Der USA Bären-Thread
| eröffnet am: | 20.02.07 18:46 von: | Anti Lemming |
| neuester Beitrag: | 16.04.26 14:15 von: | ARIVA.DE |
| Anzahl Beiträge: | 156468 | |
| Leser gesamt: | 26728921 | |
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bewertet mit 469 Sternen |
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17.03.23 17:53
#156201
Katzenpirat
Die Verschuldung der US-Privathaushalte
beträgt mittlerweile 17 Bio. $. Die Leute stecken unter Bergen von Kreditkarten-, Autoleasing-, Studenten- und Immobilienkrediten, der US-Leitzins liegt bereits bei 4.62 %. Wieso schlägt das eigentlich nicht schon stärker auf die Privathaushalte durch? Mit grösseren Zahlungsaufällen und Auswirkungen auf die Kreditinstitute-- v.a. bei kurzfristigeren Schulden wie bei Kreditkarten und Autoleasing?
17.03.23 18:07
#156202
isostar100
us inflation fällt, schaut aufs öl.
- 20% innert 10 tagen ist us öl wti crude gefallen, vom 7.3 bis heute. also wenn das nicht disinflationär ist.
genau jetzt wo endlich die inflation runterkommt hauen notenbanken noch drauf, bloss weil die extrapolierten daten erst mit verspätung in ihrem elfenbeinturm ankommen...
pff... jedes mal das gleiche. während alle welt veränderungen wahrnimmt merken die notenbanker das erst, wenn die daten einen monat später auf ihren pulten liegen. wirklich jedes mal das gleiche desaster.
genau jetzt wo endlich die inflation runterkommt hauen notenbanken noch drauf, bloss weil die extrapolierten daten erst mit verspätung in ihrem elfenbeinturm ankommen...
pff... jedes mal das gleiche. während alle welt veränderungen wahrnimmt merken die notenbanker das erst, wenn die daten einen monat später auf ihren pulten liegen. wirklich jedes mal das gleiche desaster.
17.03.23 19:14
#156204
MuBernd
Schei Handy
soll heißen, der Markt rechnet noch immer mit einem Default.
Gold geht durch vor der FED Sitzung in Position.
Gold geht durch vor der FED Sitzung in Position.
17.03.23 19:17
#156205
MuBernd
Rating Credit Suisse gesenkt
Trotz Unterstützung der Notenbank hat die Aktie der Credit Suisse am Freitag wieder deutliche Kursverluste hinnehmen müssen. Für Verunsicherung sorgt, dass die erste große Ratingagentur ihre Einschätzung für die Schweizer Bank gesenkt hat.
https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/...5-afff-2d3037ed8a7c
https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/...5-afff-2d3037ed8a7c
17.03.23 19:34
#156206
MuBernd
Systemisches Risiko für die CH
Vertrauen ist das wichtigste Asset einer Bank. Ist dies beschädigt, ziehen die Leute ihre Guthaben ab. Bei der Credit Suisse bestimmt nicht am Geldautomaten, sondern Kapitalflucht im ganz großen Stil. Da kann eigentlich nur noch eine 100% Sicherheitsgarantie für alle Guthaben helfen, um die Anleger dazu zu bewegen, die Konten nicht leer zu räumen. Dies wiederum würde die Bilanz der SNB jedoch völlig aufblasen.
Wir haben eine Bankenkrise.
Wir haben eine Bankenkrise.
17.03.23 20:20
#156207
Katzenpirat
"Bankpleite ein 'Kanarienvogel im Kohlebergwerk"
Aus Investing.com - Der Gründer des Hedgefonds Bridgewater, Ray Dalio, beschrieb den jüngsten Zusammenbruch des Startup-Finanziers SVB (NASDAQ:SIVB) als Teil einer klassischen Phase des Platzens einer Blase im kurzfristigen Schuldenzyklus. Er befürchtet drastische Folgen für die gesamte Finanzwelt.
Dalio nannte in einem Beitrag auf LinkedIn am 14. März den Kollaps einiger US-Banken "ein klassisches Ereignis im Rahmen des Platzens der Blase im kurzfristigen Schuldenzyklus".
