Power Corporation of Canada
WKN: 864840 / ISIN: CA7392391016CA7392391016 - Power Corporation of Canada
| eröffnet am: | 23.04.26 00:18 von: | MrTrillion3 |
| neuester Beitrag: | 24.04.26 13:24 von: | MrTrillion3 |
| Anzahl Beiträge: | 2 | |
| Leser gesamt: | 995 | |
| davon Heute: | 3 | |
bewertet mit 0 Sternen |
||
|
|
||
Power Corporation of Canada ist keine klassische operative Einzelgesellschaft, sondern eine kapitalallokierende Finanzholding. Das ist der zentrale Punkt. Wer die Aktie kauft, kauft vor allem ein kontrolliertes Beteiligungsportfolio mit Schwerpunkt auf Versicherungen, Vorsorge, Vermögensverwaltung und alternativen Assets in Nordamerika und Europa. Die Kernbeteiligungen sind Great-West Lifeco, IGM Financial und die indirekt über Parjointco gehaltene Beteiligung an GBL; dazu kommen die alternativen Plattformen Sagard und Power Sustainable sowie die Beteiligung an Wealthsimple. Offiziell beschreibt sich Power als internationale Management- und Holdinggesellschaft mit Fokus auf Finanzdienstleistungen in Nordamerika, Europa und Asien. (Power Corporation)
Zur Einordnung der Stammdaten: ISIN ist CA7392391016, WKN 864840. Der Hauptticker in Toronto lautet POW. An der Frankfurter Börse wird die Aktie unter dem Symbol PCR geführt. Der Schlusskurs am 21.04.2026 lag in Toronto bei 72,09 CAD; Yahoo wies dazu eine Marktkapitalisierung von rund 45,6 Mrd. CAD aus. Reuters zeigte wenige Tage davor 73,36 CAD und eine Dividendenrendite von rund 3,6 %, was in derselben Größenordnung liegt. (Deutsche Börse Live)
Das „Sortiment“ von Power besteht daher nicht aus Konsumprodukten, sondern aus Finanzprodukten und Beteiligungsplattformen. Great-West Lifeco liefert Lebens- und Krankenversicherung, Altersvorsorge, Vermögensverwaltung und Rückversicherung. IGM ist ein kanadischer Vermögensverwalter und Wealth-Manager mit IG Wealth Management und Mackenzie. GBL ist eine europäische Beteiligungsholding. Sagard deckt Venture Capital, Private Equity, Private Credit und Real Estate ab; Power Sustainable bündelt Strategien in Energieinfrastruktur, Infrastrukturkrediten, Agri-Food-Private-Equity und Dekarbonisierung. Wealthsimple wiederum ist die digitale Wachstumsoption im Konzern. Das macht Power zu einer Art börsennotiertem Familienkapitalvehikel mit deutlichem Schwerpunkt auf langfristiger Kapitalallokation statt auf kurzfristiger Gewinnmaximierung. (Power Corporation)
Historisch ist Power Corporation alt, groß und geprägt von der Familie Desmarais. Das Unternehmen geht auf 1925 zurück. 1968 übernahm Paul Desmarais die Kontrolle. Danach wurde Power Schritt für Schritt von einer stärker industrie- und utilities-nahen Struktur zu einer Finanzholding umgebaut. Wichtige Meilensteine waren die Gründung von Power Financial 1984, die Expansion über Pargesa/GBL in Europa, die Stärkung von Great-West Lifeco durch Zukäufe wie London Life und Canada Life, der Ausbau von IGM sowie seit den 2000ern der Aufbau von Sagard und später Power Sustainable. 2019/2020 wurde die Struktur vereinfacht und der Fokus nochmals klarer auf Finanzdienstleistungen und alternatives Asset Management gelegt. (powercorporationhistory.com)
Fundamental war 2025 ordentlich, aber man muss bei Power sauber zwischen IFRS-Gewinn, bereinigtem Gewinn und innerem Wert unterscheiden. Für 2025 meldete Power einen Nettogewinn aus fortgeführten Aktivitäten von 2,572 Mrd. CAD beziehungsweise 4,01 CAD je Aktie. Das bereinigte Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten lag höher bei 3,400 Mrd. CAD beziehungsweise 5,31 CAD je Aktie. Der Buchwert je Aktie lag Ende 2025 bei 36,31 CAD. Viel wichtiger für eine Holding ist hier aber der ausgewiesene Adjusted Net Asset Value: 85,77 CAD je Aktie zum 31.12.2025 gegenüber 60,44 CAD ein Jahr zuvor. Das zeigt zweierlei: Erstens ist der innere Wert nach Managementrechnung deutlich höher als der IFRS-Buchwert. Zweitens bleibt die Aktie trotz des starken Laufs strukturell eher ein NAV-/Holding-Discount-Fall als eine einfache KGV-Story. (Power Corporation)
