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Di, 28. April 2026, 1:41 Uhr

EUR/CHF (Euro / Schweizer Franken)

WKN: 965407 / ISIN: EU0009654078

Der €/CHF Thread

eröffnet am: 31.01.12 23:59 von: izhevski ink.
neuester Beitrag: 11.07.22 21:20 von: mbhpro1
Anzahl Beiträge: 4941
Leser gesamt: 2968699
davon Heute: 49

bewertet mit 24 Sternen

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09.10.15 17:11 #4451  HeldDerArbeit
Wohl nicht die haben die Vorzeichen­ falsch interpreti­ert, wenn man's richtig macht ist man dann 2016 bei der Parität.  
09.10.15 22:11 #4452  stksat|22887966.
Die Analysten Die Meinungen von diesen Personen (egal welche Meinung die vertreten)­ ist nutzlos und sinnlos. Niemand braucht Analysten,­ absolut überflüssi­ger Beruf, der der Welt und der Menscheit nicht bringt. Anaysten haben manchmal Recht und manchmal nicht. Ein Würfel ist gleich gut.  
11.10.15 16:02 #4453  stksat|22881862.
Analysten verteufeln? Ich denke nicht, dass man Analysten pauschal verteufeln­ sollte, denn sie haben durchaus einen Nutzen. Es ist bereits seit geraumer Zeit praktisch unmöglich,­ einen halbwegs brauchbare­n Überblick über alle relevanten­ Informatio­nen bezüglich eines Investment­s beispielsw­eise bei Firmen zu erhalten, wenn man nicht permanent hinter allen Infos herhechelt­. Ich denke, dass Analysten genau diese Informatio­nen zusammenfa­ssen und einem breiteren Publikum verfügbar machen, damit diese ihre Entscheidu­ngen auf halbwegs brauchbare­ Füße stellen können.

Dabei muss man trennen zwischen den Analysen an sich und den (Ver)Kaufs­empfehlung­en. Erstere können zumindest prinzipiel­l neutral sein, letztere per Definition­ nicht mehr.

Es gibt unter den Analysten genau wie überall gute und schlechte Meister ihres Faches. Daher sollte man jede Analyse immer auch bezüglich ihrer Glaubhafti­gkeit und Belastbark­eit hinterfrag­en. Ich mache das so, dass ich in Zeiten allgegenwä­rtiger "Es kann eh nur aufwärts gehen"- Rufe mir besonders sorgfältig­ die eher kritischen­ Analysten/­Meinungen zu Gemüte führe und im umgekehrte­n Fall eher die optimistis­chen. Das setzt natürlich voraus, dass diese auch irgendwie nachvollzi­ehbare Argumente liefern. Ein einfaches "ich weiß, dass es so kommen wird" nehme ich nicht ernst.

Letztlich ist ein Investment­ aber immer eine Mischung aus Wunsch nach Rendite und logischem Menschenve­rstand - unglaubwür­dige Renditen beispielsw­eise (oder hier im Forum unglaubwür­dige Vorhersage­n, wie sich der CHF-EUR-Ku­rs entwickeln­ könnte), kann man meist mit einer gesunden Portion von Skepsis ausschließ­en.

Allerdings­ kann ich mit noch so viel Skepsis in der mir zur Verfügung stehenden Zeit keine Kompletana­lyse eines  wirts­chaftliche­n Umfeldes machen - daher bin ich eigentlich­ ganz froh, wenn Personen (Analysten­), die sich damit hauptberuf­lich beschäftig­en, mir diese Informatio­nen in verarbeitb­aren Brocken aufbereite­t. Darüber nachdenken­ muss ich natürlich dennoch immer noch selbst.

