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Fr, 24. April 2026, 23:39 Uhr

Top-Picks der CA IB


20.12.00 00:00
austrostocks.com

Die CA IB Investmentbank hielt heute vormittag ihre Weihnachtspressekonferenz in der Wiener Nibelungengasse ab, berichten die Analysten von austrostocks.

Der Chef-Analyst der CA IB, Mag. Lukas Stipkovich, und Mag. Alfred Reisenberger zogen ein Resumé des vergangenen Jahres und präsentierte dabei den Forecast und die Top-Picks der CA IB für das kommende Börsenjahr.

Die Investmentbanker entdecken einen „frischen Wind“ an der Wiener Börse, im Jahr 2000 werden die Gewinne der ATX-Unternehmen um voraussichtlich 25% wachsen. Von 1995 bis 1999 hatte es ja faktisch kein Gewinnwachstum gegeben, dieser außerordentliche Anstieg ist laut den CA IB Analysten auf das starke Wirtschaftswachstum zurück zu führen. Im nächsten Jahr dürfte es zu einer Abschwächung kommen, die Banker erwarten aber ausdrücklich kein Rezessionsszenario. Das sich abschwächende Wachstum im Zeichen eines „soft landing“ in den USA und auch die Steuerreform werden das Gewinnwachstum bremsen, weshalb die CA IB von einen 10%igen Gewinnwachstum für 2001 ausgeht.

Die großen Themen des Börsenjahres 2001 werden, so Chef-Analyst Stipkovich, vor allem die Schaffung von Shareholder Value und eine Strukturreform des Kapitalmarktes sein. Die Generierung von Shareholder Value ist ein oft verwendetes Schlagwort, wird von den heimischen Unternehmen aber gerne ignoriert. Nur ein Drittel der ATX-Unternehmen hat im vergangenen Jahr Shareholder-Value geschaffen, hier besteht also eindeutiger Aufholbedarf für die an der Wiener Börse gelisteten Werte. Nachhaltiges Gewinnwachstum wird in Börsenzeiten wie diesen wichtiger denn je.

Externe Faktoren für die Schaffung von Shareholder Value seien Aktienrückkäufe, Fusionen und Übernahmen, gerade Unternehmen wie Austria Tabak, Bank Austria und Lenzing haben in diesem Jahr für die Aktionäre einen deutlichen Mehrwert geschaffen. Ein wichtiger Katalysator für den österreichischen Kapitalmarkt stellen die Privatisierungen dar, es ist wichtig, so Stipkovich, dass die Privatisierungen nicht zum Stillstand kommen und das Konzept der Aktien-Anlage für breite Bevölkerungsschichten weiter propagiert wird. Die Abschaffung der Sparbuchanonymität sei als sehr positiv zu werten, da somit mehr Kapital in Equitites umgeleitet werde.

Der Chef-Analyst der CA IB zog anschließend ein Resumé über die Performance des ATX im Jahr 2000. Mit einem Year-to-date Minus von gut 10% hat sich der Index relativ gut gehalten, was vor allem auf die starke Gewichtung der Old Economy zurückzuführen ist.

Die sieben Top-Picks für das Jahr 2000 der CA IB (Palfinger, Austria Tabak, Flughafen Wien, Mayr-Melnhof, Bau Holding, DO&CO und Böhler-Uddeholm) haben den ATX klar outperformed. Mit diesen Werten hätte man es auf ein Plus von circa fünf Prozent gebracht. Stipkovich streicht die Unterbewertung der Wiener Börse gegenüber der peer-group hervor, diese Unterbewertung sollte sich aber langfristig abbauen. Im abschließenden Q&A stellten sich beide den Fragen der Journalisten. Auf die Telekom-Aktie angesprochen meinte Reisenberger, dass die Telekom-Austria Aktie von der CA IB noch nicht kommentiert werden darf, da die Black-Out Periode des Börsenganges noch nicht ausgelaufen ist. Diese Aktie wird aber eine der wichtigsten im Universum der CA IB sein, so Reisenberger.

Auf die Einschätzung der CA IB zu Yline befragt, antwortete Chef-Analyst Stipkovich, dass Yline ein Musterbeispiel sei, wie rasch sich die Märkte enwickeln. Die Yline-Aktie wird momentan als „Neutral“ eingestuft, was bedeutet, dass man ihr auf Sicht von 12 Monaten nicht mehr als 10% Kursplus zutraut. Die geplatzte Fusion habe eine negative Auswirkung auf beide Unternehmen, da schon viele Ressourcen in diesen geplanten Deal gesteckt worden sind.

