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Mi, 5. Mai 2021, 23:42 Uhr

Irland bekommt Zwangsrettung


03.12.10 13:11
WIN-Guide

Münster (aktiencheck.de AG) - Die Märkte benötigten dringend einen Anlass für die überfällige Konsolidierung - und fanden diesen etwas überraschend in einer Neuauflage der Euro-Krise, so die Experten vom Börsenbrief "WIN-Guide".

Nachdem im Jahresverlauf immer deutlicher geworden sei, dass die PIIGS (die kriselnde Ländergruppe Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien) die Konsolidierungsziele in ihren Staatshaushalten in 2010 überwiegend verfehlen würden, hätten die Risikoaufschläge auf deren Staatsanleihen im Herbst kontinuierlich zugenommen.

Besonders gefährdet schien nun Irland, dessen Großbanken mit gigantischen Bilanzlöchern nach dem Platzen der dortigen Immobilienblase zu kämpfen haben und nur vom Staat sowie der EZB am Leben erhalten werden, so die Experten vom Börsenbrief "WIN-Guide". Das reiße gigantische Löcher in den Staatshaushalt, dessen Defizit sich im laufenden Jahr auf mehr als 30 Prozent des BIP belaufen werde (zur Erinnerung: Die Maastricht-Grenze für die Euro-Aufnahme liege bei 3 Prozent).

Diese Entwicklung hätten nicht nur die Investoren, sondern auch die Politiker von Festland-Europa mit wachsender Besorgnis gesehen. Befürchtet worden sei ein kompletter Vertrauensverlust in die Euro-Peripheriestaaten, sollte sich die Krise in Irland weiter verschärfen. Obwohl auf der Insel bis ins nächste Jahr hinein gar keine Anleihenemissionen angestanden hätten, sei das Land daher in den Euro-Rettungsfonds gedrängt worden.

Danach habe sich die Lage aber zunächst nicht beruhigt, stattdessen seien weiteren Kandidaten gehandelt worden, die den Rettungsring brauchen würden. Dass darunter auch Frankreich genannt worden sei, zeige, dass die Angst mal wieder stark irrationale Züge angenommen habe und das Thema als Verkaufsargument zunächst einmal ausgereizt sein dürfte. (Ausgabe Dezember 2010) (03.12.2010/ac/a/m)