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Sa, 18. April 2026, 20:57 Uhr

"Unsere Währung - Euer Problem?"


28.01.26 14:30
Julius Bär Holding

Zürich (www.aktiencheck.de) - Präsident Trump zeigt sich unbeeindruckt vom Wertverlust des US-Dollars in den letzten Tagen - prompt setzt sich die Rally an den Edelmetallmärkten fort. Scheinbar reagieren die Märkte eher auf einen potenziellen Wertverlust des Dollars als auf den tatsächlichen Wertverlust, so Carsten Menke, Head Next Generation Research bei Julius Bär.

Das Ausmaß der Kursbewegungen auf den Edelmetallmärkten sei einfach erstaunlich. Nach den Äußerungen von Präsident Trump, er sei nicht besorgt über den Rückgang des US-Dollars in den vergangenen Tagen, sei der Greenback weiter abgerutscht und habe damit die Gold- und Silberpreise auf über 5.250 US-Dollar bzw. 115 US-Dollar pro Unze getrieben.

Die Metallmärkte schienen in letzter Zeit deutlich sensibler auf Bewegungen des US-Dollars zu reagieren als früher. Während der Dollar seit Jahresbeginn nur um etwas mehr als 3% gefallen sei, seien Gold und Silber um rund 20% bzw. 60% gestiegen. Diese Entwicklung gehe weit über den tatsächlichen Rückgang des Dollars hinaus. Sie spiegele eine wachsende Besorgnis über die politischen Machtspiele von Präsident Trump wider, sowohl im Inland als auch im Ausland, und drehe sich um das potenzielle Abrutschen des Dollars.

"Der Dollar ist unsere Währung, aber Euer Problem", habe der damalige US-Finanzminister John Connally 1971 gesagt. Für die Edelmetallmärkte scheine dieses Zitat die aktuelle Situation sehr gut widerzuspiegeln. Dort sei die Absicherung gegen mögliche Währungsabwertung in vollem Gange, obwohl anderswo kaum Anzeichen dafür zu finden seien, insbesondere nicht auf dem viel größeren Anleihemarkt.

Es brauche nicht viel Geld, um die Gold- und Silberpreise zu bewegen. Bei der Überprüfung der Kapitalflüsse stelle Julius Bär fest, dass physisch gedeckte Goldprodukte seit Jahresbeginn kontinuierliche Zuflüsse verzeichnen würden. Dies stehe im Gegensatz zu Silber, wo solche Produkte Abflüsse verzeichnen würden, was möglicherweise auf Gewinnmitnahmen westlicher Investoren hindeute. Allerdings sehe Julius Bär Preisbewegungen dieser Größenordnung nicht in den physischen Märkten begründet.

Kurzfristige und spekulative Terminhändler hätten das Sagen und nutzen sowohl etablierte Börsen als auch zunehmend Blockchain-basierte Plattformen wie Hyperliquid. Silber sei nach Bitcoin und Ethereum zum drittaktivsten Markt auf Hyperliquid geworden. Derzeit würden die Kapitalflüsse die Fundamentaldaten dominieren, die für Gold und Silber nach wie vor insgesamt günstig seien. Vor diesem Hintergrund halte Julius Bär die technische Analyse für ein besser geeignetes Instrument zur Beurteilung des Marktes. Julius Bär halte vorerst an seinen etablierten Einschätzungen fest - konstruktiv für Gold und neutral für Silber -, werde aber seine Kursziele überprüfen. (28.01.2026/ac/a/m)




 
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