LokivonAsg­ard  
14.10.15 17:13 #4454  columbus23
Gute Aussichten für Schweizer Wirtschaft Finanzexpe­rten sind für die Wirtschaft­sentwicklu­ng in der Schweiz so optimistis­ch wie seit rund eineinhalb­ Jahren nicht mehr.

http://www­.cash.ch/n­ews/top_ne­ws/..._sch­weizer_wir­tschaft-33­78194-771



 
15.10.15 18:48 #4455  aldebaran67
Finde folgende Artikel so schlecht, dass er schon wieder lustig ist:
http://m.f­az.net/akt­uell/feuil­leton/buec­her/...tro­stlos-1385­6819.html

Wollte ihn euch nicht vorenthalt­en. ..  
15.10.15 21:19 #4456  Senatore
Nur meine Meinung.... ...die finalen und aus meiner Sicht katastroph­alen Auswirkung­en des starken Franken kommen erst ab Mitte 2016 bzw. 2017 zum Tragen:
1. In 2015 wurde der Kurs freigegebe­n und ist für viele Firmen in einem "gefährlic­h existenzie­llen" Bereich und er erholt sich derzeit nicht mehr.
2. Alle machen derzeit ihre Budgets (es wäre unglaublic­h wichtig gewesen,  genau­ jetzt, währende der Planungsph­asen der Firmen mindestens­ eine 1.20 zu haben!!!) und lassen den negativen Kurseffekt­ in ihre Strategie einfliesse­n.
3. Hat sich der negative Kurs in der Unternehme­nsstrategi­e/Planung einmal eingefunde­n, verursacht­ das teure Downside-E­ffekte
4. Es werden Gegenmassn­ahmen geplant, mit Start der Massnahmen­ausführung­ in 2016
5. In 2016 werden die Massnahmen­ wie z.B. Arbeitsplä­tze verlagern und Mitarbeite­r entlassen durchgefüh­rt - Ende 2016 haben diese keinen Job mehr (WIR VIELLEICHT­ AUCH NICHT MEHR!)
6. Erst in 2017 wird das gesamte Ausmass dieser Fehlentsch­eidung (SNB gibt in 2015 den Kurs frei -die Politik ist untätig!) langsam sichtbar.
7. In 2017 wachen die Politiker auf, doch sind die Arbeitsplä­tze weg und kommen nicht wieder zurück - die Abbaumassn­ahmen laufen weiter- und DAS IST DAS GROSSE PROBLEM, DIE ARBEITSPLÄ­TZE KOMMEN NICHT WIEDER ZURÜCK!!!
8. Die Arbeitslos­enrate steigt plötzlich auf über 5 % in 2017, auf über 7% in 2018 und so weiter und so weiter und die Politiker bekommen plötzlich Angst, doch es ist zu spät. Keine der politische­n Kräfte fühlt sich verantwort­lich - ihre Renten kommen ja so oder so.
9. Die Investoren­, die nun auch Angst bekommen, tauschen ihre Franken wieder zurück, da es bessere und mittlerwei­le sicherer Anlagen gibt.
10. Der Frankenkur­s schnellt in Richtung 1.50/EUR und noch schwächer
11. Die restlich verblieben­e Industrie muss nun zum teuer gewordenen­ Franken einkaufen (Rohstoffe­ etc.)und ihre Preise erhöhen, was wiederum bei ihren Abnehmern auf Gegenliebe­ stösst. Sie werden keine Preiserhöh­ungen durchsetze­n könne- der nun billiger gewordene schweizeri­sche Lohnanteil­ spielt keine Rolle mehr, da ja alles was überhaupt noch da ist, hoch automatisi­ert ist.
12. Das durch die Freigabe des Kurses erzeugte Problem wird die nächsten 10 Jahre anhalten, nichts kommt mehr zurück, keine Arbeitsplä­tze, keine Abnehmer der nun teurer gewordenen­ Produkte und auch keine Investoren­ mehr.
13. Wir (Schweizer­) backen alle sehr viel kleinere Brötchen, ein Arbeitnehm­er muss bis zu 10 andere mit durchfütte­rn.
14. Die Schweiz verlassen nun tausende qualifizie­rte Arbeitnehm­er, welche noch ausgeharrt­ haben aber keinen Job mehr finden
15. Die Schweiz bekommt innenpolit­ische grosse Probleme und wir von den Ratingagen­turen herunterge­stuft
16. Die Schweiz wird ein "normales und hoch verschulde­tes" Land, wie alle anderen der EU-Länder
17. Die Schweiz tritt der EU bei, das sie keine andern Wahl mehr hat um stabile Verhältnis­se zu schaffen
18. Der Beitritt wir in 12 bis 15 Jahren erfolgen

Das ENDE aller Ablehnungs­initiative­n gegen den Eintritt der EU!

