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Sa, 18. April 2026, 1:01 Uhr

Banque Privee Edmond de Rothschild

WKN: 874347 / ISIN: CH0001347498

Rothschild halten


26.04.04 17:07
Share-Infos

Die Experten von "Share-Infos" empfehlen die Aktie der Banque Privée Edmond de Rothschild zu halten.

Als Börsendienstverleger bleibe man seinen Lesern nur ungern Informationen schuldig. Im Falle der Genfer Banque Privée Edmond de Rothschild könnte dies aber leider nicht vermieden werden. Obwohl die Gesellschaft bereits am 2. April ihre jährliche Bilanzpressekonferenz abgehalten habe, lägen per heute noch immer keine Angaben über eventuelle Aktienrückkäufe des Jahres 2003 vor. Genau zu diesem Thema hätten die Experten aber einen Bericht versprochen.

In ihren früheren Geschäftsberichten habe das Edelbankhaus jeweils ausführliche Angaben über Veränderungen beim Handels- und Anlagebestand eigener Aktien gemacht. Trotz mehrfacher Anfragen habe bislang jedoch noch kein Aktionär den Geschäftsbericht für 2003 erhalten. Nachdem die Bank entsprechende Anrufer zunächst vertröstet habe, hätten die Experten in der letzten Woche erfahren, dass der Geschäftsbericht nunmehr erst am Tage der Generalversammlung veröffentlicht werde. Diese werde am 29. April stattfinden.

Über den späten Veröffentlichungstermin könne man geteilter Meinung sein. Interessierten Aktionären werde dadurch z.B. die Möglichkeit genommen, sich anhand der Geschäftszahlen auf die Generalversammlung vorzubereiten. Vielleicht sei ja aber auch gerade das gewollt.

Unabhängig vom Ärgernis des zähen Informationsflusses, hätten Anleger, die ihrem wiederholten Ratschlag zum Kauf der langen Zeit praktisch unbekannten Aktie gefolgt seien, bislang ein glänzendes Geschäft gemacht. Erstmals hätten die Experten im Juni 2003 bei Kursen von 8.100 Franken zum Kauf geraten. Die nächste Kaufempfehlung sei im September 2003 bei einem Kurs von 11.000 Franken veröffentlicht worden. Am 1. März 2004, als die Aktie bei 13.145 Franken notiert habe, habe man erneut mit einer Kaufempfehlung nachgelegt. Heute stehe die Aktie bei 14.350 Franken. Jeder, der einer der früheren Kaufempfehlungen gefolgt sei, stehe heute im Gewinn. Wer auf die Studie vom Juni 2003 reagiert habe, habe ein Plus von 77% im Depot.

Die Rothschild-Aktie profitierte sowohl von einer konkreter gewordenen Aussicht auf einen Squeeze Out, als auch von einer exzellenten Entwicklung des operativen Geschäfts. Das wegen neuer Auflagen der Aufsichtsbehörden nunmehr erstmals veröffentlichte Verwaltungsvolumen von 51,9 Mrd. Franken (per Ende 2003) habe zwar rund ein Fünftel unter der Schätzung der Experten gelegen, dafür sei der Volumenzuwachs von 26,4% im Jahr 2003 um so bemerkenswerter.

Ein Teil des Wachstums sei auf bereits vorhandenes Kundenvermögen entfallen, das von der verbesserten Börsenlage profitiert habe. Es habe jedoch auch einen echten Neugeldzufluss von 7,6 Mrd. Franken gegeben. Umgelegt auf die Zahl der Werktage pro Jahr, seien im letzten Jahr an jedem Tag rund 30 Mio. Franken Neugeld durch die Eingangstüren der Rothschild-Filialen hereinspaziert. Gemessen daran, dass das Bankhaus vergleichsweise wenig Werbung betreibe, sei das Wachstum beachtlich. Der Wert des Markennamens "Rothschild" habe sich einmal mehr bezahlt gemacht. Das Geschäftsmodell der Bank sei gut gegen Krisen gesichert und biete weiterhin hohes Wachstumspotential. Der Gewinn pro Aktie sei dabei hinter der Schätzung der Experten von 1.200 Franken zurückgeblieben.

