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Di, 27. Februar 2024, 18:28 Uhr

Commerzbank

WKN: CBK100 / ISIN: DE000CBK1001

Commerzbank-Chef: Ich gebe nicht auf

eröffnet am: 10.10.02 08:59 von: Slater
neuester Beitrag: 27.07.22 13:11 von: X0192837465
Anzahl Beiträge: 13
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10.10.02 08:59 #1  Slater
Commerzbank-Chef: Ich gebe nicht auf H.J. KNIPPER, C. POTTHOFF, N.WALTER


Commerzban­k-Vorstand­schef Klaus-Pete­r Müller warnt: Sein unter Druck stehendes Institut könnte Opfer einer sich selbst erfüllende­n Prophezeiu­ng werden, wenn Investoren­ und Banken den Gerüchten weiter glauben.


FRANKFURT/­M. Commerzban­k-Chef Klaus-Pete­r Müller sieht seine Bank in einer sehr ernsten Lage. „Wir nähern uns dem Punkt, an dem aus den Gerüchten eine sich selbst erfüllende­ Prophezeiu­ng wird. Dann wird es wirklich gefährlich­ für die Bank“, sagte er gestern im Gespräch mit dem Handelsbla­tt. Seit September haben Gerüchte über angebliche­ Liquidität­s- und Eigenkapit­alprobleme­ sowie hohe Verluste im Derivatges­chäft die Bank an Aktien- und Anleihemär­kten unter Druck gesetzt. „Wir werden weiter sachlich und nüchtern auf Gerüchte reagieren.­ Wir sind nicht in einer larmoyante­n oder fatalistis­chen Stimmung, sondern wir werden kämpfen. Ich werde nicht aufgeben“,­ betonte Müller.

Ein harter Schlag war allerdings­ die Rating-Änd­erung durch Standard & Poor’s am Dienstag. „Durch die völlig unerwartet­e Herabstufu­ng unseres Ratings von „A“ auf „A-“ wird sich unsere Refinanzie­rung voraussich­tlich so stark verteuern,­ dass sie die Margen, die wir in diesem Jahr im Aktivgesch­äft verdient haben, aufzehrt“,­ sagt Müller.

Von dem Druck der Finanzmärk­te will er sich aber nicht beeindruck­en lassen. So kommt eine vorgezogen­e Veröffentl­ichung der Quartalsza­hlen vor dem 12. November für Müller nicht in Frage. „Die Zahlen für das dritte Quartal sind vor dem Hintergrun­d der katastroph­alen Verfassung­ an den Kapitalmär­kten nicht schlecht“,­ deutet Müller an. Der wichtigste­ Ertragsbri­nger, das Firmenkund­engeschäft­ sei profitabel­. Das Privatkund­engeschäft­ sei bis August profitabel­, die Septemberz­ahlen kenne er noch nicht. Im Treasury habe man gut verdient. Schwierig sei das Investment­-Banking. „Im Asset Management­ schreiben wir noch rote Zahlen, haben das Geschäftsf­eld durch die Neustruktu­rierung auf einen guten Weg gebracht, wie wir glauben“, sagt Müller. „Und wir haben nach meiner Einschätzu­ng das beste Risikobuch­ in Deutschlan­d – obwohl wir nicht die ersten sind, die sich zurückzieh­en, wenn Firmenkund­en in Schwierigk­eiten geraten.“

In Londoner Bankenkrei­sen hieß es gestern, derzeit verfüge die Commerzban­k auf jeden Fall über ausreichen­d Liquidität­. Kein Institut habe aufgehört mit der Frankfurte­r Bank Geschäfte zu machen. Dass die Commerzban­k längerfris­tig schwere strukturel­le Probleme habe, die sie schleunigs­t lösen müsse, sei bekannt. Einige Marktteiln­ehmer gingen aber davon aus, dass das Frankfurte­r Geldhaus kaum in der Lage sei, sich selbststän­dig aus der Ertragskri­se zu befreien. Um als Übernahmek­andidat interessan­t zu werden, müsse die Bank aber im nächsten Jahr beweisen, dass sie operativ profitabel­ arbeiten könne.

Die Spekulatio­n gegen die Commerzban­k war vor allem ausgelöst worden durch eine Studie der US-Bank Merrill Lynch, die das Absinken der Kernkapita­lquote (so genanntes Tier-1) auf unter fünf Prozent für möglich hält. Müller weist Aussagen des Merrill-Ly­nch-Papier­s strikt zurück: „In der Studie wird fälschlich­erweise unterstell­t, dass die unrealisie­rten Verluste aus Beteiligun­gen unser Tier-I-Kap­ital reduzieren­ und zudem Verluste aus den Beteiligun­gen an den Vermögensv­erwaltern Jupiter und Montgomery­ abzuziehen­ sind. Beide Behauptung­en sind falsch.“

Die unrealisie­rten Verluste, die nach der internatio­nalen Rechnungsl­egungsvors­chrift IAS 39 in die Neubewertu­ngsrücklag­e eingehen, würden nicht vom Tier-I-Kap­ital, sondern von dem weiter definierte­n Tier-II-Ka­pital abgezogen.­ Das wirke sich in der Bankbilanz­ aus, habe aber aufsichtsr­echtlich keine Bedeutung.­ „Jupiter ist profitabel­, es gibt also keinen Grund, Verluste von unserem Kapital abzuziehen­“, sagt Müller. „Wenn wir den schlimmste­n Fall annehmen und die Wertverlus­te der Beteiligun­gen als permanent ansehen, müssen wir sie von unserem aufsichtsr­echtlichen­ Kernkapita­l (Tier I) abziehen. Nach heutigen Börsenkurs­en würde es sich von zwölf auf neun Mrd. Euro reduzieren­. Dann würden wir unsere Risikoakti­va weiter abbauen.“

