Schweizer Unternehmen wechseln zu Swiss GAAP FER
15.10.12 16:34
Liechtensteinische LB
Vaduz (www.aktiencheck.de) - Die komplexen Vorschriften des International Financial Reporting Standard (IFRS) zwingen immer mehr Firmen dazu, den weniger stark regulierten Swiss GAAP FER anzuwenden, so die Analysten der Liechtensteinischen Landesbank.
Mit Swatch Group (ISIN CH0012255151/ WKN 865126) vollziehe nun ein erster Großkonzern diesen Schritt. Nachdem seit 2008 knapp 20 Schweizer Small- und Mid-Cap-Unternehmen den Wechsel von IFRS zu Swiss GAAP FER vollzogen hätten, sei nun erstmals ein Großkonzern vom international anerkannten Standard abgerückt. Die offiziellen Beweggründe für diese Wechsel seien dabei so individuell gewesen wie die einzelnen Unternehmen selbst. Unisono würden alle die durch IFRS verursachten hohen Kosten sowie die erhöhte Komplexität bei der Erstellung und Überprüfung des Abschlusses als wichtigste Motivation für die Umstellung auf den Schweizer Standard erwähnen.
Ein weiteres bedeutendes Argument sei die unterschiedliche Verbuchung von Goodwill, der bei Swiss GAAP FER zwingend aktiviert werden müsse. Ausschlaggebend für einen Wechsel dürfte jedoch die unterschiedliche Handhabung der Pensionsverpflichtungen sein. Während unter IFRS zu berichtende Fehlbeträge bei Pensionsverpflichtungen in Zukunft als Schulden verbucht würden und nicht mehr außerhalb der Bilanz aufgeführt werden dürfen, erlaube der Schweizer Standard weiterhin diese Außerbilanzpositionen. Die happigen versicherungsmathematischen Verluste, die das Eigenkapital der Unternehmen stark belasten würden, würden somit vermieden.
Wie stark die Änderungen im IFRS-Regelwerk zu Buche schlagen würden, zeige eine Studie: Von den untersuchten Schweizer Unternehmen wende derzeit die Mehrheit die unter IFRS in Zukunft nicht mehr mögliche Korridor-Methode an. Folglich käme es bei rund 58% der Unternehmen zu einem Rückgang des Eigenkapitals von mehr als 5%. Je nach Belegschaft sei dieser Effekt gar noch stärker und könne bis zu einen Drittel des Eigenkapitals verzehren. Daher würden viele Unternehmen den Ausweg via Swiss GAAP FER suchen, da die neuen Buchungsregeln auch die für die Kreditvergabe maßgeblichen Kennzahlen verschlechtern würden. (Ausgabe Oktober/November 2012) (15.10.2012/ac/a/m)
Mit Swatch Group (ISIN CH0012255151/ WKN 865126) vollziehe nun ein erster Großkonzern diesen Schritt. Nachdem seit 2008 knapp 20 Schweizer Small- und Mid-Cap-Unternehmen den Wechsel von IFRS zu Swiss GAAP FER vollzogen hätten, sei nun erstmals ein Großkonzern vom international anerkannten Standard abgerückt. Die offiziellen Beweggründe für diese Wechsel seien dabei so individuell gewesen wie die einzelnen Unternehmen selbst. Unisono würden alle die durch IFRS verursachten hohen Kosten sowie die erhöhte Komplexität bei der Erstellung und Überprüfung des Abschlusses als wichtigste Motivation für die Umstellung auf den Schweizer Standard erwähnen.
Ein weiteres bedeutendes Argument sei die unterschiedliche Verbuchung von Goodwill, der bei Swiss GAAP FER zwingend aktiviert werden müsse. Ausschlaggebend für einen Wechsel dürfte jedoch die unterschiedliche Handhabung der Pensionsverpflichtungen sein. Während unter IFRS zu berichtende Fehlbeträge bei Pensionsverpflichtungen in Zukunft als Schulden verbucht würden und nicht mehr außerhalb der Bilanz aufgeführt werden dürfen, erlaube der Schweizer Standard weiterhin diese Außerbilanzpositionen. Die happigen versicherungsmathematischen Verluste, die das Eigenkapital der Unternehmen stark belasten würden, würden somit vermieden.
Wie stark die Änderungen im IFRS-Regelwerk zu Buche schlagen würden, zeige eine Studie: Von den untersuchten Schweizer Unternehmen wende derzeit die Mehrheit die unter IFRS in Zukunft nicht mehr mögliche Korridor-Methode an. Folglich käme es bei rund 58% der Unternehmen zu einem Rückgang des Eigenkapitals von mehr als 5%. Je nach Belegschaft sei dieser Effekt gar noch stärker und könne bis zu einen Drittel des Eigenkapitals verzehren. Daher würden viele Unternehmen den Ausweg via Swiss GAAP FER suchen, da die neuen Buchungsregeln auch die für die Kreditvergabe maßgeblichen Kennzahlen verschlechtern würden. (Ausgabe Oktober/November 2012) (15.10.2012/ac/a/m)
