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Do, 18. August 2022, 16:02 Uhr

Uber kurz vor Mega-Börsengang


15.04.19 09:45
BÖRSE am Sonntag

Bad Nauheim (www.aktiencheck.de) - Seit Wochen warten Investoren auf den Startschuss. Jetzt ist es offiziell: Der US-Fahrdienst konkretisiert seine IPO-Pläne, so Florian Spichalsky von der "BÖRSE am Sonntag".

Laut des S-1-Fillings peile Uber eine Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Dollar an, 10 Milliarden wolle das Unternehmen einnehmen. Den Antrag für den Start an der Wall Street habe der Fahrtenvermittler im Dezember bei der US-Börsenaufsicht SEC gestellt.

Eines der wertvollsten Start-Ups der Technologiebranche gehe also an die Börse. Derzeit sei Uber mit 74 Milliarden Dollar bewertet. Neben dem Fonds SB Cayman 2 Ltd., der 16,3 Prozent der Firmenanteile mit einem Wert von 222 Millionen Dollar halte, dürften weitere Investoren vom bevorstehenden Kapitalzufluss profitieren. Der frühe Uber-Investor Benchmark besitze 11 Prozent des Unternehmens, Alphabet 5,2 Prozent der Anteile. 8,6 Prozent würden einem Mann gehören, der nach seinem Rauswurf ein wenig in Vergessenheit geraten sei, aber essentiell für die Existenz des Unternehmens sei: Die Rede sei vom Start-Up-Gründer Travis Kalanick.

Mit dem angestrebten Börsenvolumen von 100 Milliarden Dollar würde das US-Unternehmen einen der größten Kapitalzuflüsse aller Zeiten verbuchen und sogar das Börsen-Debüt der Alibaba Group von 2014 in den Schatten stellen - obwohl der anstrebte Börsenwert niedriger als von Experten erwartet liege. Ursprünglich hätten die Banker dem Unternehmen einen Wert von 120 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Laut dem Fernsehsender CNBC liege der Grund für die Korrektur in der schlechten Performance von Lyft an der Wall Street. Nach dem kurzen Hoch sei der Börsenkurs unter den Ausgabewert von 72 Dollar gesunken.

Der kleine Rivale habe zwar das Rennen um den Börsenstart gewonnen, sei aber für viele Investoren aufgrund der Größe wesentlich uninteressanter als Uber, meine Fondsmanager Dan Morgan von Synovus Trust: "Investoren wollen in die weltweit führende Firma investieren." Morgan erwarte, dass Uber künftig 60 bis 65 Prozent des 125 Milliarden Dollar schweren US-Mobilitätsmarkts beherrsche, der Konkurrent aus San Francisco käme auf 30 bis 35 Prozent der Anteile. Während Lyft nur in Kanada und den USA operiere, könnten User die Uber-App in mehr als 750 Städten weltweit nutzen - auch in einigen deutschen Städten. Nun expandiere das von Dara Khosrowshahi geführte Unternehmen in den Nahen Osten. Außerdem habe Uber den Fahrdienst Careem für 3,1 Milliarden Dollar gekauft.

Wie so häufig sei der Börsengang eines Start-Ups an gigantische Erwartungen und Kursfantasien der Börsianer geknüpft. Und tatsächlich wachse Uber derzeit rasant, mache aber gleichzeitig hohe Schulden. In einem Schreiben an die Börsenaufsicht habe das Unternehmen selbst vor den deutlich steigenden Kosten gewarnt, die "womöglich" nie dazu reichen würden, schwarze Zahlen zu schreiben. Allein 2018 habe Uber 1,85 Milliarden Dollar verloren - die Öffentlichkeit habe das bisher recht wenig gekümmert. Besonders streng dürften Investoren zukünftig aber auf die Ausgaben des Start-Ups blicken, denn nur wenn das Unternehmen dauerhaft profitabel sei, könne CEO Khosrowshahi nachhaltig gesundes Wachstum sicherstellen. Ein positives Zeichen sei, so der Portfolio-Manager Jordan Stuart von Federated Kaufmann, das verringerte Minus im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent.

Ob das tatsächlich reiche, bleibe fraglich - vor allem dann, wenn Schulden aufgrund von steigenden Zinsen wieder teurer würden. Ginge es nach Khosrowshahi, sollte der Konzern sowieso an ganz anderen Kriterien gemessen werden - nämlich an der vom Unternehmen selbst eingeführten Metrik "Monthly Active Platform Consumers" (MAPC). Diese Zahl zeige die monatlichen Kunden, die eine Fahrt über die Mobility-Plattform gebucht hätten. Übrigens vermittle die Plattform neben dem klassischen Transport-Geschäft auch Fahrten mit Elektrorollern und E-Bikes, sowie Essens-Bestellungen beim Lieferdienst Uber Eats. Im vierten Quartal 2018 sei die Summe der sogenannten MAPCs um 35 Prozent auf 91 Millionen gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Wenn es Uber nun gelinge, dieses Wachstum auch durch weniger branchenspezifische Kennzahlen zu belegen, könnte den Kaliforniern ein sonniger Börsen-Frühling bevorstehen. (Analyse vom 12.04.2019)

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (15.04.2019/ac/a/n)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.