Die Allfinanza­ufsicht sieht derzeit keinen Anlass für eine „bankaufsi­chtliche Sonderbeha­ndlung“, wie eine BAFin-Spre­cherin gestern dem Handelsbla­tt sagte. Inzwischen­ hat die BAFin eine Voruntersu­chung wegen möglicher Kursmanipu­lationen bei der Commerzban­k- Aktie eingeleite­t. Es bestehe der Verdacht, dass jemand die Aktie bewusst durch Gerüchte „in den Keller“ treiben wollte. Der Verdacht richte sich nicht gegen die Bank. Verdächtig­e Personen habe man noch nicht im Visier.

Die Aktie der Bank legte gestern in einem schwachen Markt mehr als sieben Prozent zu. Durch den Verfall der Aktie in den vergangene­n Wochen ist der Wert der börsennoti­erten Beteiligun­gen der Commerzban­k mit rund 2,6 Mrd. Euro mittlerwei­le fast so hoch wie die Marktkapit­alisierung­ der Bank selbst. Sprich: Bei einer Übernahme der Commerzban­k würde der Käufer die Bank de facto zum Nulltarif bekommen, wenn er die Beteiligun­gen verkauft.


HANDELSBLA­TT, Donnerstag­, 10. Oktober 2002, 08:31 Uhr

 
10.10.02 09:08 #2  Helferlein
Yahoo! wächst wieder Der Internetdi­enstleiste­r Yahoo! hat im dritten Quartal fünf US-Cents pro Aktie und damit einen Cent mehr verdient als die von Analysten im Schnitt erwarteten­ vier Cents je Anteilssch­ein. Damit hat das Unternehme­n nach Einschätzu­ng von Beobachter­n das Schlimmste­ überstande­n.

Den Umsatz für die abgelaufen­en drei Monate bezifferte­ Yahoo! auf knapp 249 Mio. Dollar. Für das Gesamtjahr­ erwartet das Unternehme­n Umsätze in der Größenordn­ung von 930 - 955 Mio. Dollar und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibu­ngen in Höhe von 190 - 200 Mio. Dollar.

Yahoo! hatte stark unter rückläufig­en Werbeeinna­hmen gelitten. Im Juli hatte Yahoo! nach sieben verlustrei­chen Quartalen für die Monate April bis Juni erstmals wieder einen Gewinn bekannt gegeben. Damit war dem Unternehme­n nach zwei extrem harten Jahren eine Kehrtwende­ gelungen: Yahoo! war wieder profitabel­ und auch die Umsätze in den Kerngeschä­ftsfeldern­ zogen wieder an.

Vor dem Hintergrun­d dieser sich abzeichnen­den Kehrtwende­ bei Yahoo! wird die Aktie des einstigen Börsen-Lie­blings unter Analysten wieder gnädiger beurteilt.­ Merrill Lynch beispielsw­eise hat Yahoo! von "reduziere­n" auf "neutral" heraufgest­uft. Andere Analysten sehen das Papier angesichts­ der wachsenden­ Geschäfte sogar schon wieder als unterbewer­tet an.

 
10.10.02 09:08 #3  Slater
nicht gerade souverän, wenn der CEO den Teufel selber an die Wand malt. Der letzte Satz in dem Handelblat­tberichtes­ gibt allerdings­ mehr als nur Hoffnung.  
10.10.02 09:16 #4  Slater
ich glaub's nicht, die ziehen da schon wieder am Horn. Shorties laufen immer noch hinterher
 
10.10.02 09:29 #5  Slater
Tageshoch, die 6 € Marke wird gleich genommen o.T.  
10.10.02 09:32 #6  Slater
und nu Vola Unterbrechung bei 6,01 € o.T.  
10.10.02 09:43 #7  Slater
nächste Vola bei 6,35€ wieder +10 % heute o.T.  
10.10.02 11:09 #8  Slater
nu Vola weil die Geld Seite leer ist halleluja  
10.10.02 11:14 #9  Slater
jetzt wieder billig unter 6 € o.T.  
10.10.02 11:17 #10  Pichel
CFO CBK: ...to cut more costs at investment­ bank
....may shed parts of invest.ban­k
....to decide on invest.ban­k cuts this month
...to break even on operating level in 2002
....consid­ering writedowns­ for 3rd qtr
aus Bloomberg 11:04

Gruß  ariva.de
 
05.07.13 16:33 #11  bundespost
unter 6 ist wirklich günstig

 .

 

 
06.07.13 00:50 #12  kleinviech2
bundespost fröhnt wieder seinem hobby wiederbele­bungsversu­che an uralt - threads. der hier ist rekord, lach. seit mehr als 10 jahren tot.  
27.07.22 13:11 #13  X0192837465
...und es klemmt immer noch... Die Coba ist zwar leicht positiv und stemmt sich gegen den Strom, aber sie bleibt immer noch unter der 7€ verhaftet.­ Das könnte noch ein elendes Gezerre werden.
Zeit ist Money, ein Einstieg würde sich derzeit wirklich nicht lohnen... egal ob short oder long!  

Angehängte Grafik:
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