Marktsituation besser als der Ruf
03.12.02 10:55
Frankf. Finance Newsletter
Die Lage an den internationalen Aktienmärkten ist wesentlich besser als der derzeitige immer noch negative, ja katastrophale Ruf es vermuten lässt, berichten die Experten von "Frankfurter Finance Newsletter".
Zweifellos stecke die wirtschaftliche Gesamtkonstellation immer noch voller Unwägbarkeiten und sei keineswegs hoffnungsfroh. Die amerikanische Wirtschaftspolitik offenbare gewaltige Risiken wie Überschuldung, Einschneidungen im Privatisierungsbereich und protektionistische Aktivitäten. Die momentan recht günstigen Wachstumszahlen aus USA könnten sich immer noch als Eintagsfliegen herausstellen und der Double Dip Realität werden.
Die Probleme in Europa seien massiv, verkrustete Strukturen würden dafür sorgen, dass der "Alte Kontinent" weltwirtschaftlich auf absehbare Zeit immer noch am Band der amerikanischen Volkswirtschaft hängen werde und nicht eigenständig positive Impulse aussenden könne, in Südamerika würden Krisen im Devisensystem großen Ausmaßes drohen und Japan bleibe ein gefährlicher weltökonomischer Patient, von den osteuropäischen Instabilitäten mal ganz abgesehen. Die Börsen, und das sei saisonal bedingt, interessiere alles dies in der augenblicklichen Phase überhaupt nicht - sie würden antizipatorisch die optimistische Karte spielen und auf eine fulminante weltwirtschaftliche Erholung setzen.
Dies könnte in der Tat auch Realität werden, denn alle oben beschriebenen Probleme müssten nicht so eintreten, wie es Auguren befürchten würden. Anzeichen einer insgesamt positiven Wendung könne man auch überall vernehmen. Gäbe es nicht das gigantische Irakproblem, die Börsenwelt wäre bis März ausgesprochen sonnig. Nach den Experten-Einschätzung werde der Irakkrieg kommen - allerdings erst im Januar. Deshalb gebe man hier zwei Szenarien wieder, eines für den Dezember und zusätzlich einen kurzer Ausblick auf den Januar, damit der mittelfristig agierende Investor sich ein Bild von den Problemen machen könne, die auf ihn möglicherweise zukämen.
Man gehe davon aus, dass die Aktienmärkte ungeachtet einiger mit Sicherheit noch auftretenden schlechten Unternehmenszahlen bzw. schwachen makroökonomischen Daten nach oben ziehen würden. Die saisonale Phase spreche hierfür ebenso wie die aktuelle charttechnische Situation und die Tatsache, dass Fonds und Unternehmen noch gewaltigen Anlagebedarf bis Jahresende hätten. Als sehr wahrscheinlich nehme man an, dass der Dow bis auf 9.400 Punkte laufe, die Nasdaq die 1.700 sehen werde und der DAX die Marke von 3.800 Punkten teste.
Die Indizes hätten Bemerkenswerterweise eine große innere Stärke aufgebaut, besonders der Dow, der nach seinem temporären Absturz unter 7.500 bei 8.400 bis 8.800 einen stabilen Korridor aufgebaut habe und sich jetzt anschicke, die 9.400 Punkte endlich wieder ins Visier zu nehmen. Dort allerdings werde es dann zum Schwur kommen. Man halte es ausdrücklich aber nicht für ausgeschlossen, dass er den neuen Kanal aber zu durchschreiten beginne und in die Nähe der 10.000 Punkte kommen könne. Die Nasdaq sei ohnehin bis 1.700 charttechnisch auf Fahrt. Das erreichen der 2.000 bei Rallyebewegung sei durchaus vorstellbar. Für den DAX sehe man im günstigsten Fall bis Jahresende aber nur Spielraum auf 3.800 Punkte, was vor allem mit den schlechten internen Strukturen in Deutschland zu tun habe.
Man sehe im Falle eines Golfkrieges im Januar erhebliche Turbulenzen an den internationalen Märkten. Viele Marktteilnehmer würden von einem Abschlag um 20% in den Indizes bei Beginn eines Krieges ausgehen. Man glaube, dass dies eher zu niedrig bemessen ist. Ein explodierender Ölpreis (bis auf 40 Dollar) dürfte Einbrüche bis um 30% nach sich ziehen. Alte Widerstände bei 7.500 im Dow, 1.200 in der Nasdaq und 2.500 im DAX könnten wieder angetestet werden. Viel werde hierbei allerdings davon abhängen, wie hoch die Indizes bis dahin Ende Dezember gestiegen seien. Der bekannte JoJo Effekt an den Börsen könnte dann schon Mitte Januar einsetzen und eine heftige technische Gegenbewegung nach oben auslösen, wenn durch den Krieg nicht die weltwirtschaftlichen Koordinaten aus den Fugen geraten würden, was möglich sein könne. Dann jedoch werde man eine grundsätzliche Neubewertung vornehmen müssen. Dies sei aber eher unwahrscheinlich.