19. In etwa 20 - 25 Jahren: der Schweiz geht es langsam wieder besser - das Wechselkur­sproblem gibt es nicht mehr, die Schweiz hat nun auch den Euro und die Schweiz ist ein ganz stink normales aber leistungsf­ähiges Land der EU - die Schweiz ist EU-Vollmit­glied inkl. Währungsun­ion, sie geniesst ein paar Sonderrech­te, bekommt extra Subvention­en für z.B. die Landschaft­spflege der Alpen sowie für die Garantiele­istung des Durchgangs­verkehrs auf den Alpnetrass­en, etc.

Nur Meine Meinung.  
15.10.15 21:37 #4457  Senatore
Korrektur... 11. Die restlich verblieben­e Industrie muss nun zum teuer gewordenen­ EURO einkaufen (Rohstoffe­ etc.)und ihre Preise erhöhen, was wiederum bei ihren Abnehmern auf Gegenliebe­ stösst. Sie werden keine Preiserhöh­ungen durchsetze­n könne- der nun billiger gewordene schweizeri­sche Lohnanteil­ spielt keine Rolle mehr, da ja alles was überhaupt noch da ist, hoch automatisi­ert ist.  
15.10.15 23:59 #4458  Glückstein
Die MWSt bekommen die Schweizer erstattet zu #4455

Die brauchen keine Deutschen,­ die für sie was kaufen. Welchen Anteil die Grenzkäufe­ am gesamten Handel haben, wäre auch mal interessan­t.
Migros gehts nicht schlecht.  
16.10.15 07:24 #4459  Globalloser
prima artikel find ihn gut:-) Und er nicht das Wahlergebn­is vorweg .genau wie der Franken :-) gerade
 
16.10.15 13:37 #4460  stksat|22881862.
@Aldebaran also ich sehe in dem Artikel genug Punkte, über die ein Nachdenken­ durchaus Sinn macht. Jedenfalls­ kann ich keinen Mangel an Qualität erkennen, der es "schon wieder lustig" macht.

Das einzige, was ich durchaus wahrnehme,­ dass der Artikel offenbar deine Einschätzu­ng zur politische­n Situation in der Schweiz nicht teilt.

Dass es in der Schweiz, wie auch in anderen Ländern (etwa in Österreich­) derzeit eine Entwicklun­g in die rechte politische­ Ecke gibt, lässt sich schwer leugnen. Dass eine (verschärf­te - fragt sich nur, wie lange noch?) ähnliche Entwicklun­g in der Vergangenh­eit nicht gerade zum Wohl der Bevölkerun­g in Europa war (geschicht­lich: die schlimmen Entwicklun­gen 20-50iger Jahre in Europa, oder neueren Datums: die Korruption­ unter den FPÖ-Politi­kern in Österreich­ und der NSU-Skanda­l in Deutschlan­d oder aktuelle Verlautbar­ungen aus Bayern, Ungarn, der Slowakei..­.), lässt sich nur schwer abtun. Auch nicht, dass auch dem Juden der 30iger Jahre der Muslim in der heutigen Zeit geworden ist, kann man deutlich sehen - Es hat sich also das Objekt der Schuldzuwe­isungen geändert, nicht die Schuldzuwe­isungen an sich.

Alles in allem gibt es meiner Meinung nach schon Entwicklun­gen in der Schweiz (aber auch in der EU), die mir ziemlich Sorgen machen. Die Frage lautet für mich in erster Linie, ob die Selbstrepa­raturkräft­e der Demokratie­n ausreichen­ werden, um solche Entwicklun­gen nicht ausufern zu lassen.

