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Di, 21. April 2026, 1:51 Uhr

Donald Trump wird noch unberechenbarer


13.01.26 10:10
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Auch zu Jahresbeginn produziert US-Präsident Donald Trump eine Schlagzeile nach der anderen: Medial hat die Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Maduro für besonders viel Aufmerksamkeit gesorgt, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.

Hinzu kämen erneute Ambitionen, Grönland zu kaufen und Drohungen gegenüber Iran, Kuba und anderen Staaten.

Die Auswirkungen auf Kapitalmärkte und Rohstoffbörsen seien moderat geblieben.

Das könnte sich nun ändern: Mit der Drohung, Fed-Chairman Jerome Powell wegen angeblicher Falschaussagen über die Kosten des Umbaus der Fed-Zentrale strafrechtlich belangen zu wollen, habe die seit Monaten andauernde Kampagne gegen die Unabhängigkeit der US-Notenbank und ihren Vorsitzenden einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Mehr Potenzial, auf Zinsen, Aktienkurse und Währungen zu wirken, hätten auch die Hinweise auf künftige innenpolitische Akzente angesichts sehr schwacher Umfragewerte vor den Zwischenwahlen zum Kongress im Herbst.

Dabei gehe es um das Kernthema "Affordability". Obwohl die Löhne zuletzt vielfach stärker gestiegen seien als die Preise für Waren und Dienstleistungen, bestehe in den USA das verbreitete Gefühl, dass man sich immer weniger leisten könne. Dazu trügen auch anhaltend hohe Hypothekenzinsen bei. Anders als im Präsidentschaftswahlkampf 2024 könne Trump die Schuld an den noch immer recht hohen Teuerungsraten aber nicht auf die Demokraten schieben.

Allerdings würden die von Trump geforderten niedrigeren Leitzinsen nicht notwendigerweise bedeuten, dass auch die Zinsen bei längeren Laufzeiten und damit die Kreditkonditionen für Private, Unternehmen und die Regierung sinken würden. Daher habe er weitere Regelungen ins Spiel gebracht, bspw. die Deckelung von Kreditkartenzinsen, den Aufkauf von Hypothekenkrediten oder ein Verbot für Institutionelle, Einfamilienhäuser zu kaufen.

Staatliche Eingriffe in den Markt und weitere fiskalpolitische Expansion würden jedoch höchstens kurzfristig für eine Entlastung der Verbraucher sorgen.

Vor allem aber würden sie zeigen, dass politische Risiken in den USA enorm gestiegen seien: Sie würden Investoren sowie Käufer von US-Aktien und Anleihen abschrecken und den Status des Dollar als Weltleitwährung schwächen. (13.01.2026/ac/a/m)