Gold und Silber - mit der Herde ins Chaos
24.03.26 15:17
Julius Bär Holding
Zürich (www.aktiencheck.de) - Die Schwäche der Edelmetalle seit Beginn des Iran-Kriegs zeigt, wie stark sie zuvor von einer überfüllten Handelsposition geprägt waren, so Carsten Menke, Head Next Generation Research bei Julius Bär.
Das Fehlen von Anlegern, die in den Goldmarkt als sicheren Hafen flüchten würden, sei zwar besorgniserregend, doch solide Käufe seitens der Zentralbanken würden beruhigend wirken, analysiere Menke.
Zu Beginn der Woche habe Chaos auf den Gold- und Silbermärkten geherrscht. Am Montagmorgen seien die Preise um bis zu zehn Prozent gefallen. Zwar habe es keinen besonderen Grund für diese Bewegung gegeben, doch die Schwäche der Märkte seit Beginn des Iran-Kriegs lasse drei Rückschlüsse zu: Erstens zeige sie, wie überlaufen der Handel mit Gold und Silber zu Beginn des Krieges gewesen sei. Zweitens schienen Edelmetallhändler eine sehr harte Reaktion der Zentralbanken auf steigende Inflationsrisiken zu befürchten. Und drittens sei es vermutlich zu Zwangsverkäufen von gehebelten Positionen gekommen, ähnlich wie in früheren Phasen starker Risikoscheu.
Der gemeinsame Nenner seien Erwartungen niedrigerer US-Zinsen und eines schwächeren US-Dollars, die nun revidiert würden und zu Herdenverhalten führen würden. Die relative Schwäche von Silber gegenüber Gold untermauere dies ebenfalls, da Silber wesentlich empfindlicher auf Schwankungen der US-Zinsen und des US-Dollars reagiere.
Bislang sehe Carsten Menke keine Anzeichen für eine Schnäppchenjagd auf den physischen Märkten. Sein bevorzugter Indikator - physisch gedeckte Produkte - verzeichne seit Kriegsbeginn anhaltende Abflüsse. Diese fehlende Nachfrage nach sicheren Häfen sei besorgniserregend und erschwere die Beantwortung der Frage nach einer möglichen Preisstützung. Die physische Goldnachfrage habe im vierten Quartal des vergangenen Jahres ein Rekordniveau erreicht, als die Preise im Durchschnitt bei 4.150 US-Dollar pro Unze gelegen hätten. Dies entspreche in etwa dem 200-Tage-Durchschnitt, der ein wichtiges technisches Unterstützungsniveau darstelle.
Angesichts der Dominanz der Kapitalströme gegenüber den Fundamentaldaten sei es sehr wichtig, solche technischen Niveaus im Auge zu behalten. Solide Käufe durch die Zentralbanken seien nach wie vor beruhigend und würden seine langfristig konstruktive Einschätzung von Gold untermauern. Dennoch dürfte die kurzfristige Volatilität hoch bleiben, da der Markt Zeit brauche, um wieder Fuß zu fassen.
Bei Silber sei die Lage komplizierter. Es werde nicht so sehr als sicherer Hafen angesehen wie Gold, und der Einfluss von Spekulanten auf den Markt sei bisher viel größer gewesen. Carsten Menke bleibe daher bei Silber neutral und bekräftige zudem seine Long-Position im Gold-Silber-Verhältnis. (24.03.2026/ac/a/m)
Das Fehlen von Anlegern, die in den Goldmarkt als sicheren Hafen flüchten würden, sei zwar besorgniserregend, doch solide Käufe seitens der Zentralbanken würden beruhigend wirken, analysiere Menke.
Zu Beginn der Woche habe Chaos auf den Gold- und Silbermärkten geherrscht. Am Montagmorgen seien die Preise um bis zu zehn Prozent gefallen. Zwar habe es keinen besonderen Grund für diese Bewegung gegeben, doch die Schwäche der Märkte seit Beginn des Iran-Kriegs lasse drei Rückschlüsse zu: Erstens zeige sie, wie überlaufen der Handel mit Gold und Silber zu Beginn des Krieges gewesen sei. Zweitens schienen Edelmetallhändler eine sehr harte Reaktion der Zentralbanken auf steigende Inflationsrisiken zu befürchten. Und drittens sei es vermutlich zu Zwangsverkäufen von gehebelten Positionen gekommen, ähnlich wie in früheren Phasen starker Risikoscheu.
Bislang sehe Carsten Menke keine Anzeichen für eine Schnäppchenjagd auf den physischen Märkten. Sein bevorzugter Indikator - physisch gedeckte Produkte - verzeichne seit Kriegsbeginn anhaltende Abflüsse. Diese fehlende Nachfrage nach sicheren Häfen sei besorgniserregend und erschwere die Beantwortung der Frage nach einer möglichen Preisstützung. Die physische Goldnachfrage habe im vierten Quartal des vergangenen Jahres ein Rekordniveau erreicht, als die Preise im Durchschnitt bei 4.150 US-Dollar pro Unze gelegen hätten. Dies entspreche in etwa dem 200-Tage-Durchschnitt, der ein wichtiges technisches Unterstützungsniveau darstelle.
Angesichts der Dominanz der Kapitalströme gegenüber den Fundamentaldaten sei es sehr wichtig, solche technischen Niveaus im Auge zu behalten. Solide Käufe durch die Zentralbanken seien nach wie vor beruhigend und würden seine langfristig konstruktive Einschätzung von Gold untermauern. Dennoch dürfte die kurzfristige Volatilität hoch bleiben, da der Markt Zeit brauche, um wieder Fuß zu fassen.
Bei Silber sei die Lage komplizierter. Es werde nicht so sehr als sicherer Hafen angesehen wie Gold, und der Einfluss von Spekulanten auf den Markt sei bisher viel größer gewesen. Carsten Menke bleibe daher bei Silber neutral und bekräftige zudem seine Long-Position im Gold-Silber-Verhältnis. (24.03.2026/ac/a/m)
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