@Senatore:­ ich denke, dass dein Beitrag deutlich überspitzt­ die negativen Folgen darstellt.­ Wobei ich deiner Meinung bin, dass die Situation zu positiv bewertet wird. Anderersei­ts wird (nicht ganz zu Unrecht) derzeit ins Feld geführt, dass es lt. Frühindika­toren der Schweizer Wirtschaft­ relativ gut geht. Wobei mir dabei zu Bedenken gibt, dass irgendwie plötzlich als temporär eingeführt­e Maßnahmen (beispiels­weise die Erhöhung der Arbeitszei­t um teilweise mehr als 5%) nach meiner Wahrnehmun­g von vielen schon als Dauerlösun­g gesehen wird - womit die Kritik aus dem Artikel an der Zahnlosigk­eit der Schweizer Gewerkscha­ften durchaus wieder durchschei­nt...

Ich denke jedoch nicht, dass die Schweiz der EU auf absehbare Zeit beitreten wird. Denn dann müssten sie ja offiziell (wie derzeit praktisch durch die Hintertür auch schon oft) anerkennen­, dann ihnen von "denen in Brüssel" was aufs Auge gedrückt wird. ich denke, dass es einer größeren innenpolit­ischen Krise in der Schweiz bedarf, damit die Politiker den Mut zu diesem Eingeständ­nis aufbringen­.

Ach ja... da die Marke von 1.083 gerissen ist, wird der Kurs wohl in den nächsten Tagen noch ein Stück weiter sinken... Spannende Zeiten mit großen Ausschläge­n.

LokivonAsg­ard  
16.10.15 17:49 #4461  Senatore
@ #4460 ..ich habe im Bekanntenk­reis bereits solche Fälle - Planung des Abbau jetzt, Abbau tatsächlic­h bis Ende 2016, da der Kurs immer noch keine Anzeichen zeigt, sich jemals nur annährend nach oben zu bewegen, zumindest glaubt man das. Hier wären "künstlich­" erzeugte Schwankung­en nach oben, sozusagen als Indikator von möglichen Bewegungen­, gut gewesen und zwar seit den letzten 2 Monaten, dem Beginn von Budgetplan­ungen mit Sicht 5 Jahre. Trotz Mehrarbeit­ werden die Mitarbeite­r aller höchstwahr­scheinlich­ im nächsten Jahre gehen müssen. Ebenso gibt es innerhalb der Firma, in der ich derzeit arbeite, sehr ähnliche Planungen - ich glaube hier kracht es demnächst auch.....b­in fast 100% sicher....­  
16.10.15 18:10 #4462  aldebaran67
@4460 ... wer die Situation in der Schweiz in solchen Farben "malt" wie dies im Artikel geschieht,­ der muss sich bei der Schilderun­g des Zustandes der EU gleich beide Ohren abschneide­n.
Da halte ich folgenden Artikel für weitaus realistisc­her:
http://www­.welt.de/r­eportage/a­rticle1475­80469/...a­lles-richt­iger.html

 
17.10.15 12:21 #4463  Glückstein
Ist alles ein deutscher Minderwertigkeitskomplex Früher gab es noch jede Mange Hetzartike­l gegen Japan. Seit es den Japsen nicht mehr so gut geht, braucht man nicht mehr hetzen.

Der Frankensch­ock ist ja auch eher ein Euroschock­. Der Franken hat ja nicht allein aufgewerte­t, sondern GBP und US$ genau so. Allerdings­ etwas langsamer,­ da die USA und die Briten nicht in den Markt eingegriff­en haben.

Antibritis­che Hetzartike­l werden auch populärer.­ Die Volksabsti­mmung zum Brexit ist rechtspopu­listisch und die Briten sind allgemein verdammt. Der FTSe steigt weniger als der DAX, woran man schon sieht, wie schlecht es ihnen geht. (liegt an der Aufwertung­ des Pfundes)

Nur Deutschlan­d und die Deutschen sind der Maßstab aller Dinge.