Kurzfristige Schuldenzyklen dauern laut Dalio meistens rund sieben Jahre, plus/minus drei. In dieser Phase lösen restriktive Geldpolitik, die Inflation und das gedämpfte Kreditwachstum eine Schuldenkontraktion aus, die eine "Ansteckung" hervorruft, bis die Federal Reserve (Fed) zu ihrer Politik des billigen Geldes zurückkehrt.
"Nach meinem Verständnis dieser Dynamik und dem, was jetzt gerade passiert, ist diese Bankpleite ein 'Kanarienvogel im Kohlebergwerk' - eine Art Frühwarnsignal, das Auswirkungen auf die ganze Venture-Welt und weit darüber hinaus haben wird", schrieb Dalio.
In Kohlebergwerken wurde früher oft die Praxis angewandt, Kanarienvögel in Käfigen mit in den Berg zu bringen. Diese Vögel waren äußerst empfindlich gegenüber giftigen Gasen wie Methan oder Kohlenmonoxid. Wenn die Vögel aufgrund der Gasbelastung zu ersticken oder ohnmächtig zu werden drohten, diente dies als Warnsignal für die Bergleute, um schnell das Bergwerk zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Diese Praxis wird manchmal als Analogie verwendet, um eine Sache zu beschreiben, die als "Frühwarnsystem" oder Indikator für eine unmittelbar bevorstehende Gefahr fungiert.
Nachdem die Fed die Leitzinsen in den letzten zwölf Monaten um satte 450 Basispunkte angehoben hat - und wohl auch weiterhin anheben wird - glaubt Dalio, dass es zu noch weiteren Bankpleiten kommen wird und noch mehr Unternehmen zum Verkauf von Vermögenswerten zu niedrigen Preisen und hohen Verlusten gezwungen sein werden. Die Folge sei ein weiterer Einbruch des Kreditgeschäfts.
Fortsetzung, guckst du:
https://de.investing.com/news/stock-market-news/...lebergwerk-2379278
Dalio nannte in einem Beitrag auf LinkedIn am 14. März den Kollaps einiger US-Banken "ein klassisches Ereignis im Rahmen des Platzens der Blase im kurzfristigen Schuldenzyklus".
Kurzfristige Schuldenzyklen dauern laut Dalio meistens rund sieben Jahre, plus/minus drei. In dieser Phase lösen restriktive Geldpolitik, die Inflation und das gedämpfte Kreditwachstum eine Schuldenkontraktion aus, die eine "Ansteckung" hervorruft, bis die Federal Reserve (Fed) zu ihrer Politik des billigen Geldes zurückkehrt.
"Nach meinem Verständnis dieser Dynamik und dem, was jetzt gerade passiert, ist diese Bankpleite ein 'Kanarienvogel im Kohlebergwerk' - eine Art Frühwarnsignal, das Auswirkungen auf die ganze Venture-Welt und weit darüber hinaus haben wird", schrieb Dalio.
In Kohlebergwerken wurde früher oft die Praxis angewandt, Kanarienvögel in Käfigen mit in den Berg zu bringen. Diese Vögel waren äußerst empfindlich gegenüber giftigen Gasen wie Methan oder Kohlenmonoxid. Wenn die Vögel aufgrund der Gasbelastung zu ersticken oder ohnmächtig zu werden drohten, diente dies als Warnsignal für die Bergleute, um schnell das Bergwerk zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Diese Praxis wird manchmal als Analogie verwendet, um eine Sache zu beschreiben, die als "Frühwarnsystem" oder Indikator für eine unmittelbar bevorstehende Gefahr fungiert.
Nachdem die Fed die Leitzinsen in den letzten zwölf Monaten um satte 450 Basispunkte angehoben hat - und wohl auch weiterhin anheben wird - glaubt Dalio, dass es zu noch weiteren Bankpleiten kommen wird und noch mehr Unternehmen zum Verkauf von Vermögenswerten zu niedrigen Preisen und hohen Verlusten gezwungen sein werden. Die Folge sei ein weiterer Einbruch des Kreditgeschäfts.
Fortsetzung, guckst du:
https://de.investing.com/news/stock-market-news/...lebergwerk-2379278
18.03.23 01:08
#156210
isostar100
ubs-cs heikel
eine übernahme der cs durch die ubs macht auf dem papier schon was her, aber es gibt auch schwierigkeiten.
1. die ubs und die cs sind wie hund und katze, keine der beiden seiten würde sich darauf freuen.