Ganz allgemein rechnen die Analysten der CA IB mit einem ausgeglichenen Wirtschaftswachstum in Europa und den USA. Der Zinsspread habe sich schon stark vermindert, was den Euro Luft bis 95 Cent verschafft. Der gefallene Ölpreis sei als positiv zu werten, da er Druck von der Inflation nimmt und so ein für die Weltwirtschaft enorm wichtiges „Soft Landing“ der amerikanischen Wirtschaft wahrscheinlicher macht. 2001 werde auf jeden Fall das Jahr des Stockpickings, der Markt sei nach wie vor sehr schwierig.

Die neun CA IB Top-Picks für das Börsenjahr 2001: Stipkovich und Reisenberger sehen in ihren Top-Picks ein Kurspotenzial von insgesamt 25 bis 50%. Dem „normalen“ ATX werden 2001 nur 12 bis 15% Potenzial zugebilligt. Die erste Kaufempfehlung bekommt Austria Tabak mit einem Kursziel von 72 Euro. Dieser defensive Wert hat durch den geplanten Verkauf viel Fantasie bekommen und ist in der momentanen Börsensituation sehr gefragt.

Zweiter Favorit für 2001 ist Böhler-Uddeholm, da die sehr guten Ergebnisse in den ersten Quartalen auf ein Rekordergebnis deuten. 2001 dürfte ein ähnlich gutes Jahr werden, auch wenn sich eine leichte Abschwächung abzeichnet. Die niedrige Bewertung lässt dem Wert Potenzial bis 47 Euro, so Chef-Analyst Stipkovich. Mayr-Melnhof ist ebenfalls auf der Liste der Investmentbanker zu finden. Die Analysten errechnen hier ein Kursziel von 58 Euro und verweisen auf die führende Marktstellung in Europa, die es dem Unternehmen hohe Margen ermöglicht. 2001 soll auch die lang erwartete Akquisition bringen.

Auch Schoeller-Bleckman Oilfield wird von der CA IB zum Kauf empfohlen. Diese „verborgene Perle“ ist nicht den Schwankungen des Ölpreises ausgeliefert und profitiert von den hohen Investitionen der Ölfirmen. Der Small-Cap notiert derzeit mit einem Bewertungsabschlag von 80% gegenüber der peer-group. Aufgrund der hohen Gewinndynamik sollten Kurse bis zu 16 Euro möglich sein.

A Stahl wird mit einem Kursziel von 38 Euro als „Stong Buy“ eingestuft. Die ausgezeichneten Zahlen, sowie die höchste EBDIT Marge im gesamten Sektor werden sehr positiv eingestuft. Das Unternehmen sei dabei näher an die Kunden heranzuwachsen und sei kein reiner Stahlproduzent mehr, sondern liefere fertige Produkte für die Kunden. VA TECH wird aufgrund der völlig überzogenen Kursverluste, so die CA IB Analysten, zum Kauf empfohlen. Die Verluste seien fundamental nicht begründbar, die Restrukturierung des Unternehmens verlaufe „on track“, die Aktie sei momentan ein anti-zyklisches Investment mit einem Kursziel von 65 Euro.

Mag. Alfred Reisenberger stellte im Anschluss die Top-Picks unter den Wachstumswerten vor. Seiner Meinung nach sei es extrem schwierig die weitere Entwicklung der Technologie-Märkte zu prognostizieren, die Höchststände vom März seien so schnell aber nicht wieder erreichbar. Reisenberger erwartet im ersten Quartal ein Zinssenkung durch die amerikanische Fed, die extreme hohe Volatilität bleibt den Anlegern aber auch 2001 erhalten. Kaufempfehlung Nummer eins unter den wachstumsstarken Werten ist der Leiterplatten-Hersteller AT&S. Der Analyst lobt den konstanten „Newsflow“ von guten Nachrichten seitens AT&S. Die Gewinnentwicklung sei im Chip-Markt relativ gut vorhersehbar, die Aktie bleibe aber abhängig von der Entwicklung im Telekommunikationssektor, insbesondere von Nokia. Die CA IB sieht Potenzial bis 60 Euro und stuft die Aktie als „Strong Buy“ ein.

Das Mobilfunk-Service-Unternehmen EMTS wird mit einem Kursziel von 180 Schweizer Franken zum Kauf empfohlen. Positiv seien das starke Wachstum und die Marktführerschaft von EMTS in Europa zu sehen. Die letzte Empfehlung geht an S&T, die Analysten sind von der starken Präsenz in Osteuropa begeistert und betonen die erfolgreiche Restrukturierung. Weiters wird die Pixelpark Beteiligung den Zugang zu einem weiteren boomenden Marktsegment ermöglichen. Die Banker sehen bei S&T ein Kursziel von 24 Euro.