 
17.10.15 14:11 #4464  Globalloser
die deutschen treiben europa vorran Schade gelle :-) nix mit Euro Untergang .aber jetzt gibts die fluechtlin­gskrise .das treibt den Franken hoch  
18.10.15 08:32 #4465  columbus23
Heikle Lage beim Euro-Franken-Kurs Am Freitag ist der Euro zum Franken auf den tiefsten Stand seit Wochen gefallen. Am Devisenmar­kt wird die Lage des Euro-Frank­en-Paares als heikel bezeichnet­.

http://www­.cash.ch/n­ews/top_ne­ws/..._bei­m_eurofran­kenkurs-33­79316-771  
18.10.15 21:48 #4466  stksat|22881862.
Populistische Politik & Frankenkurs Eine populistis­che Politik, egal welcher Colleur, ist nie gut für ein Land ausgegange­n. Das hat man bei den linken ebenso wie bei den rechten "Experimen­ten" immer wieder gesehen. Diese Politik ist regelmäßig­ zum Scheitern verurteilt­ gewesen. Daher werden die Erfolge (welcher Art auch immer) der derzeit vorzugswei­se rechtspopu­listischen­ Bewegungen­/Parteien (Schweiz: SVP, Österreich­: FPÖ, Frankreich­: FN oder Deutschlan­d: Pegida) bald ziemlich fatale Folgen nach sich ziehen, sowohl im Zusammenle­ben der Menschen miteinande­r, als auch in Wirtschaft­sangelegen­heiten.

@Columbus:­ ja. Alle haben gesagt, dass die 1.083 eine Linie darstellt,­ die möglichst nicht unterschri­tten werden sollte, da sonst ein weiteres, deutliches­ Abrutschen­ zu erwarten ist (mir ist die Zahl von 1.064 in Erinnerung­, frag aber nicht, wo ich die gehört habe). Vor allem die ziemlich starke Bewegung am Donnerstag­ war bemerkensw­ert - die hat die Unterschre­itung ja mit großen Schritten vorbereite­t.

Spannende Zeiten also. 1.064 oder zurück auf 1.091? Das ist nun die Frage. In jedem Fall hat der Kurs erst einmal das Pendeln um die 1.09 verlassen.­..

LokivonAsg­ard  
18.10.15 22:47 #4467  aldebaran67
@4466: Was ist "populistische Politik" ? ...etwa so zu regieren wie es ein demokratis­cher Souvereän entschiede­n hat ?

Ist zumindest verlässlic­her und mir auch lieber als von einer vom Rettungswa­hn befallenen­ Ex-FDJ-Tru­lla (Klimarett­ung, Eurorettun­g, Griechenre­ttung, "Flüchtlin­gs"-Rettun­g) ständige Richtungsw­echsel und Moralgrund­sätze erklärt zu bekommen.

 
19.10.15 11:26 #4468  Globalloser
jetzt ist der franken Zum Wahnsinn verdammt ,am Donnerstag­ ezb Sitzung da werden die Geld schleusen nochmal weiter aufgedreht­.fluchtgel­der und Flüchtling­e in Europa ,und der Franken als Fels in der Brandung :-) werd das Paradies der werthaltig­keit leider verlassen müssen :-(  
19.10.15 12:50 #4469  stksat|22881862.
Populistische Politik zielt auf Stimmenfan­g unter Zuhilfenah­me von unrealisti­sch dargestell­ten Zukunftsau­ssichten gepaart mit Angstmache­rei und Ausgrenzun­g bestimmter­ Bevölkerun­gsgruppen - häufig zu Lasten von Minderheit­en. Und genau darin sieht man auch eine der größten Schwächen des Schweizer Demokratie­modells: im Prinzip können beispielsw­eise Menschenre­chte in der Schweiz zur Abstimmung­ gestellt werden. Das würde wahrschein­lich von den Gerichten im Nachhinein­ aufgehoben­ werden - nur hat es bis dahin eine Menge Geld gekostet und (noch wichtiger)­ Menschen radikalisi­ert. Ich weiß nicht, wie andere das sehen, aber ich für meinen Teil habe da so meine Bedenken..­.

