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Mo, 27. April 2026, 5:17 Uhr

USA offiziell nicht in Rezession


31.01.02 15:24
EveryBuddy`s Trade

Trotz des Terroranschlages, der nachfolgenden Paralyse und der nachlassenden Reisetätigkeit ist die US-amerikanische Volkswirtschaft mit +0,2% im letzten Quartal 2001 gewachsen, und es braucht 2 hintereinander folgende Quartale, um den Konjunktureinbruch definitionsgemäß eine Rezession nennen zu können, so die Analysten von "EveryBuddy´s Trade".

Nun sei das nur die erste Indikation, die in einem Monat durch die präzise Angabe noch revidiert werden könne, doch meistens nicht wesentlich. Außerdem seien die Autoverkaufszahlen - eins der wichtigsten Rückgrate der US-amerikanischen Wirtschaft - so stark gestiegen, dass es schwer vorstellbar sei, dass diese erste Indikation drastisch nach unten revidiert werde. Mit dem stärksten Anstieg der Leading Indicators seit 6 Jahren noch dazu zum 6. Mal hintereinander müssten eigentlich auch die schwarzmachenden Analysten überzeugt sein, dass die konjunkturelle Schwäche in den USA im 3. Quartal wieder vorbei sei.

Das FOMC habe dieses eingesehen und gestern keine Leitzinssenkung mehr vorgenommen. Dass die bias noch in Richtung des Risikos einer wirtschaftlichen Schwäche ausgesprochen worden sei, sei auch klar, denn diese offizielle Meinung könne sich nicht drastisch ändern. Nachdem die Aktienmärkte am Tag zuvor Tiefstniveaus seit 2½ Monaten erreicht hätten, dürfte es einiges Aufholpotential geben. Und nun dürften auch (im Gegensatz zu dem Top-down approach ) die fundamentellen meist institutionellen Anleger, die das Prinzip des Bottoms-up verfolgen würden, verstärkt in Aktien investieren.

Für alle langfristigen Anleger, die bis hierher d.h. bis zu den sich positiv wendenden fundamentellen Indikatoren gewartet hätten, dürfte jetzt der Zeitpunkt zum Einstieg gekommen sein. Da die technisch orientierten Professionals die Aktienmärkte unnötig heruntergezogen hätten, könnte der Februar 2002 in eine sogenannte Stampede ausarten. Man könnte sich vorstellen, dass der Februar für die Börse heuer der beste Monat werden könnte.

Auch die Reden am World Economic Forum in New York City müssten jetzt schnell noch umgeschrieben werden, um sich akzeptabel in die neue Windrichtung zu positionieren. Diese massive Meinungsbildung im Finanzkapital der Welt dürfte einen starken Einfluss auf die Börsenentwicklung haben.

WordCom mit 27 Mrd. US-Dollar ausstehenden und gehandelten Obligationen habe die sechstgrößte öffentliche Verschuldung eines US-amerikanischen Industrieunternehmens. Aufgrund dessen dürfte der US-amerikanische Staat eingreifen, um ein mögliches Herunterstufen einer Rating-Agentur zu vermeiden, die ja die Bankrotterklärung Enorns verursacht habe. Wahrscheinlich werde man auch dem Gründer und CEO Bernie Ebbers helfen, damit er für seine Margin Calls keine Aktien verkaufen brauche. Mit viel Geschick habe Ebbers mit der Übernahme der größeren MCI seinerzeit diese zweitgrößte Telefongesellschaft der USA geschaffen.

Gemäss des nachbörslich gestiegenen Nasdaq 100 After Hours Indicators und der freundlicheren europäischen Aktienbörsen dürfte man mit einem höheren Börsenschluss in den USA heute rechnen können.





 
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