2. aufgrund des verkappten bank runs hat die cs sowieso schon unterdessen rund ein drittel zu viel personal (kein scherz), bei einer übernahme durch die ubs gäbe es dazu wirklich extrem viel doppelspurigkeiten, fazit: das würde zehntausende an arbeitsplätzen kosten, wahrscheinlich mehrheitlich bei der cs.
1. die ubs und die cs sind wie hund und katze, keine der beiden seiten würde sich darauf freuen.
2. aufgrund des verkappten bank runs hat die cs sowieso schon unterdessen rund ein drittel zu viel personal (kein scherz), bei einer übernahme durch die ubs gäbe es dazu wirklich extrem viel doppelspurigkeiten, fazit: das würde zehntausende an arbeitsplätzen kosten, wahrscheinlich mehrheitlich bei der cs.
18.03.23 03:18
#156211
Katzenpirat
Was CS und UBS seit 2007 anrichten
ist schlichtweg peinlich. Ohne SNB gäbe es beide nicht mehr. Verarscht werden bis auf das oberste Managment mit seinen Bonis alle, auch die Aktionäre. Wobei ich mit diesen kein Mitleid habe.
18.03.23 09:34
#156212
MuBernd
Notfallprogramm der FED bereits 300 Mrd USD
Die Fed wendet aktuell gewaltige Summen auf, um klamme Banken zu stützten und eine Ausbreitung der Krise zu verhindern. In den sieben Tagen vom 9. bis 15. März gab die Fed über ihr als Diskontfenster bezeichnetes Programm zur Notliquiditätsversorgung die Rekordsumme von 152,85 Milliarden Dollar (143,71 Milliarden Euro) an Finanzinstitute aus. Der bisherige wöchentliche Höchstwert während der Lehman-Krise 2008 betrug 111 Milliarden Dollar, dieser Wert wurde bereits in der ersten Woche der aktuellen Krise übertroffen. Zum Vergleich: In der Vorwoche hatten die Banken lediglich 4,58 Milliarden Dollar aus dem Diskontfenster beansprucht. Aus diesem Diskontfenster können sich Banken bis zu 90 Tage lang Geld leihen. Die Summe zeigt an, welch hohen Liquiditätsbedarf Banken in den USA derzeit haben.
Es gibt noch weitere Nothilfen: Zusätzliche zwölf Milliarden Dollar flossen aus dem am Sonntag von der Fed eingerichteten Notfallprogramm "Bank Term Funding Program", wo Banken anonym Kredite zu besonders günstigen Konditionen erhalten.
Weitere 143 Milliarden Dollar wendete die US-Notenbank auf, um die beiden kollabierten Finanzinstitute Silicon Valley Bank in Kalifornien und Signature Bank in New York aufzufangen, den Kunden ihre Einlagen zu garantieren und die unversicherten Kredite zu bezahlen. Das Geld floss an die Auffanggesellschaften, die von der US-Finanzaufsicht FDIC für die beiden Geldhäuser eingerichtet wurden. Insgesamt summieren sich die Hilfen der US-Notenbank bereits in der ersten Woche der Krise auf rund 300 Milliarden Dollar.
Während der Finanzkrise 2008 hatte die Fed insgesamt rund 600 Milliarden Dollar weitergereicht. "Die Zahl zeigt eindrucksvoll, dass Banken derzeit viel Liquidität benötigen", sagte Michael Feroli, Analyst bei J.P. Morgan Chase. "Aber man kann es auch positiv sehen: Dass so viel Geld fließt, zeigt auch, dass die Hilfssysteme funktionieren."
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/...8ee-e5ebb999d2db
Ich interpretiere, dass wenn das Geld nicht fließen würde, wir heute schon lange Menschenansammlungen an den Bankschaltern hätten. Das System kann nur noch durch Eingriffe der Notenbanken gestützt werden.
Es gibt noch weitere Nothilfen: Zusätzliche zwölf Milliarden Dollar flossen aus dem am Sonntag von der Fed eingerichteten Notfallprogramm "Bank Term Funding Program", wo Banken anonym Kredite zu besonders günstigen Konditionen erhalten.