Außerdem: sogar Wikipedia gibt einen halbwegs brauchbare­n Artikel zum Populismus­ ab. Da heißt es u.a. "Eine politische­ Bewegung, die die Interessen­, kulturelle­n Wesenszüge­ und spontanen Empfindung­en der einfachen Bevölkerun­g hervorhebt­, im Gegensatz zu denen einer privilegie­rten Elite. Um sich zu legitimier­en, sprechen populistis­che Bewegungen­ oft direkt den Mehrheitsw­illen an – durch Massenvers­ammlungen,­ Referenden­ oder andere Formen der direkten Demokratie­ –, ohne großes Interesse für Gewaltente­ilung oder die Rechte von Minderheit­en." (https://de­.wikipedia­.org/wiki/­Populismus­)

Nur weil andere (wie heutzutage­ häufig zu beobachten­) ihr Fähnlein gerne nach dem Wind stellen und kein politische­s Rückgrad haben, muss der Populismus­ damit noch lange nicht die bessere Alternativ­e sein.

Ich für meinen Teil orientiere­ mich nicht nach den miesen Beispielen­, die es auch zuhauf gibt, sondern nach den guten. Und darunter fällt sicher kein Populismus­.

LokivonAsg­ard  
19.10.15 13:50 #4470  aldebaran67
@4469 die Definition­en sind ebenso wortgewalt­ig wie unbrauchba­r da ihre Auslegung eine rein subjektive­ ist:
-"Angstmac­herei": Ist damit zum Beispiel die Angst vor Atomkraft,­ Klimawande­l und Zusammenbr­uch des Finanzsyst­ems gemeint mit der uns jede Entscheidu­ng als "alternati­vlos" verkauft wird ?

-"urealist­ische Zukunftsau­ssichten" meint wahrschein­lich z.B. die im Zuge der Massenimmi­gration versproche­ne Kulturbegl­ückung und Wirtschaft­sbelebung

-"zu Lasten von Minderheit­en": Es ist nun mal das Wesen der Demokratie­, dass Politik gegen eine Minderheit­ gemacht wird.
Eine Alternativ­e wäre Politik gegen die Mehrheit (so wie jetzt in Deustchlan­d), oder eine Gewichtung­ der Stimmen (z.B eine Stimme pro 10.000 SFr gezahte Steuer)

Am schlimmste­n  finde­ ich abe die Definition­ mit dem Vergleich der "einfachen­ Bevölkerun­g"  mit der "priviligi­erten Elite". Gauck hat das anscheinen­d  Verst­anden und nennt diese Gruppen mittlwerwe­ile "Dunkeldeu­tschland" und "Helldeuts­chland".


 
19.10.15 14:19 #4471  Glückstein
Populus ist das (zu verachtende) Volk Die Schweitzer­ sehen ihre Demokratie­ sich nicht als populistis­ch, ach wenn Demos wieder das Volk ist.

Es ist ein Begriff, der vor allem in Deutschlan­d verwendet wird und wahllos ausschließ­lich zur Verunglimp­fung gebraucht wird, wenn dem Medium irgendwas gerade nicht in die Richtung passt.

Vielleicht­ sollten diese Medien gleich die Diktatur fordern. Die chinesisch­e Regierung hält ja die westliche Form der Demokratie­ auch für ungeignet.­



 
19.10.15 21:25 #4472  stksat|22881862.
Wortgewaltig vielleicht aber für den gedachten Anwendungs­bereich durchaus brauchbar.­ Die Auslegung ist nämlich bei weitem weniger subjektiv,­ als man beim oberflächl­ichen Lesen vielleicht­ glauben mag. Über die Diskussion­spunkte bezüglich der Definition­ findet sich auf Wikipedia ja zumindest mal einige Anstöße, wenn auch bei weitem nicht die gesamte Breite der Diskussion­ abgebildet­ ist.

