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IPG INV.PART.GRP WPBK

WKN: 505030 / ISIN: DE0005050306

Gebhard & Co. einen Bogen machen


13.10.08 10:49
SdK AktionärsNews

München (aktiencheck.de AG) - Schlecht war die Stimmung auf der Hauptversammlung der Gebhard & Co. Wertpapierhandelsbank AG (ISIN DE0005050306 / WKN 505030), berichten die Experten von "SdK AktionärsNews".

Das verwundere nicht: Seit vielen Jahren befinde sich die Investmentbank in der Restrukturierung, ohne dass dies die Ergebnissituation verbessert hätte. Der veränderte Vorstand habe nun wieder ein neues Konzept präsentiert, und um die Neuausrichtung auch nach außen zu demonstrieren, habe die Hauptversammlung die Umfirmierung in "IPG Investment Partners Group AG" beschlossen. Ob die gefassten Beschlüsse tatsächlich umgesetzt werden können, sei aber keineswegs sicher.

Durch sein überhebliches und uneinsichtiges Verhalten habe der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Nickolaus Becker ausreichend Anfechtungsgründe produziert. Ohne jeden Grund habe er gegenüber den angeblich anwesenden Unruhestiftern erklärt, dass er gegebenenfalls Redebeiträge unterbinden und die betreffenden Personen des Saales verweisen würde, was von Anfang an für eine gereizte Stimmung gesorgt habe. Das Fass zum Überlaufen habe jedoch gebracht, dass er um 14 Uhr überraschend und völlig willkürlich die Debatte geschlossen habe, obwohl noch Wortmeldungen vorgelegen hätten und viele Fragen nicht beantwortet worden seien.

Dabei sei doch zu erwarten gewesen, dass die Versammlung nicht allzu harmonisch verlaufe. Schließlich sei das Unternehmen im Geschäftsjahr 2007 mit einem Konzernergebnis von -0,8 (1,1) Mio. Euro wieder in die Verlustzone gerutscht. Wie ein Aktionär vorgerechnet habe, habe die Gebhardbank mit Ausnahme des Vorjahres seit 2001 praktisch nur Verluste geschrieben und das Eigenkapital in dieser Zeit von 13,7 Mio. Euro auf 3,9 Mio. Euro eingedampft.

Ein Blick in die Gewinn und Verlustrechnung zeige das Problem: Obwohl das Provisionsergebnis in dem sich eintrübenden Börsenumfeld des vergangenen Jahres um 21% auf 1,8 Mio. Euro geschrumpft sei, hätten sich die Verwaltungsaufwendungen um 19% auf 3,3 Mio. Euro erhöht - so lasse sich natürlich kein Geld verdienen. Alle Geschäftsbereiche hätten Verluste geschrieben und der vor einigen Jahren mit großen Erwartungen gestartete "Falkenfonds" sei wegen Erfolglosigkeit eingestellt worden.

Die Wende solle nun die Fokussierung der Gruppe auf die Bereiche Asset Management und Private Banking, also auf den Wachstumsmarkt Unabhängige Vermögensverwaltung, bringen. In diesem Zusammenhang habe der Vorstand rückwirkend zum 01. August den Bereich Investment Banking über einen Kooperationsvertrag an die VEM Aktienbank ausgegliedert und die 46,7%ige Beteiligung an der Gebhard Real Estate AG zum 30. August an deren Großaktionär verkauft.

Erworben worden sei dagegen mit Wirkung zum 01. Januar 2008 die FondsConsult Asset Management AG (FCAM), mit der die verwalteten Assets verdoppelt und die Marktposition in diesem Geschäft deutlich ausgebaut worden sei. Übernommen worden sei die inzwischen in IPG Investment Partners AG umbenannte Gesellschaft im Wege der Sacheinlage über die Ausgabe von 359.998 neuen Aktien, womit sich das Grundkapital der Gebhardbank auf 3,96 Mio. Euro erhöht habe.

Ab dem kommenden Jahr wolle der Vorstand mit dem neuen Konzept durchstarten. 2008 werde ein "Jahr des Übergangs" werden, in dem noch einmal ein Verlust anfallen werde. Dass für die ersten sechs Monate bereits ein Fehlbetrag von 0,65 Mio. Euro in den Büchern stehe, lasse nichts Gutes erwarten. Zudem sei unsicher, ob die gefassten Beschlüsse, darunter durchaus weitreichende Punkte wie die Zustimmung zur Aufgabe Bankaufsichtsrechtlicher Genehmigungen, der Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags mit der FCAM und die Umfirmierung in "IPG Investment Partners Group", angesichts der Kapriolen des Versammlungsleiters überhaupt umgesetzt werden könnten.

Diese Unsicherheit und die immer noch andauernde Verlustsituation sollten Argument genug sein, um um die Gebhard & Co.-Aktie auch nach dem dramatischen Kursverfall der letzten Monate einen Bogen zu machen, so die Experten von "SdK AktionärsNews". (Ausgabe 175 vom 10.10.2008) (13.10.2008/ac/a/nw)




 
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