdienst MyWay an strategische Partner zu verkaufen.

Seit dem 1. Quartal 1999 seien die Verluste bei CMGI sukzessive angestiegen. Seien es damals noch 88 Cents Verlust je Aktie gewesen, sei dieser im 2. Quartal auf $1,28 angestiegen und dann im 3. Quartal auf $1,60 geklettert.

CMGI zähle zu bekanntesten Beteiligungsgesellschaften, die in junge Internet-Start-Ups investierten: Aus dem Unternehmensnetz von CMGI seien schon eine Reihe von Unternehmen an die Börse gegangen. Dazu gehören z.B. Ventro, Lycos, NaviSite, Silknet und Critical Path. Seit dem Ostercrash an der Nasdaq sei der Markt für Neuemissionen allerdings stark ausgetrocknet, seitdem es kaum möglich gewesen sei, erfolgreich neue Interunternehmen an der Börse zu platzieren.

Vertrauen am Markt müsse sich CMGI aber erst noch verdienen. Die Ankündigungen selbst reichten noch nicht aus, um die Aktie wieder nach oben zu treiben, wie sich Anfang September gezeigt habe. Konkret heiße das: CMGI müsse Zahlen sprechen lassen und sich von Quartal zu Quartal aus der finanziellen Misere befreien. Vollmundige Versprechungen reichten der skeptisch gewordenen Internetanlegergemeinde nicht mehr aus, was mittlerweile zähle, seien die nackten Zahlen. Vor diesem Hintergrund sei die Reorganisation von CMGI zu begrüßen, weil sie “den Weg in Richtung Profitabilität besser beleuchtet”.

Kurzfristig könnte eine Kurserholung weiter auf sich warten lassen. Sobald jedoch die Umstrukturierung beginne Früchte zu tragen, könnte es auch mit dem
Kurs wieder aufwärts gehen. Kurzfristige “trades” seien jedoch als besonders riskant zu beurteilen. Langfristig sehe die Lage freundlicher aus. CMGI habe die Weichen gestellt, das Unternehmen so schnell wie möglich in die Gewinnzone zu führen. Dieses Ziel sei nicht von heute auf morgen erreichbar, geduldige Anleger könnten jedoch, sobald dieses Ziel in unmittelbare Sichtweite komme, mit Kursgewinnen belohnt werden.