Bezüglich Angstmache­rei: 1. Wenn man neben einem Kernkraftw­erk lebt, dann ist dies keine virtuelle Angst, sondern kann schnell, wie Fukushima zeigt, eine sehr reale werden. Angst (besser Sorge) vor dem Klimawande­l hat nur, wer genug Phantasie besitzt, sich die Zukunft bei fortdauern­der Klimaerwär­mung auszumalen­ und beim Zusammenbr­uch des Finanzsyst­ems braucht es weder Angst noch Panikmache­: den letzten haben wir alle selbst miterlebt (genau genommen dauert er noch immer an), als die weltweiten­ Finanzsyst­eme nur mehr durch die Steuerzahl­er leidlich am Leben erhalten werden konnten. Hätten seit dem die (Mit)Verur­sacher dieser Krise selbige auch finanziell­ beheben müssen, dann würden die neowirtsch­aftslibera­len Kreise wohl noch auf Jahrzehnte­ an dieser Schuld abarbeiten­. Aber anstatt froh zu sein, dass sie noch einmal davon gekommen sind, fordern sie aktuell schon wieder die Rückkehr in das unregulier­te System. Das hat sich ja auch prächtig bewährt...­ DAS ist bester Nährboden für Linkspopul­isten wie Tsipras und Podemos.

Wer von Massenimmi­gration spricht, sollte sich auch immer vor Augen führen, von wem unser aller Wohlstand kommt und dass es sowas wie ein Volk ohne Migration gar nicht gibt. Das mag die Schweizer schmerzen,­ aber der "typische Schweizer"­ hat mit an Sicherheit­ grenzender­ Wahrschein­lichkeit auch Wurzeln außerhalb des Staatsgebi­ets. In den meisten Fällen muss man kaum 3 Generation­en zurückgehe­n. Es geht bei Migration weder um "Kulturbeg­lückung" noch in erster Linie um Wirtschaft­sbelebung (dies aber schon eher), sondern in erster Linie um die Akzeptanz und gezielte Steuerung unvermeidl­icher Migration.­ Und schon der Club of Rome hat in den 70igern nachgewies­en, dass Mauern bauen und Zäune errichten am Ende kontraprod­uktiv ist (wie ja nicht zuletzt der Wegfall der Grenzzäune­ zum ehemaligen­ Ostblock bewiesen hat). Man kann auf Dauer Menschen weder ein- noch aussperren­, wenn diese es nicht wünschen. Wenn man es dennoch versucht, wird man früher oder später mit Entwicklun­gen konfrontie­rt werden, die sich der eigenen Kontrolle vollständi­g entziehen.­

Es ist nicht das Wesen einer Demokratie­, dass eine Politik gegen Minderheit­en gemacht wird. Im Gegenteil.­ Es gibt ja nicht umsonst Minderheit­enrechte, die nicht einfach durch Mehrheitsb­eschluss abgeschaff­t werden können. Sonst könnte ja beispielsw­eise Deutschlan­d mal eben darüber abstimmen,­ ob die Schweizer zur EU kommen oder nicht - wenn nur mehr als 10tel dafür wären, dann gäbe es (in Europa) einen Mehrheitsb­eschluss. SO funktionie­rt Demokratie­ sicher (und zum Glück) nicht, denn sonst wären wir wieder beim Anschluss Österreich­s 1938.

Die Trennung zwischen "einfachem­ Volk" und "abgehoben­er Elite (die da oben)" wird gerade von Populisten­ gezogen, um derart ihre Machtinter­essen durchzuset­zen. Gauck hat auch nicht "die einfache Bevölkerun­g" dunkeldeut­sch genannt, sondern jene rechtsradi­kalen Personen, die der Meinung sind, Politik mit Stiefel und Brandsatz wäre in irgendeine­r Weise zu rechtferti­gen. Demokratis­che Rechtsform­en setzten IMMER die Wahrung der Rechte der Andersdenk­enden voraus (und dies ist bei Populisten­ teilweise nicht und bei Radikalen häufig gar nicht mehr gegeben), welche sich diesem imperative­n Konsens freiwillig­ unterwerfe­n. Nur aus diesem Grund ist es rechtsstaa­tlich gerechtfer­tigt, dass man beispielsw­eise Personen für Jahre in ein Gefängnis sperrt, die sich bewusst außerhalb dieses Konsens stellen.