Weitere 143 Milliarden Dollar wendete die US-Notenbank auf, um die beiden kollabierten Finanzinstitute Silicon Valley Bank in Kalifornien und Signature Bank in New York aufzufangen, den Kunden ihre Einlagen zu garantieren und die unversicherten Kredite zu bezahlen. Das Geld floss an die Auffanggesellschaften, die von der US-Finanzaufsicht FDIC für die beiden Geldhäuser eingerichtet wurden. Insgesamt summieren sich die Hilfen der US-Notenbank bereits in der ersten Woche der Krise auf rund 300 Milliarden Dollar.
Während der Finanzkrise 2008 hatte die Fed insgesamt rund 600 Milliarden Dollar weitergereicht. "Die Zahl zeigt eindrucksvoll, dass Banken derzeit viel Liquidität benötigen", sagte Michael Feroli, Analyst bei J.P. Morgan Chase. "Aber man kann es auch positiv sehen: Dass so viel Geld fließt, zeigt auch, dass die Hilfssysteme funktionieren."
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/...8ee-e5ebb999d2db
Ich interpretiere, dass wenn das Geld nicht fließen würde, wir heute schon lange Menschenansammlungen an den Bankschaltern hätten. Das System kann nur noch durch Eingriffe der Notenbanken gestützt werden.
18.03.23 13:36
#156213
Anti Lemming.
UBS soll angeschlagene Credit Suisse übernehmen
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/...91b-63ff8a29770d
Neuer Rettungsplan
UBS soll Credit Suisse übernehmen
Verzweifelt versuchen die Schweizerische Nationalbank und die Finanzmarktaufsichtsbehörde, das Vertrauen der Anleger in die Credit Suisse wiederherzustellen. Neueste Idee: Die UBS soll die angeschlagene Konkurrentin ganz oder teilweise übernehmen.
Neuer Rettungsplan
UBS soll Credit Suisse übernehmen
Verzweifelt versuchen die Schweizerische Nationalbank und die Finanzmarktaufsichtsbehörde, das Vertrauen der Anleger in die Credit Suisse wiederherzustellen. Neueste Idee: Die UBS soll die angeschlagene Konkurrentin ganz oder teilweise übernehmen.
18.03.23 13:39
#156214
isostar100
sittenwandel
was immer auch aus der cs wird, es vollzieht sich ein sittenwandel beim schweizer banking. mit dem cs debakel geht die aera der banker nach anglo amerikanischem vorbild zu ende, die gordon gekkos sind nicht mehr gefragt. die kundschaft will wieder den ursprünglichen typ des schweizer bankiers, freundlich statt überheblich, gebildet statt arrogant, mehrsprachig statt businessenglisch.
und das ist eigentlich ja eine erfreuliche entwicklung...
und das ist eigentlich ja eine erfreuliche entwicklung...
18.03.23 14:20
#156215
Anti Lemming.
Leider profitierte der ursprüngliche Typ
des schweizer Bankiers von den Steuervorteilen der Schweiz, die nun unter den Tisch gefallen sind. So bleibt den schweizer Bankern eigentlich nur noch, eine Oase für Gelder von Kriminellen und Drogenhändlern zu werden, die eh in der Illegalität operieren. Dieses "Geschäftsmodell" verfolgte übrigens auch die CS, gepaart mit halsbrecherischem "Investment-Banking"...
Wenn letzteres gestrichen wird, bleibt nur noch ersteres.
Wenn letzteres gestrichen wird, bleibt nur noch ersteres.
18.03.23 15:06
#156216
isostar100
schelm
nun, seriöses banking ist weiter gefragt, al. du lässt dich wieder mal von deinen vorurteilen leiten.
oder um eine berühmten amerikaner zu zitieren: good banking ist boring banking.
oder um eine berühmten amerikaner zu zitieren: good banking ist boring banking.
18.03.23 16:21
#156217
isostar100
scheint beschlossen
https://www.tagesanzeiger.ch/...oerse-aktien-banken-cs-2-179152145510
18.03.23 17:00
#156218
MuBernd
UBS wurde vor 15 Jahren gerettet
Vor 15 Jahren, als die Finanzkrise ausbrach, wurde die Schweizer Bank UBS Opfer ihrer eigenen risikoreichen Expansionsstrategie auf dem amerikanischen Markt. Der Staat und die Schweizerische Nationalbank mussten dem in Schwierigkeiten geratenen Bankenriesen helfen.
Heute rettet angeblich die UBS die Credit Suisse. Dadurch entsteht ein neuer Bankenriese. Bedeutet aber auch, dass die SNB und der Staat quasi bürgt, denn so eine Bank ist definitiv Systemrelevant.
