Das Zinstief und die Commerzbank
| eröffnet am: | 10.05.16 11:05 von: | Nachdenker |
| neuester Beitrag: | 10.05.16 11:13 von: | Zeitungsleser |
| Anzahl Beiträge: | 2 | |
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10.05.16 11:05
#1
Nachdenker
Das Zinstief und die Commerzbank
Top-Titel der Börsenzeitung vom 4. Mai: "Zinstief verhagelt Commerzbank Startquartal" schreibt Bernd Neubacher. Und auf Seite 2 wiederholt derselbe Topredakteur "Zinstief beschert Commerzbank Gewinneinbruch".
Doch das ist nur die Dritttel-Wahrheit. Schaut man sich die Zahlen im Artikel auf Seite 2 an, so betrug der Zinsrückgang gegenüber dem Vorjahr nur 95 Mio . Der Provisionsüberschuss ging eben auch zurück, um 94 Mio . Aber viel schlimmer, das Handelsergebnis ging um 563 Mio zurück. Da also liegt der Hund begraben, nicht bei den Zinsen.
Warum also gibt die Börsenzeitung den Schnelllesern (nur Überschriften) eine falsche Information? Will sie damit 'influence policy' betreiben? - Sowas ist unseriös, Herr Dr. Neubacher.
Doch das ist nur die Dritttel-Wahrheit. Schaut man sich die Zahlen im Artikel auf Seite 2 an, so betrug der Zinsrückgang gegenüber dem Vorjahr nur 95 Mio . Der Provisionsüberschuss ging eben auch zurück, um 94 Mio . Aber viel schlimmer, das Handelsergebnis ging um 563 Mio zurück. Da also liegt der Hund begraben, nicht bei den Zinsen.
Warum also gibt die Börsenzeitung den Schnelllesern (nur Überschriften) eine falsche Information? Will sie damit 'influence policy' betreiben? - Sowas ist unseriös, Herr Dr. Neubacher.
10.05.16 11:13
#2
Zeitungsleser
Sieht man überall
Das nennt man wohl Komplexitätsreduktion. Welcher Journalist kann schon Bankbilanzen richtig interpretieren. Der müsste sich mit hochkomplexen aufsichtsrechtlichen Sachverhalten, besonderen Rechnungslegungsvorschriften, Markt- und Wettbewerbssituation und dergleichen beschäftigen. Das kann ein Journalist allein schon aufgrund seiner Ausbildung nicht leisten. Deshalb werden ja auch häufig nur die Pressemitteilungen abgeschrieben bzw. nur leicht umformuliert.
Das nennt man wohl Komplexitätsreduktion. Welcher Journalist kann schon Bankbilanzen richtig interpretieren. Der müsste sich mit hochkomplexen aufsichtsrechtlichen Sachverhalten, besonderen Rechnungslegungsvorschriften, Markt- und Wettbewerbssituation und dergleichen beschäftigen. Das kann ein Journalist allein schon aufgrund seiner Ausbildung nicht leisten. Deshalb werden ja auch häufig nur die Pressemitteilungen abgeschrieben bzw. nur leicht umformuliert.