Die Bank habe stattdessen nur 923 Franken pro Aktie ausgewiesen. Die von der Bank verdiente Marge von 15 Basispunkten erscheine jedoch steigerbar auf 20 bis 22 Basispunkte. Vorausgesetzt, dass die Gewinnmarge nicht sowieso schon höher sei als ausgewiesen, die Erträge aber mittels der konservativen Schweizer Bilanzierung teilweise versteckt würden. Die Experten würden es für gut möglich halten, dass eine Sezierung der Bücher einen tatsächlichen Ertrag von 1.100 bis 1.200 Franken pro Aktie zutage fördern könnte.

Gleichwohl würden solche Schätzungen stets graue Theorie bleiben. Wesentlich einfacher zu greifen und analysieren seien dagegen die Aktienumsätze sowie die Entwicklung des Orderbuchs. In der Schweiz könne bekanntlich das gesamte Orderbuch für einen Titel eingesehen werden, so dass Marktteilnehmer jederzeit alle Kauf- und Verkaufsorders im Blick hätten. Das Auftauchen einer Kauforder über 50 Stück unmittelbar nach Abhalten der Bilanzpressekonferenz hätte noch ein Zufall sein können.

Es fänden sich jedoch immer wieder Indizien, dass der Markt von interessierter Seite gezielt leergeräumt werde - ohne dabei den Kurs über Gebühr in Bewegung zu bringen. So sei am 19. April vorübergehend eine Kauforder über 196 Stück ins System eingestellt worden. Als sich kein Verkäufer mit entsprechend großer Stückzahl gefunden habe, sei die Order später wieder zurückgezogen worden. Habe jemand den Markt auf die Verfügbarkeit größerer Pakete prüfen wollen?

Mit Sicherheit lasse sich wohl lediglich sagen, dass die Order im Wert von 2,7 Mio. Franken kaum von einem Kleinanleger gekommen sein dürfte. Ob institutionelle Anleger in der Aktie aktiv seien? Denkbar, aber welcher professionelle Investor würde in einem engen Markt mit Tagesumsätzen von 20 bis 50 Stück eine solche Order lancieren? Es dränge sich in der Tat der Eindruck auf, als ob eine interessierte Seite testen wollte, ob sich nahe dem bisherigen Höchstkurs der Aktie größere Abgeber finden lassen.

So oder so, die Aktie notiere derzeit nur einen Hauch unter ihrem bisherigen historischen Rekordkurs von 14.500 Franken. Wie auch die "Finanz & Wirtschaft" jüngst festgestellt habe, sei die Aktie "im Branchenvergleich günstig bewertet." Für Aufmerksamkeit habe jüngst zudem die Nachricht gesorgt, dass die Bank von der Eidgenössischen Bankenkommission die Zulassung für einen 1 Mrd. USD großen Hedgefonds bekommen habe.

Die Unternehmensgruppe LCF Rothschild (zu der neben der Banque Privée auch die französische LCF Rotschild gehöre) gehöre heute zu den 20 größten Hedgefonds-Managern weltweit. Die Genfer Rothschilds hätten bereits im Jahr 1969 Pionierarbeit im Hedgefonds-Geschäft geleistet und mit dieser Sparte ein vom Markt bislang wenig beachtetes Juwel im Konzern gehabt.

Die Chance, dass die Aktie der Banque Privée in einem Jahr deutlich höher stehen werde als heute, sei erheblich größer als das Risiko eines Kursrückschlags. Die Chance-/Risikorelation erscheine auch nach dem erfolgten Anstieg unverändert günstig, weshalb das Papier gehalten werden sollte. Würden sich zwischenzeitlich noch Informationen über einen anhaltenden Aktienrückkauf ergeben - irgendwann werde der Geschäftsbericht ja hoffentlich von der Druckpresse rollen - dürfte die Aktie den bisherigen Rekordkurs bald übertreffen.

Die Banque Privée Edmond de Rothschild-Aktie wird von den Experten von "Share-Infos" mit "halten" eingestuft.





 
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