Heute rettet angeblich die UBS die Credit Suisse. Dadurch entsteht ein neuer Bankenriese. Bedeutet aber auch, dass die SNB und der Staat quasi bürgt, denn so eine Bank ist definitiv Systemrelevant.
18.03.23 18:46
#156219
Anti Lemming.
Das Geldsystem wird umso fragiler,
je höher der "Hebel" (das Leverage) wird. Die Zentralbanken brachten mit QE ab 2008 ein neue Form des Leverage in das System ein. Nun aber sind deren Bilanzsummen stark angeschwollen - die der Fed auf ca. 9 Billionen, die der EZB sogar auf fast 10 Billionen. Aber die systemischen Probleme, die mit QE eigentlich "bekämpft" oder gelöst werden sollten, sind geblieben.
Die EZB wollte mit QE Staatspleiten in der Südperipherie verhindern.
Das ist zwar bislang gelungen, doch die Staatsverschuldungen von Italien (150 %) und Griechenland (über 200 %) sind auf neuen Allzeithochs. Und die aufgeblasene Bilanzsumme der EZB kommt jetzt noch als neue "Schattenschulden" obendrauf.
QE hat die Grundprobleme der Eurozone nicht gelöst. Der "Systemhebel" wurde erhöht, ohne dass es strukturelle Verbesserungen gegeben hat. Es wurde daher, wie ich schon 2008/2009 hier im Thread argwöhnte, letztlich nur auf Zeit gespielt.
Das Debakel der Silicon Valley Bank SIVB) könnten sich nun im großen Stil bei italienischen Geschäftsbanken wiederholen. Die SIVB musste am Freitag Chapter-11-Pleite beantragen, weil die von ihr aufgekaufte Staatsanleihen zu tief im Kurs gefallen waren. Dies löste Notverkäufe aus; Buchverluste wurden zu realen Verlusten.
Nach ähnlichem Muster könnten nun auch italienische Banken massenhaft pleite gehen. Denn italienische Banken halten 10 % aller italienischen Staatsanleihen, und deren Kurse sind wegen der EZB-Zinserhöhungen ebenfalls stark eingebrochen.
https://www.ariva.de/forum/...uro-in-italien-489039?page=6#jumppos171
Die EZB wollte mit QE Staatspleiten in der Südperipherie verhindern.
Das ist zwar bislang gelungen, doch die Staatsverschuldungen von Italien (150 %) und Griechenland (über 200 %) sind auf neuen Allzeithochs. Und die aufgeblasene Bilanzsumme der EZB kommt jetzt noch als neue "Schattenschulden" obendrauf.
QE hat die Grundprobleme der Eurozone nicht gelöst. Der "Systemhebel" wurde erhöht, ohne dass es strukturelle Verbesserungen gegeben hat. Es wurde daher, wie ich schon 2008/2009 hier im Thread argwöhnte, letztlich nur auf Zeit gespielt.
Das Debakel der Silicon Valley Bank SIVB) könnten sich nun im großen Stil bei italienischen Geschäftsbanken wiederholen. Die SIVB musste am Freitag Chapter-11-Pleite beantragen, weil die von ihr aufgekaufte Staatsanleihen zu tief im Kurs gefallen waren. Dies löste Notverkäufe aus; Buchverluste wurden zu realen Verlusten.
Nach ähnlichem Muster könnten nun auch italienische Banken massenhaft pleite gehen. Denn italienische Banken halten 10 % aller italienischen Staatsanleihen, und deren Kurse sind wegen der EZB-Zinserhöhungen ebenfalls stark eingebrochen.
https://www.ariva.de/forum/...uro-in-italien-489039?page=6#jumppos171
18.03.23 18:51
#156220
Anti Lemming.
Bezug für # 219 in # 200
In # 200 steht:
»Die Gefahr sehe ich nicht«, sagte der Bundeskanzler dem »Handelsblatt«. »Das Geldsystem ist nicht mehr so fragil wie vor der Finanzkrise.«
»Die Gefahr sehe ich nicht«, sagte der Bundeskanzler dem »Handelsblatt«. »Das Geldsystem ist nicht mehr so fragil wie vor der Finanzkrise.«
19.03.23 07:39
#156221
MuBernd
Welchen Wert hat die Credit Suisse für UBS
Wir haben heute Sonntag früh und noch keine Deal mit der UBS. Die SNB und Politik haben das Endspiel nach Börsenschluss am Freitag eingeleitet und hoffen bis Montag bis zum Börsenstart auf ein Ergebnis. Das erinnerte mich stark an den Fall Lehmann.
