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So, 26. April 2026, 16:24 Uhr

Gold Turnaround?


30.05.01 00:00
Münchner Börsenbrief

Wie die Analysten des "Münchner Börsenbrief" berichten, explodierte der Goldpreis vor einigen Tagen geradezu und erreichte Kurse um die 290 Dollar je Feinunze.

Für diese schnelle Bewegung hätten sich in erster Linie Short-Eindeckungen abgehedgter Positionen verantwortlich gezeigt. Dies bedeute, dass Spekulanten, die auf einen weiter fallenden Goldpreis gesetzt und somit leerverkauft hätten, hätten am Markt massiv gekauft, um ihre Positionen zu schließen. Das deute auf die Überzeugung hin, dass ein weiterer Verfall des Goldpreises vorerst nicht vom Markt erwartet werde.

Nach Analysten-Meinung würde es ein Schnellschluss sein, die Wende aus der aktuellen Entwicklung herauszulesen. In den letzen Jahren hätten sich schon mehrfach Ausbruchsversuche als wenig nachhaltige Fehlsignale herausgestellt. Die Notierungen seien in der Regel schon nach wenigen Tagen wieder klar abgerutscht.

Im aktuellen Szenario kämen jedoch einige Faktoren hinzu, die für den Goldpreis positive Nachrichten darstellen würden: Das stark gesunkene Zinsniveau in den USA und die in diesem Zusammenhang aufkeimenden Inflationsängste hätten schon über die letzten Monate zu einer kontinuierlichen rückläufigen Goldleihe geführt. In der Regel sei geliehenes Gold umgehend verkauft worden, um das Geld in lukrativere Staatsanleihen zu investieren und zur Fälligkeit der Leihe bei einem gefallenen Goldpreis billiger zurückzukaufen.

Die jüngsten Tiefstände des Goldpreises würden einen weiteren Pluspunkt darstellen, so die Analysten des Börsenbriefes. Diese hätten im Bereich um 255 Dollar pro Feinunze knapp oberhalb der Tiefstände aus August des Jahres 1999 gelegen. Hier liege eine starke Unterstützung, die kaum zu durchbrechen sein dürfte. Allein die Tatsache, dass sich die Goldproduktion für diverse Minengesellschaften unterhalb diese Marke nicht mehr lohnen würde, und ein Produktionsstop der angesprochenen Kandidaten zu einem verringerten Angebot führen würde, habe den Goldpreis hier abprallen lassen. Somit stelle dies einen stabilen Boden dar.

Die Vorwärtsverkäufe der Produzenten hätten über das vergangene Jahr stark abgenommen. Außerdem sei die Produktion nur schwach gesteigert worden. Das Gesamtangebot an Gold sei um 11% zurückgegangen, während sich die Gesamtnachfrage nach Gold nur wenig verändert habe und somit über dem Angebot gelegen habe.

Den Experten des "Münchner Börsenbrief" zufolge verbessert sich das Szenario für Investoren in Goldaktien zusehends. Die gefundene Basis zwischen 250 und 260 Dollar je Feinunze sei stabil genug für einen möglichen Turnaround im Goldpreis. Allerdings seien die Zeiträume, in denen man hier denken müsse, weiter zu stecken als man es beispielsweise von High-Tech-Aktien gewohnt sei. Daher solle man bei Goldinvestments also weiterhin in Jahren denken. Ein steiles Fortsetzen des explosionsartigen Preissprungs im Gold sei nicht zu erwarten.

Die "Experten des "Münchner Börsenbrief" rechnen damit, dass sich ein nächstes Basisniveau oberhalb der 280 Dollar ausbildet und von dort aus weiter steigen kann.





 
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