STOXX Europe 600 Price Index (EUR)
WKN: 965820 / ISIN: EU0009658202Rauf oder runter? Europäische Märkte als Spielball der Politik
13.12.18 14:55
LYNX Broker
Berlin (www.aktiencheck.de) - In der vergangenen Woche mussten die europäischen Finanzmärkte einige Verluste verkraften, so die Experten von LYNX Broker.
Hintergrund seien vor allem die Ankündigungen gewesen, dass die Wirtschaft in Frankreich doch langsamer wachse als zunächst prognostiziert, der Rückgang des deutschen Handelsüberschusses sowie die Verschiebung des Brexit-Votums in Großbritannien. Doch seit Anfang der Woche gehe es an den Börsen wieder bergauf. Sowohl der europäische STOXX 600 als auch FTSE 100 und DAX 30 (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) hätten bis Mitte der Woche zumindest einen Teil der Verluste wieder gut machen können.
"Nach den Kurseinbrüchen letzte Woche, erholen sich die Finanzmärkte aktuell langsam wieder", erkläre Sascha Sadowski, Finanzmarktexperte beim Online-Broker LYNX. Die Haupteinflussfaktoren dafür, in welche Richtung die Reise von nun an gehe, würden für ihn sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks liegen. "Europas Wirtschaft ist eng mit der Chinas verzahnt. Positive Nachrichten, wie jetzt die Aussicht auf eine Einigung im Handelskrieg zwischen China und den USA, die Donald Trump in einem seiner Tweets angedeutet hat, haben daher auch hierzulande Auswirkungen auf die Kurse", so Sadowski.
Auf der anderen Seite stehe für den Experten das Chaos um den Brexit. "Zuerst der verschobene Abstimmungstermin vergangene Woche, dann das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, dass Großbritannien einfach vom Austritt zurücktreten könnte und nun das Misstrauensvotum gegen Theresa May. Die Unsicherheit darüber wie es nun weitergeht, hat in den letzten Tagen für Volatilität gesorgt. Vom ungeordneten Austritt über einen Vertrag in letzter Minute bis hin zur Absage des Brexit schien alles möglich - für Investoren ist so etwas eine denkbar ungünstige Situation. Nun hat May die Abstimmung ganz knapp überlebt und wird erst nach dem Brexit aus dem Amt scheiden. Das hat dem Kurs des Pfund wieder etwas Auftrieb verliehen und dürfte auch die Aktienmärkte ein Stück weit stabilisieren."
Weitere Unsicherheit für Europa komme aus Frankreich. Anfang der Woche habe Präsident Macron erklärt, dass er sich den massiven Protesten der so genannten Gelbwesten beugen und umfangreiche Sozialmaßnahmen in die Wege leiten wolle. Das Land sei in den vergangenen Tagen von immer weiter ausartenden und zunehmend gewalttätigen Demonstrationen in einigen großen Städten erschüttert worden. "Der harte Sparkurs der französischen Regierung hat die Bevölkerung gegen Präsent Macron aufgebracht", wisse Sadowski. Der habe nun reagiert und ein Maßnahmenpaket angekündigt, das den Staat einiges kosten dürfte. So solle beispielsweise der Mindestlohn um mindestens 100 Euro im Monat steigen, was aber nicht etwa die Arbeitgeber, sondern der Staat zahlen solle.
"Diese Wohltaten werden den fragilen französischen Staatshaushalt empfindlich aus dem Gleichgewicht bringen. Die europäischen Stabilitätskriterien zur Staatsverschuldung wird das Land so mit Sicherheit nicht einhalten können", so der Experte. Seiner Einschätzung nach dürfte das auch Italien auf den Plan rufen, denn nach dem Streit um die geplante Neuverschuldung Roms, würden Premierminister Guiseppe Conti und seine Regierung ganz genau darauf achten, wie die französischen Pläne in der EU aufgenommen würden. "Contis Stellvertreter Luigi Di Maio hat sich bereits dahingehend geäußert, dass in der EU gleiches Recht für alle gelte und dass Frankreich genau wie Italien so den Stabilitätspakt brechen würde. Was er aber nicht erwähnt, ist, dass es zwischen den beiden Ländern doch ein paar kleine, aber entscheidende Unterschiede gibt", führe Sadowski aus.
