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Do, 23. April 2026, 6:16 Uhr

OPEC setzt Expansionskurs fort


16.10.25 08:22
Hamburg Commercial Bank

Hamburg (www.aktiencheck.de) - Am 7. September und am 5. Oktober haben sich acht zentrale Mitgliedstaaten der OPEC+, darunter Saudi-Arabien, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und Russland, über die künftige Förderpolitik beraten, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.

Diese Länder hätten seit April 2023 freiwillige Produktionskürzungen vorgenommen, die sie ab April 2025 schrittweise zurückgenommen hätten. Dies habe sich bei den letzten beiden Treffen fortgesetzt. Im Ergebnis seien für Oktober und November jeweils Produktionssteigerungen um 137.000 Barrel/Tag vereinbart worden. Ein weiteres Treffen sei für den 2. November geplant, bei dem diese acht Mitgliedstaaten über die nächsten Schritte beraten wollten.

Die zusätzlichen Steigerungen seien überraschend gekommen, da nach der kräftigen Erhöhung im August – mit einem Plus von 548.000 Barrel/Tag – allgemein erwartet worden sei, dass die OPEC+ damit den letzten Schritt ihres Lockerungsplans vollzogen habe.

Im September habe die Gesamtproduktion der OPEC+ bei rund 37,51 Mio. Barrel/Tag gelegen. Davon seien etwa 22,9 Mio. Barrel/Tag auf die OPEC-9 und 14,61 Mio. Barrel/Tag auf die Partnerländer entfallen. Die OPEC+ habe ihre zuvor angekündigten Produktionssteigerungen weitgehend umgesetzt, wie die realisierten Fördermengen der vergangenen Monate zeigten.

In den vergangenen Wochen seien die Ölpreise weiter gefallen. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI sei zuletzt auf rund 58 USD gesunken, während Brent-Öl zuletzt bei etwa 62 USD gehandelt worden sei. Hauptursachen für diesen Rückgang seien ein zunehmendes globales Überangebot und die Erwartung schwächerer Ölnachfrage infolge einer globalen konjunkturellen Abkühlung gewesen. Gleichzeitig habe das Waffenruheabkommen zwischen Israel und der Hamas zur Entspannung im Nahen Osten beigetragen und die geopolitische Risikoprämie auf den Ölpreis reduziert.

Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziere für 2025 und 2026 ein Rekordangebot am Ölmarkt, da sowohl die OPEC+ als auch andere ölproduzierende Länder ihre Produktion weiter ausweiten dürften. Konkret erwarte die IEA Zuwächse von 3 Mio. Barrel/Tag in diesem Jahr bzw. 2,4 Mio. Barrel/Tag im nächsten Jahr.

Für 2026 erwarteten wir eine moderate Fortsetzung des Preisrückgangs (Jahresdurchschnitt), da das Angebot ausgeweitet werden dürfte, während die Nachfrage gedämpft bleiben dürfte – das globale Wirtschaftswachstum sollte sich erneut abschwächen. In unserer Basisprognose rechneten wir mit einem durchschnittlichen Brent-Preis von 63,50 USD/Barrel, verglichen mit erwarteten 67,25 USD/Barrel im Jahr 2025.

Das nächste reguläre Treffen der OPEC+ mit allen Mitgliedstaaten sei für den 30. November 2025 angesetzt. (Ausgabe vom 15.10.2025) (16.10.2025/ac/a/m)