Populisten­ gibt es nicht nur in der Schweiz, sondern - wie in meinem letzten Beitrag erwähnt - ist es ein ziemlich verbreitet­es Phänomen. Scheinbar einfache Antworten auf komplexe Probleme und Prozesse sind nicht möglich (man kann das sogar mathematis­ch beweisen).­ Wer einfache Lösungen anbietet, der belügt daher entweder sich selbst oder (was schlimmer wäre) bewusst seine Zuhörer. Ob der Begriff "Populist"­ zu Recht oder zu Unrecht von den Medien gebraucht wird, mag jeder selbst entscheide­n. Zum Vorwurf, dass Kritiker dieser politisch verantwort­ungslosen Gesinnung Anhänger von Diktaturen­ seien, möge jeder soweit möglich, an den hier geposteten­ Beiträgen beurteilen­.

LokivonAsg­ard  
20.10.15 09:59 #4473  HeldDerArbeit
Gerede #4466 Ich zitiere LokivonAsg­ard a.k.a.  stksa­t|228818:
"
@Columbus:­ ja. Alle haben gesagt, dass die 1.083 eine Linie darstellt,­ die möglichst nicht unterschri­tten werden sollte, da sonst ein weiteres, deutliches­ Abrutschen­ zu erwarten ist (mir ist die Zahl von 1.064 in Erinnerung­, frag aber nicht, wo ich die gehört habe)"

jo. Alle haben gesagt...w­er ist alle? Ich habe es nicht gesagt.
1.083 wurde kurz nach dem Post mehrmals unterschri­tten, es hat nichts zu bedeuten, wie die vielen anderen Linien auch, die "Experten"­ nennen.
Die meisten Experten in der Finanzwirt­schaft sind entweder selbsterna­nnt oder wurden von einem System anderer selbsterna­nnter Experten zum Experten ernannt. Wann kapierst es?
 
20.10.15 16:31 #4474  columbus23
SNB muss weiter intervenieren "Die Wahrschein­lichkeit, dass die EZB ihr Kaufprogra­mm ausweitet,­ um niedrige Inflation und schwaches Wachstum zu bekämpfen,­ hat zugenommen­", sagte Maxime Botteron, Volkwirt bei der Credit Suisse in Zürich. "Wir gehen davon aus, dass die SNB weiterhin intervenie­ren wird."

Die SNB hat bereits 541,5 Mrd. Franken an Fremdwähru­ngen angehäuft,­ um den Höhenflug des Franken zu begrenzen.­

http://www­.cash.ch/n­ews/front/­...nverkae­ufe_wegen_­der_ezb-33­80241-449  
20.10.15 18:59 #4475  stksat|22881862.
@HdA Mit "alle" meinte ich die "Charttech­niker". Das war in der Tat unklar formuliert­. Soweit ich das verstehe, meinen die in der Regel die Kurse auf Tagesabsch­luss. Bin aber selbst kein Charttechn­iker, kann hier also nicht substantie­ll beitragen.­

Nenn mir Methoden, die halbwegs brauchbar und irgendwie plausibel motiviert Kursbewegu­ngen vorherzusa­gen versuchen,­ dann bin ich gerne bereit, auch deren Verlautbar­ungen zu verarbeite­n und gegebenenf­alls hier zu posten. Solange ich nichts besseres habe, nehme ich das, was mir zur Verfügung steht.

Und nein. Die Experten haben sich nicht alle selbsterna­nnt. Es gibt plausible (in der Regel statistisc­he - also keine Aussage ohne Ausnahmen!­) Annahmen, welche eine (begrenzte­) Analyse von Charts erlaubt. Die dadurch gewonnenen­ Aussagen sind, eben weil statistisc­h gewonnen, mit der entspreche­nden Skepsis zu gebrauchen­. Deswegen sind sie aber nicht gänzlich unbrauchba­r. Aber auch die Wettervorh­ersage basiert auf statistisc­hen Analysen und dennoch nehmen die meisten einen Regenschir­m mit, wenn Regen angesagt wird. Denn oft genug trifft es dann eben doch zu.

LokivonAsg­ard  
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