"Zum einen dienen Macrons Maßnahmen der langfristigen Stabilisierung der französischen Wirtschaft, wohingegen Italien hauptsächlich Wahlgeschenke wie ein früheres Renteneintrittsalter verteilt, die den Staatshaushalt auf Dauer noch stärker belasten. Und zum zweiten steht Frankreich auf wesentlich stabileren Füßen als Italien. Das zeigt ein simpler Vergleich der jeweiligen 10-jährigen Staatsanleihen mit der als sehr stabil geltenden 10-jährigen deutschen Staatsanleihe: Während zu Frankreichs Anleihe lediglich 48 Basispunkte Unterschied bestehen sind es zur italienischen Anleihe ganze 288 Punkte. Allein diese beiden Faktoren könnten die übrigen EU Mitglieder dazu bewegen, die Situation in beiden Ländern durchaus unterschiedlich zu beurteilen." (13.12.2018/ac/a/m)
Hintergrund seien vor allem die Ankündigungen gewesen, dass die Wirtschaft in Frankreich doch langsamer wachse als zunächst prognostiziert, der Rückgang des deutschen Handelsüberschusses sowie die Verschiebung des Brexit-Votums in Großbritannien. Doch seit Anfang der Woche gehe es an den Börsen wieder bergauf. Sowohl der europäische STOXX 600 als auch FTSE 100 und DAX 30 (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) hätten bis Mitte der Woche zumindest einen Teil der Verluste wieder gut machen können.
"Nach den Kurseinbrüchen letzte Woche, erholen sich die Finanzmärkte aktuell langsam wieder", erkläre Sascha Sadowski, Finanzmarktexperte beim Online-Broker LYNX. Die Haupteinflussfaktoren dafür, in welche Richtung die Reise von nun an gehe, würden für ihn sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks liegen. "Europas Wirtschaft ist eng mit der Chinas verzahnt. Positive Nachrichten, wie jetzt die Aussicht auf eine Einigung im Handelskrieg zwischen China und den USA, die Donald Trump in einem seiner Tweets angedeutet hat, haben daher auch hierzulande Auswirkungen auf die Kurse", so Sadowski.
Weitere Unsicherheit für Europa komme aus Frankreich. Anfang der Woche habe Präsident Macron erklärt, dass er sich den massiven Protesten der so genannten Gelbwesten beugen und umfangreiche Sozialmaßnahmen in die Wege leiten wolle. Das Land sei in den vergangenen Tagen von immer weiter ausartenden und zunehmend gewalttätigen Demonstrationen in einigen großen Städten erschüttert worden. "Der harte Sparkurs der französischen Regierung hat die Bevölkerung gegen Präsent Macron aufgebracht", wisse Sadowski. Der habe nun reagiert und ein Maßnahmenpaket angekündigt, das den Staat einiges kosten dürfte. So solle beispielsweise der Mindestlohn um mindestens 100 Euro im Monat steigen, was aber nicht etwa die Arbeitgeber, sondern der Staat zahlen solle.
"Diese Wohltaten werden den fragilen französischen Staatshaushalt empfindlich aus dem Gleichgewicht bringen. Die europäischen Stabilitätskriterien zur Staatsverschuldung wird das Land so mit Sicherheit nicht einhalten können", so der Experte. Seiner Einschätzung nach dürfte das auch Italien auf den Plan rufen, denn nach dem Streit um die geplante Neuverschuldung Roms, würden Premierminister Guiseppe Conti und seine Regierung ganz genau darauf achten, wie die französischen Pläne in der EU aufgenommen würden. "Contis Stellvertreter Luigi Di Maio hat sich bereits dahingehend geäußert, dass in der EU gleiches Recht für alle gelte und dass Frankreich genau wie Italien so den Stabilitätspakt brechen würde. Was er aber nicht erwähnt, ist, dass es zwischen den beiden Ländern doch ein paar kleine, aber entscheidende Unterschiede gibt", führe Sadowski aus.
"Zum einen dienen Macrons Maßnahmen der langfristigen Stabilisierung der französischen Wirtschaft, wohingegen Italien hauptsächlich Wahlgeschenke wie ein früheres Renteneintrittsalter verteilt, die den Staatshaushalt auf Dauer noch stärker belasten. Und zum zweiten steht Frankreich auf wesentlich stabileren Füßen als Italien. Das zeigt ein simpler Vergleich der jeweiligen 10-jährigen Staatsanleihen mit der als sehr stabil geltenden 10-jährigen deutschen Staatsanleihe: Während zu Frankreichs Anleihe lediglich 48 Basispunkte Unterschied bestehen sind es zur italienischen Anleihe ganze 288 Punkte. Allein diese beiden Faktoren könnten die übrigen EU Mitglieder dazu bewegen, die Situation in beiden Ländern durchaus unterschiedlich zu beurteilen." (13.12.2018/ac/a/m)
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