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So, 26. April 2026, 1:32 Uhr

Steht nach Aufwärtsboom der Börsen die Trendwende bevor?


02.05.11 16:40
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Die Aktienmärkte in Europa und USA starteten mit einer ungebremsten Aufwärtsbewegung in das Jahr. Erst die Folgen der Revolutionen in Nordafrika sowie der verheerenden Katastrophe in Japan versetzten ihr vorläufig einen Dämpfer. Korrektur oder Trendwende? Das wird vor allem von den weiteren Entwicklungen in Libyen und Japan abhängen, so die Experten von Ellwanger & Geiger Privatbankiers.

Positive Stimmungsindikatoren, wie der ifo-Geschäftsklimaindex in Deutschland, und die weiter bestehende bzw. ausgebaute Liquiditätsversorgung hätten zunächst alle Belastungsfaktoren, sogar die Euro-Schuldenkrise, in den Hintergrund treten lassen und die Kurse auf Höchststände getrieben. Für die erwartete Korrektur nach den kräftigen Gewinnen hätten erst die Ölpreissteigerungen als Folge der Unruhen in Nordafrika und die über Japan eingebrochene Erdbeben-, Tsunami- und Nuklearkatastrophe gesorgt.

"Gestützt durch die gute Gewinnlage der Unternehmen westlicher Industrieländer herrscht trotzdem weiterhin, wie sich immer wieder zeigt, ein stark ausgeprägter Konjunkturoptimismus. Daher können schwache Tage an den Aktienmärkten für selektive Zukäufe genutzt werden", so Michael Beck von Bankhaus Ellwanger & Geiger. Es sei allerdings aktuell kaum abschätzbar, wie sich die Märkte künftig entwickeln würden.

Zwei Faktoren würden dabei eine maßgebliche Rolle spielen: "Gelingt es, Libyen schnell zu befrieden sowie langfristige Folgen der Nuklearkatastrophe in Japan zu verhindern, wird man von einer Korrektur sprechen können, die Einstiegsmöglichkeiten bereit hält." Sei das Gegenteil der Fall und kämen weitere Krisenherde in Nordafrika hinzu, wirke sich der daraus resultierende höhere Ölpreis voraussichtlich negativ auf die Weltwirtschaft aus. Somit wäre weiteres Aufwärtspotenzial der Weltbörsen wohl begrenzt. "Bis in diesen Punkten Klarheit besteht, sollten Cash-Quoten gehalten werden", erläutere Beck.

Im Anleihensegment würden die Experten von Bankhaus Ellwanger & Geiger trotz einer derzeit relativ steilen Zinskurve nicht dazu raten, zu lange Laufzeiten auszuwählen: "Einerseits müssen Bonitätsentwicklungen der Emittenten zunehmend schärfer beobachtet werden. Andererseits ist noch mit leicht weiter steigenden Zinsen zu rechnen", so Beck. (02.05.2011/ac/a/m)