Die UBS zögert und möchte Staatsgarantien für eine interne Schweizer Lösung. Die Frage die sich mir stellt, welche Assets bring eine kurz vor der Insolvenz stehende Credit Suisse in die Zwangsehe mit ein.
Die Erkenntnis, dass die Credit Suisse nicht mehr zu retten ist, wurde letzte Woche durch den Abfluss riesiger Kundeneinlagen hervorgerufen. Diese Gelder sind entweder schon bei der UBS gelandet oder bei andere Banken. Die Gelder von den Drittbanken werden nicht mehr zur UBS zurückkommen, weil Vermögende gerne ihr Geld und Risiko streuen. Und sehr viele werden bereits Einlagen bei der UBS haben.
Somit bleibt die Frage, was dem Rivalen bleibt. Investmentbanking? Anonyme Verbindungen zu Steueroasen? Verzeichnisse von Briefkastenfirmen in Panama? Verbindungen zur russische Oligarchen?
Die SNB steht unter Druck. Wenn es einen Deal gibt, dann wird die UBS die Credit Suisse symbolisch vereinnahmen, aber unter Ausschluss aller Risiken und zu einem symbolischen Preis. Die Hauptlast trägt der Staat und die Anteilseigner.
Und wenn nicht, dann greifen die Marktmechanismen - Insolvenz einer nicht mehr tragfähigen Bank.
Die UBS zögert und möchte Staatsgarantien für eine interne Schweizer Lösung. Die Frage die sich mir stellt, welche Assets bring eine kurz vor der Insolvenz stehende Credit Suisse in die Zwangsehe mit ein.
Die Erkenntnis, dass die Credit Suisse nicht mehr zu retten ist, wurde letzte Woche durch den Abfluss riesiger Kundeneinlagen hervorgerufen. Diese Gelder sind entweder schon bei der UBS gelandet oder bei andere Banken. Die Gelder von den Drittbanken werden nicht mehr zur UBS zurückkommen, weil Vermögende gerne ihr Geld und Risiko streuen. Und sehr viele werden bereits Einlagen bei der UBS haben.
Somit bleibt die Frage, was dem Rivalen bleibt. Investmentbanking? Anonyme Verbindungen zu Steueroasen? Verzeichnisse von Briefkastenfirmen in Panama? Verbindungen zur russische Oligarchen?
Die SNB steht unter Druck. Wenn es einen Deal gibt, dann wird die UBS die Credit Suisse symbolisch vereinnahmen, aber unter Ausschluss aller Risiken und zu einem symbolischen Preis. Die Hauptlast trägt der Staat und die Anteilseigner.
Und wenn nicht, dann greifen die Marktmechanismen - Insolvenz einer nicht mehr tragfähigen Bank.
19.03.23 09:57
#156222
Anti Lemming.
Roubini plädiert für Credit-Suisse-Aufspaltung
https://www.cash.ch/news/top-news/...credit-suisse-aufspaltung-584581
Die Credit Suisse muss laut US-Star-Ökonom Nouriel Roubini schnellstmöglich in drei Teile gespalten werden: In die Geschäfts- und Vermögensverwaltung sowie die Investmentbank. "Die Credit Suisse ist zu gross", so Roubini.
"Wenn die Bank eine vollständige Rettung benötigen würde, hätte die Nationalbank nicht genug Geld dafür", sagte der auch als "Dr. Doom" bekannte Ökonom im Interview mit der "SonntagsZeitung". Die Schwächen der Investmentbank würden die anderen beiden funktionierenden Teile schädigen. "Je schneller die Bank aufgespalten oder verkauft wird, desto besser." Die erste Sorge der Schweiz müsse eine solide CS-Geschäftsbank sein.
Dass Problem zu grosser Geldhäuser bestehe in der gesamten Bankenlandschaft, so Roubini: "Die Lösung liegt in Institutionen, die nicht zu gross sind, um untergehen zu können. In den USA, in Europa und in der Schweiz haben wir einen Exzess von Bankenaktivität mit Giganten, die sich nicht retten lassen, aber auch nicht untergehen dürfen. Dieses Problem ist zurzeit noch ungelöst."