Für Dezember seien alle Weichen für eine Weihnachtsrallye gestellt. Ob diese moderat wie oben angedeutet oder heftiger ausfalle, werde dann im einzelnen von Detailfaktoren abhängen, die nur über die Intensität der Bewegung, nichts aber über deren Richtung aussagen würden. Bis Ende Dezember jedenfalls werde die traditionell gute Börsenphase, die bereits wirkungsvoll begonnen habe, mit größerer Dynamik an Fahrt gewinnen. Dann aber werde es im nächsten Monat schwierig.
Zweifellos stecke die wirtschaftliche Gesamtkonstellation immer noch voller Unwägbarkeiten und sei keineswegs hoffnungsfroh. Die amerikanische Wirtschaftspolitik offenbare gewaltige Risiken wie Überschuldung, Einschneidungen im Privatisierungsbereich und protektionistische Aktivitäten. Die momentan recht günstigen Wachstumszahlen aus USA könnten sich immer noch als Eintagsfliegen herausstellen und der Double Dip Realität werden.
Die Probleme in Europa seien massiv, verkrustete Strukturen würden dafür sorgen, dass der "Alte Kontinent" weltwirtschaftlich auf absehbare Zeit immer noch am Band der amerikanischen Volkswirtschaft hängen werde und nicht eigenständig positive Impulse aussenden könne, in Südamerika würden Krisen im Devisensystem großen Ausmaßes drohen und Japan bleibe ein gefährlicher weltökonomischer Patient, von den osteuropäischen Instabilitäten mal ganz abgesehen. Die Börsen, und das sei saisonal bedingt, interessiere alles dies in der augenblicklichen Phase überhaupt nicht - sie würden antizipatorisch die optimistische Karte spielen und auf eine fulminante weltwirtschaftliche Erholung setzen.
Man gehe davon aus, dass die Aktienmärkte ungeachtet einiger mit Sicherheit noch auftretenden schlechten Unternehmenszahlen bzw. schwachen makroökonomischen Daten nach oben ziehen würden. Die saisonale Phase spreche hierfür ebenso wie die aktuelle charttechnische Situation und die Tatsache, dass Fonds und Unternehmen noch gewaltigen Anlagebedarf bis Jahresende hätten. Als sehr wahrscheinlich nehme man an, dass der Dow bis auf 9.400 Punkte laufe, die Nasdaq die 1.700 sehen werde und der DAX die Marke von 3.800 Punkten teste.
Die Indizes hätten Bemerkenswerterweise eine große innere Stärke aufgebaut, besonders der Dow, der nach seinem temporären Absturz unter 7.500 bei 8.400 bis 8.800 einen stabilen Korridor aufgebaut habe und sich jetzt anschicke, die 9.400 Punkte endlich wieder ins Visier zu nehmen. Dort allerdings werde es dann zum Schwur kommen. Man halte es ausdrücklich aber nicht für ausgeschlossen, dass er den neuen Kanal aber zu durchschreiten beginne und in die Nähe der 10.000 Punkte kommen könne. Die Nasdaq sei ohnehin bis 1.700 charttechnisch auf Fahrt. Das erreichen der 2.000 bei Rallyebewegung sei durchaus vorstellbar. Für den DAX sehe man im günstigsten Fall bis Jahresende aber nur Spielraum auf 3.800 Punkte, was vor allem mit den schlechten internen Strukturen in Deutschland zu tun habe.
Man sehe im Falle eines Golfkrieges im Januar erhebliche Turbulenzen an den internationalen Märkten. Viele Marktteilnehmer würden von einem Abschlag um 20% in den Indizes bei Beginn eines Krieges ausgehen. Man glaube, dass dies eher zu niedrig bemessen ist. Ein explodierender Ölpreis (bis auf 40 Dollar) dürfte Einbrüche bis um 30% nach sich ziehen. Alte Widerstände bei 7.500 im Dow, 1.200 in der Nasdaq und 2.500 im DAX könnten wieder angetestet werden. Viel werde hierbei allerdings davon abhängen, wie hoch die Indizes bis dahin Ende Dezember gestiegen seien. Der bekannte JoJo Effekt an den Börsen könnte dann schon Mitte Januar einsetzen und eine heftige technische Gegenbewegung nach oben auslösen, wenn durch den Krieg nicht die weltwirtschaftlichen Koordinaten aus den Fugen geraten würden, was möglich sein könne. Dann jedoch werde man eine grundsätzliche Neubewertung vornehmen müssen. Dies sei aber eher unwahrscheinlich.
Für Dezember seien alle Weichen für eine Weihnachtsrallye gestellt. Ob diese moderat wie oben angedeutet oder heftiger ausfalle, werde dann im einzelnen von Detailfaktoren abhängen, die nur über die Intensität der Bewegung, nichts aber über deren Richtung aussagen würden. Bis Ende Dezember jedenfalls werde die traditionell gute Börsenphase, die bereits wirkungsvoll begonnen habe, mit größerer Dynamik an Fahrt gewinnen. Dann aber werde es im nächsten Monat schwierig.
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