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SAP SE

WKN: 716460 / ISIN: DE0007164600

SAP ist eine attraktive Braut


01.12.10 10:27
DaxVestor

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "DaxVestor" nehmen die Aktie von SAP unter die Lupe.

Deutschlands einziger Softwarekonzern von Weltgeltung habe jüngst vermehrt durch Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam gemacht. Schon lange gebe es bei den Quartalszahlen keine echten positiven Überraschungen mehr, was auch mit der Wachstumsstrategie bei SAP zu tun habe. Auf teure Großakquisitionen sei mit Ausnahme der Übernahme von Sybase bislang verzichtet worden. Andere Zukäufe, wie z.B. die inzwischen geschlossene US-Tochter TomorrowNow, würden zum Rohrkrepierer zu werden drohen.

Erzrivale Oracle habe SAP vor einem US-Gericht wegen Urheberrechtsverletzung angezeigt. TomorrowNow habe illegal Downloads von Oracle bewerkstelligt. Nun habe SAP die Rechnung serviert bekommen: Umgerechnet 1 Milliarde Euro Schadensersatz sollten die Walldorfer an Oracle zahlen. Zwar habe SAP inzwischen Beschwerde über die Urteilshöhe eingereicht - der Gutachter von SAP sei von einem Schaden in Höhe von 40 Millionen US-Dollar ausgegangen - ob es jedoch gelinge, die Strafe zu reduzieren, sei ungewiss.

Eine Berufung sei zwar möglich, würde die Hängepartie möglicherweise aber über Jahre verlängern und ebenfalls viel Geld verschlingen. Auch wenn das Gericht möglicherweise nicht ganz unvoreingenommen gewesen sei - am Gerichtsstand in Oakland würden tausende Oracle-Mitarbeiter wohnen, es gebe die Oracle-Sportarena und die Stadt werde mit viel Geld von Oracle unterstützt - könnte SAP eine noch etwas reduzierte Strafe akzeptieren.

Damit wäre jedoch das Hauptproblem von SAP immer noch nicht vom Tisch, denn die Walldorfer seien einem Trend in der IT-Branche bewusst nicht mitgegangen: der Bündelung von Hard- und Software in einem Konzern. Der Kunde solle möglichst viel aus einer Hand bekommen. Das könnte für SAP nun zum Verhängnis werden. SAP sei der einzige Softwarekonzern am Markt, der noch zu haben sei und mit IBM, Hewlett-Packard oder Microsoft gebe es potente wie interessierte mögliche Käufer.

Derzeit sehe es so aus, als sei die Komplettanbieterstrategie, die auch Oracle seit dem Kauf von Sun Microsystems verfolge, die bessere. Die Oracle-Aktie sei in den letzten fünf Jahren um über 110 Prozent gestiegen, während SAP sogar unter der Einrechnung von Dividendenausschüttungen nur auf eine Nullsummenrechnung komme. Ein eindeutigeres Urteil der Anleger könne man sich kaum denken. Das solle aber nicht heißen, dass SAP ein unattraktiver Konzern wäre. Im Gegenteil: Für einen Bieter, zu dem die Walldorfer passen würden, wäre SAP eine äußerst attraktive Braut. SAP sei im Kerngeschäft der weltweit führende Softwareanbieter und verfüge über eine große und stabile Kundenbasis.

Der niedrige SAP-Kurs könnte früher oder später zu einem Übernahmeangebot führen.

Im aktuellen Marktumfeld kommt es aber auf den richtigen Einstiegszeitpunkt und das richtige Anlageinstrument an, so die Experten vom "DaxVestor" zur SAP-Aktie. (Analyse vom 30.11.2010) (01.12.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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