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Di, 27. September 2022, 22:25 Uhr

IPC ARCHTEC AG I.A.O.N.

WKN: 525280 / ISIN: DE0005252803

IPC Archtec nicht kaufen


16.07.04 16:47
SdK AktionärsNews

Obwohl sowohl der Buchwert als auch der Kassenbestand bei der IPC Archtec AG deutlich über dem aktuellen Aktienkurs liegen, sollte von einem Engagement Abstand genommen werden, raten die Experten von "SdK AktionärsNews".

Eine Hauptversammlung der besonders abschreckenden Art hätten die Verantwortlichen der IPC Archtec AG ihren etwa 50 anwesenden Aktionären am 02. Juli in Niederaichbach geboten, der tiefsten niederbayrischen Provinz.

Wie der Firmengründer und Vorstandsvorsitzende Hermann Krassler erläutert habe, sei das ursprüngliche Geschäftsmodell von IPC Archtec - der Vertrieb von Computern und Computerteilen über Großmärkte - gescheitert.

Da die Gesellschaft noch über Mittel von über 10 Mio. Euro verfüge und somit genügend Geld für einen operativen Neuanfang in einem anderen zukunftsträchtigen Markt zur Verfügung stehe, sollte die Hauptversammlung der vorgeschlagenen Satzungsänderung hinsichtlich des Unternehmensgegenstandes zustimmen. Es sei vorgeschlagen worden, die Satzung um folgenden Unternehmenszweck zu ergänzen: "Die Planung, die Errichtung, der Erwerb, das Betreiben und die Veräußerung von Anlagen zur Stromversorgung durch erneuerbare Energien einschließlich der in diesem Zusammenhang zu erbringenden Dienstleistungen.“

Nachdem Krassler seinen Vortrag beendet habe, sei eine spannende Diskussion entstanden, die sich zunächst mit der Vergangenheit der Gesellschaft auseinander gesetzt habe. So sei auf Nachfrage bekannt gegeben worden, dass die vor einigen Jahren lastwagenweise verschwundenen Computerteile mit Hilfe eines Versicherungsdetektivs zum Teil hätten wiedergefunden werden können, und zwar auf dem Hof der österreichischen Dependance von IPC Archtec - ein Sachverhalt, der die Staatsanwaltschaft aufhorchen lassen sollte.

Warum der Aufsichtsrat trotz dieses Themas und trotz des operativen Scheiterns Krasslers weiter an diesem festhalte, könne nur dadurch erklärt werden, dass es sich beim Aufsichtsrat um "gute Freunde“ handele; zumindest sei dieser Eindruck auf der Hauptversammlung entstanden. Der Versammlungsleiter Sultanow sei gleichzeitig der persönliche Steuerberater Krasslers, neben ihm befänden sich noch ein Steuerberatergehilfe und ein "praktizierender Rechtsanwalt“ im Gremium - beste Voraussetzungen also, um im neuen Bereich der regenerativen Energien fachliche Kompetenz zu erlangen.

Gerade diese fachliche Kompetenz wäre jedoch nötig, um für IPC Archtec noch eine Chance zu erhoffen. Krasslers Zukunftsaussagen jedenfalls seien nicht dazu angetan, auf eine erfolgreiche Chance setzen zu können. Das neue Geschäftsmodell "regenerative Energien“ sei deshalb gewählt worden, da ja noch Geld in der Kasse des Unternehmens sei und man ja "irgendetwas versuchen“ müsse. Außerdem habe Krassler in diesem Bereich "in den vergangenen Jahren viel Geld verdient“, dann müsse das auch für die Gesellschaft möglich sein.

Ein konkretes Projekt hätte bereits durchgeführt werden können: Die Zwischenfinanzierung eines Windparks im slowakischen Bratislava. Mit diesem "todsicheren Geschäft“ wären der IPC Archtec kurzfristig etwa 60.000 Euro an Zinsen zugeflossen; der Aufsichtsrat habe dem Geschäft aber nicht zugestimmt, da er zum einen keine Unterlagen habe prüfen können und zum anderen diese Finanzierung über eine Finanzierungsgesellschaft hätte laufen sollen, an der Krassler beteiligt sei. Um zukünftig derartige Widrigkeiten zu vermeiden und den "Milliardenmarkt“ der regenerativen Energien zu bearbeiten, werde die Satzung jetzt eben erweitert. Bereits 2004 solle dieser Bereich dann einen Umsatzbeitrag von 1 Mio. Euro erwirtschaften.

Krassler habe sich über eine ihm zu 100% zuzurechnende Tochtergesellschaft inzwischen etwa 60% der IPC Archtec-Aktien gesichert. Bei der Vorstandsentlastung habe diese Gesellschaft zunächst mitgestimmt und für eine vermeintlich "sichere Sache“ gesorgt. Erst die Nachfrage eines Aktionärs, inwieweit diese "Selbstentlastung“ Krasslers überhaupt rechtmäßig sei, habe das "Kompetenzteam“ Aufsichtsrat, Notar und Vorstand veranlasst, eine längere Pause zur Überprüfung des Sachverhalts einzuleiten. In der korrigierten Abstimmung habe sich dann eine Nichtentlastung des Vorstandes ergeben. Auf Grund der Mehrheitsverhältnisse seien jedoch alle anderen Punkte, insbesondere die Satzungsänderung, angenommen worden.

Obwohl sowohl der Buchwert als auch der Kassenbestand bei der IPC Archtec deutlich über dem aktuellen Aktienkurs liegen, sollte von einem Engagement Abstand genommen werden, empfehlen die Experten von "SdK AktionärsNews". Die Experten würden davon ausgehen, dass die Gesellschaft - auf Grund der offensichtlichen Inkompetenz des Alleinvorstands Krassler und seines Aufsichtsrats - früher oder später ganz an die Wand gefahren werde.





 
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