Die Qualität des Konzerns steht und fällt mit den großen Töchtern. Great-West Lifeco ist der mit Abstand wichtigste Werttreiber; im Holding-Asset-Mix entfielen Ende 2025 rund 58 % der Vermögensbasis auf Lifeco. IGM lag bei rund 15 %, GBL bei rund 11 %, Sagard bei rund 5 % und Power Sustainable bei rund 1 %. Zusätzlich ist Wealthsimple bilanziell und strategisch relevant: Ende 2025 hielt die Power-Gruppe kollektiv 52,4 % unverwässerte Anteile an Wealthsimple; die Plattform hatte 3,2 Millionen Kunden und 111,3 Mrd. CAD Assets under Administration, nach 64,0 Mrd. CAD im Vorjahr. Das ist der wichtigste eingebaute Wachstumshebel im Konzern. (Power Corporation)
Auch die alternativen Plattformen wachsen, aber sie sind noch kein perfekt ausdefinierter Gewinnmotor. Sagard kam Ende 2025 auf 47,4 Mrd. CAD Assets under Management, nach 39,3 Mrd. CAD im Vorjahr. Power Sustainable lag bei 4,4 Mrd. CAD AUM. Das ist operativ attraktiv, weil dritte Anlegergelder den Konzern weniger kapitalintensiv wachsen lassen. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass diese Plattformen noch im Aufbau sind: Für 2025 meldete Sagard auf Fee-related-Earnings-Basis minus 25 Mio. CAD, Power Sustainable minus 31 Mio. CAD. Anders gesagt: strategisch interessant, aber in der Ergebnisqualität noch nicht auf dem Niveau der etablierten Versicherungs- und Wealth-Beteiligungen. (Power Corporation)
Die Dividende ist für viele Anleger ein Hauptargument. Für 2025 wurden 2,45 CAD je Aktie ausgeschüttet. Im März 2026 erhöhte Power die Quartalsdividende um 9 % auf 0,6675 CAD je Aktie, zahlbar am 1. Mai 2026. Hochgerechnet ergibt das 2,67 CAD pro Jahr. Yahoo wies zum 21.04.2026 eine Forward-Dividende von 2,67 CAD und eine Rendite von rund 3,70 % aus. Das ist ordentlich, aber nicht spektakulär hoch. Die eigentliche Stärke liegt eher in der Verlässlichkeit und im Dividendenwachstum, das wiederum durch steigende Ausschüttungen von Lifeco und IGM unterstützt wird; beide erhöhten ihre Quartalsdividenden Anfang 2026 jeweils um 10 %. (Power Corporation)
Bei den Kurszielen ist die Lage nicht ganz sauber, weil verschiedene Datenanbieter für denselben Zeitraum unterschiedliche Analysten-Stichproben zeigen. Yahoo nannte einen 1-Jahres-Konsens von 73,22 CAD. MarketBeat kam auf 75,38 CAD Durchschnitt, mit einer Spanne von 71 bis 79 CAD. Investing zeigte 73,22 CAD Konsens, Hoch 79 CAD, Tief 58 CAD. Das heißt unterm Strich: Das Analystenbild ist eher neutral bis leicht positiv, aber nicht euphorisch. Gegenüber dem Schlusskurs von 72,09 CAD am 21.04.2026 ist das rechnerische Aufwärtspotenzial aus dem Konsens klein. Für einen Langfristanleger ist das weniger wichtig als die Frage, ob der NAV weiter wächst und der Holding-Abschlag enger wird. (ca.finance.yahoo.com)
Genau hier liegt der eigentliche Investmentcase. Power ist aus meiner Sicht keine Aktie für Leute, die in den nächsten zwölf Monaten eine Neubewertung um 50 % erwarten. Dafür ist das Geschäftsmodell zu reif und zu stark von börsennotierten Töchtern geprägt. Es ist eher eine Qualitäts-Holding mit familiengeprägter Kontrolle, solider Bilanzdisziplin, wiederkehrenden Cashflows aus Versicherungen und Vermögensverwaltung sowie optionalem Mehrwert aus alternativen Assets und Wealthsimple. Dazu kommt aktives Kapitalmanagement: 2025 kaufte Power 12,4 Millionen eigene Aktien für 711 Mio. CAD zurück; bis 18.03.2026 wurden unter dem neuen NCIB bereits weitere 3,0 Millionen Aktien für 206 Mio. CAD erworben. Solche Rückkäufe sind bei einem Holding-Discount rational und aktionärsfreundlich. (Power Corporation)
