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Fr, 17. April 2026, 17:24 Uhr

Mit "2,5 - 3,5 - 4,5" ins neue Jahr


09.12.22 12:05
Merck Finck

München (www.aktiencheck.de) - Nächste Woche stehen nach den US-Inflationszahlen am Dienstag, ab Mittwoch die Notenbanken im Fokus, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank.

"Die FED und Europas zwei führende Notenbanken werden wohl mit "2,5 - 3,5 - 4,5" ins neue Jahr gehen", prognostiziere Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck, hinsichtlich der wohl jeweils um 50 Basispunkte steigenden Leitzinssätze nach den Sitzungen von EZB (Anhebung auf 2,5%), Bank of England (3,5%) und FED (oberes Ende der US-Leitzinsspanne auf 4,5%). Er halte allerdings die avisierten News zum Abbau der EZB-Bilanzsumme für interessanter: "Die EZB wird 2023 wohl zumindest einen Teil ihrer fällig werdenden Anleihen nicht mehr reinvestieren und damit die Liquidität verknappen." Das bedeute zwar grundsätzlich Gegenwind für die Finanzmärkte, aber: "Um finanziell schwächere Euro-Länder nicht zu sehr zu belasten, wird sie dies wahrscheinlich nur eingeschränkt machen."

Nächste Woche würden die regionalen Wachstumstrends rund um den Globus angesichts einer regelrechten Datenflut einem Realitätscheck unterzogen. Das eigentliche Augenmerk liege jedoch auf Dienstagnachmittag, wenn die US-Inflationsdaten für November anstünden. Aufgrund niedrigerer Energiepreise und sinkender Gebrauchtwagenpreise würden die Experten von Merck Finck erwarten, dass der Verbraucherpreisindex, der im Juni seinen Höchststand erreicht habe, weiter zurückgehen werde. Der Marktkonsens gehe derzeit von einem Rückgang der Gesamtinflation von 7,7% im Oktober auf 7,3% im November aus, während für die Kerninflation ein Rückgang von 6,3% auf 6,0% erwartet werde. Greil: "Mich würde es nicht überraschen, wenn die US-Inflationsdaten noch etwas mehr als erwartet sinken."

In den USA stünden kommende Woche zudem am Donnerstag noch Industrie- und Einzelhandelsdaten für den November auf der Agenda - und, wie in Europa und Japan auch - am Freitag die vorläufigen Dezember-Einkaufsmanagerindices. Und während in Deutschland am Dienstag noch die finalen Inflationszahlen für November sowie die ZEW-Konjunkturerwartungen anrollen würden, würden für den Euroraum insgesamt am Mittwoch Industriezahlen sowie am Freitag ebenfalls die finale November-Inflation sowie zusätzlich die Handelsbilanz für Oktober in den Fokus rücken. Überdies melde China am Mittwochmorgen noch seine Dezemberzahlen in Sachen Industrie und Einzelhandel.

On Top der Makro-News-Flut komme in der zweiten Wochenhälfte noch der erste EU-Gipfel mit Italiens neuer Regierungschefin Giorgia Meloni. Das dürfte zwar eher für Schlagzeilen als Kurskapriolen sorgen, für letztere seien aber sowohl die Notenbanken als auch die anstehenden Daten gut. Greil: "Nächste Woche dürfte die Marktvolatilität nochmal einen Sprung nach oben machen, bevor es für viele dann langsam in den Weihnachtsurlaub geht." (09.12.2022/ac/a/m)





 
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