Dazu sieht der Ökonom noch lange kein Licht am Ende des Tunnels. Er sagte noch im laufenden Jahr eine Rezession in den entwickelten Volkswirtschaften voraus, verbunden mit weiteren Bankenkrisen.
Die Credit Suisse muss laut US-Star-Ökonom Nouriel Roubini schnellstmöglich in drei Teile gespalten werden: In die Geschäfts- und Vermögensverwaltung sowie die Investmentbank. "Die Credit Suisse ist zu gross", so Roubini.
"Wenn die Bank eine vollständige Rettung benötigen würde, hätte die Nationalbank nicht genug Geld dafür", sagte der auch als "Dr. Doom" bekannte Ökonom im Interview mit der "SonntagsZeitung". Die Schwächen der Investmentbank würden die anderen beiden funktionierenden Teile schädigen. "Je schneller die Bank aufgespalten oder verkauft wird, desto besser." Die erste Sorge der Schweiz müsse eine solide CS-Geschäftsbank sein.
Dass Problem zu grosser Geldhäuser bestehe in der gesamten Bankenlandschaft, so Roubini: "Die Lösung liegt in Institutionen, die nicht zu gross sind, um untergehen zu können. In den USA, in Europa und in der Schweiz haben wir einen Exzess von Bankenaktivität mit Giganten, die sich nicht retten lassen, aber auch nicht untergehen dürfen. Dieses Problem ist zurzeit noch ungelöst."
Dazu sieht der Ökonom noch lange kein Licht am Ende des Tunnels. Er sagte noch im laufenden Jahr eine Rezession in den entwickelten Volkswirtschaften voraus, verbunden mit weiteren Bankenkrisen.
19.03.23 13:28
#156223
Meiertier1
UBS Plant die CS zu übernehmen.
Für eine Milliarde Dollar. Eine Bankenpleite vom feinsten, abgesichert durch den Staat.
CS-Leerverkäufer hätte man sein müssen.
CS-Leerverkäufer hätte man sein müssen.
19.03.23 14:05
#156224
utfcmac
Inkl Gesetzesänderung
"Dazu planen die Schweizer Behörden die Gesetze so zu ändern, dass eine Abstimmung der Aktionäre für die Transaktion umgangen werden kann. So soll garantiert werden, dass die Transaktion bis Montag abgeschlossen wird, wie die «Financial Times» (FT) am Sonntag mitteilte."
Genau, warum auch noch die Eigentümer fragen. Man kommt schon wieder aus dem Staunen nicht heraus.
Genau, warum auch noch die Eigentümer fragen. Man kommt schon wieder aus dem Staunen nicht heraus.
19.03.23 14:20
#156225
Anti Lemming.
Credit Suisse = klassische "Value-Falle"
Der CS-Kurs war am Freitag mit 1,86 € scheinbar spottbillig. Doch nun bietet die UBS bei der Übernahme nur 0,25 pro CS-Aktie.
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/...232-3a54cb85ddb1
Die UBS habe 0,25 Schweizer Franken (0,25 Euro) pro Aktie geboten, heißt es in dem Bericht weiter. Damit wird die Credit Suisse nur zu einem Bruchteil des Schlusskurses vom Freitag bei 1,86 Euro pro Papier bewertet. Bezahlt werden solle in UBS-Aktien. Der vorgeschlagene Aktientausch zwischen den beiden größten Banken der Schweiz soll noch am Sonntagabend unterzeichnet werden. Die Behörden bemühten sich, vor dem Börsenstart am Montag eine Lösung vorlegen zu können.
https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/...232-3a54cb85ddb1
Die UBS habe 0,25 Schweizer Franken (0,25 Euro) pro Aktie geboten, heißt es in dem Bericht weiter. Damit wird die Credit Suisse nur zu einem Bruchteil des Schlusskurses vom Freitag bei 1,86 Euro pro Papier bewertet. Bezahlt werden solle in UBS-Aktien. Der vorgeschlagene Aktientausch zwischen den beiden größten Banken der Schweiz soll noch am Sonntagabend unterzeichnet werden. Die Behörden bemühten sich, vor dem Börsenstart am Montag eine Lösung vorlegen zu können.