Die Schwächen muss man trotzdem klar benennen. Erstens ist die Struktur komplex. Wer Power kauft, muss Beteiligungsabschläge, Minderheiten, Look-through-Bewertungen und Non-IFRS-Kennzahlen akzeptieren. Zweitens hängt viel an der Entwicklung der großen Beteiligungen, vor allem Lifeco. Drittens sind Sagard und Power Sustainable zwar strategisch interessant, aber noch keine voll ausgereiften Cash-Cows. Viertens kann der Abschlag zum inneren Wert hartnäckig bleiben; bei Holdings ist das kein Fehler des Markts, sondern oft Dauerzustand. Fünftens ist Power kein aggressiver Compounder wie Berkshire in seinen besten Jahrzehnten, sondern eher ein defensiver, gut geführter Finanzverbund mit begrenzter, aber realer Wachstumsoption. Diese Einordnung ist meine Einschätzung, nicht eine vom Unternehmen veröffentlichte Aussage. Die belastbaren Datenbasis-Punkte dazu sind das starke Gewicht von Lifeco, die noch negativen Fee-related-Earnings der Alternativplattformen und die hohe Differenz zwischen Kurs und ausgewiesenem NAV. (Power Corporation)
Für die nächsten 5 bis 15 Jahre halte ich Power Corporation of Canada für einen vernünftigen Langfristtitel, aber nicht für eine Rakete. Das Chance-Risiko-Profil ist eher konservativ attraktiv als spektakulär. Positiv sind die starke Stellung in kanadischer Vorsorge und Vermögensverwaltung, die internationale Aufstellung von Lifeco, die Kapitalallokationskultur der Desmarais-Gruppe, das Dividendenwachstum, Rückkäufe sowie die optionale Wertsteigerung aus Wealthsimple und dem Ausbau von Sagard. Auf der Gegenseite stehen Zins- und Kapitalmarktrisiken, regulatorische Risiken im Finanzsektor, die Komplexität der Struktur und die Möglichkeit, dass der Holding-Abschlag nie wirklich verschwindet. Meine Einschätzung lautet deshalb: gute Aktie für geduldige Anleger, die Qualität, Ausschüttungen und vernünftige Kapitalallokation suchen; weniger geeignet für Anleger, die schnelles Umsatz- oder Gewinnwachstum im Stil eines reinen Growth-Werts erwarten. (Power Corporation)
Unterm Strich ist Power Corporation of Canada für mich eine der solideren nordamerikanischen Holding-Aktien im Finanzbereich. Nicht billig im simplen KGV-Sinn, aber auf Holding-Basis weiter interessant, weil der ausgewiesene NAV deutlich über dem Börsenkurs liegt und die Qualität der Kernassets hoch ist. Wer mit Holding-Komplexität leben kann und ein langfristig orientiertes, familiengeprägtes Finanzkonglomerat mit solider Dividende sucht, findet hier ein brauchbares Paket. Wer dagegen maximale Transparenz, einen einfachen Equity-Case oder zweistellige operative Wachstumsraten erwartet, ist hier falsch. (Power Corporation)
Autor: ChatGPT
Die Familie Desmarais ist bei Power Corporation nicht bloß „Großaktionär“, sondern der eigentliche Kontrollkern. Das ist für die Aktie zentral.
Paul Desmarais Sr. übernahm 1968 die Kontrolle über Power Corporation und machte aus der ursprünglichen Utility-/Industrieholding schrittweise einen Finanz- und Beteiligungskonzern. Er führte Power bis 1996 als Chairman und CEO; danach übernahmen seine Söhne Paul Desmarais Jr. und André Desmarais die operative Führung. Paul Sr. starb 2013, die Kontrolle blieb aber in der Familie. (thecanadianencyclopedia.ca)
Heute läuft die Kontrolle nicht einfach über direkt gehaltene Stammaktien, sondern über eine Familien- und Holdingstruktur. In den aktuellen Power-Unterlagen heißt es, dass die Stimmrechtskontrolle bei der Desmarais Family Residuary Trust liegt; der Trust kontrolliert Pansolo Holding Inc., über die wesentliche Stimmrechte gehalten werden. (powercorporation.com) Das heißt praktisch: Ein normaler Aktionär kauft wirtschaftliche Beteiligung, aber keine echte Kontrolle. Strategische Richtung, Board-Kontinuität und Kapitalallokationskultur sind stark familiengeprägt.
Die zweite Generation ist weiterhin sichtbar. Paul Desmarais Jr. ist Chairman von Power Corporation; André Desmarais ist Deputy Chairman. Beide sitzen seit Jahrzehnten im Machtzentrum der Gruppe. Power selbst listet beide weiterhin im Board. (powercorporation.com) Gleichzeitig wird die operative Führung professionalisiert: Power kündigte im Februar 2026 an, dass Jeffrey Orr Vice-Chair wird und James O’Sullivan President und CEO werden soll. Das spricht für eine Trennung zwischen Familienkontrolle auf Board-/Eigentümerebene und professionellem Management im Tagesgeschäft. (powercorporation.com)
Interessant ist inzwischen die dritte Generation. Paul Desmarais III ist mit Sagard verbunden, also mit der alternativen Investmentplattform der Gruppe. Olivier Desmarais ist bei Power Sustainable sichtbar. Maclean’s beschreibt die Familie 2025 mit einem geschätzten Vermögen von 12,7 Mrd. CAD und nennt ausdrücklich Olivier Desmarais bei Power Sustainable sowie Paul Desmarais III bei Sagard. (Macleans.ca) Das ist wichtig, weil genau diese Plattformen langfristig den „neuen“ Wachstumshebel neben Great-West Lifeco und IGM bilden sollen.
Der Stil der Familie ist eher kanadisch-europäisch als Silicon-Valley-artig: lange Haltedauer, Kontrolle, Netzwerke, stille Kapitalallokation, keine laute Gründerstory. Power ähnelt deshalb weniger einem normalen Finanzkonzern und mehr einem börsennotierten Familienvehikel mit institutioneller Hülle. Das kann ein Vorteil sein, weil keine Quartalshektik dominiert. Es kann aber auch ein Nachteil sein, weil Minderheitsaktionäre strukturell weniger Einfluss haben und der Holdingabschlag dauerhaft bleiben kann.
Politisch und gesellschaftlich war die Familie immer sehr gut vernetzt. Paul Desmarais Sr. galt als einer der einflussreichsten kanadischen Unternehmer; die Familie hatte enge Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Europa. Dazu gehört auch die Eheverbindung von André Desmarais mit France Chrétien, der Tochter des früheren kanadischen Premierministers Jean Chrétien. Solche Netzwerke sind Teil der Geschichte der Gruppe, aber man sollte daraus nicht automatisch einen heutigen Investmentvorteil ableiten. Gesichert ist: Die Familie war und ist außergewöhnlich gut vernetzt. Nicht gesichert wäre: „Deshalb bekommt Power bessere Deals.“ Das wäre Spekulation.
Für Anleger ist die Desmarais-Familie also gleichzeitig Pluspunkt und Governance-Risiko.
Pluspunkte:
Die Familie denkt sehr langfristig, hat viel eigenes Vermögen am Konzern hängen, versteht Holdingstrukturen, und Power hat über Jahrzehnte bewiesen, dass sie große Finanzbeteiligungen diszipliniert halten und entwickeln kann.
Risiken:
Die Kontrolle liegt faktisch nicht beim Streubesitz. Wenn die Familie eine strategische Richtung vorgibt, können Minderheitsaktionäre das kaum ändern. Außerdem sind Familienholdings oft schwerer zu bewerten, weil der Markt einen Kontrollabschlag beziehungsweise Holdingabschlag verlangt.
Meine Einschätzung: Bei Power ist die Desmarais-Familie eher ein Qualitätsmerkmal als ein Warnsignal. Aber man muss ehrlich sein: Du kaufst hier kein demokratisch kontrolliertes Public-Company-Modell, sondern ein familienkontrolliertes Kapitalallokationsvehikel. Genau das ist der Investmentcase – und genau das ist auch der Grund, warum der Abschlag zum NAV nicht einfach verschwinden muss.
Autor: ChatGPT
