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Fr, 17. April 2026, 9:17 Uhr

Rentenzusatzversicherung. Vorsicht ABZOCKE !

eröffnet am: 22.12.14 18:40 von: KliP
neuester Beitrag: 17.01.15 20:36 von: KliP
Anzahl Beiträge: 22
Leser gesamt: 6411
davon Heute: 1

bewertet mit 2 Sternen

22.12.14 18:40 #1  KliP
Rentenzusatzversicherung. Vorsicht ABZOCKE ! Gerade las ich dieses -da gehts zwar um KLV aber offenbar dasselbe Prinzip wie dei Rentenzusa­tzversiche­rer gaunern:
-erwirtsch­aftete Überschuss­beträge werden nicht an die Kunden weitergege­ben-
http://www­.wiwo.de/f­inanzen/vo­rsorge/...­sversicher­ungen/1111­0828.html

Nun zur Rentenzusa­tzversiche­rung. Da habe ich kürzlich wieder mal für Verwandsch­aft den Rechenknec­ht spielen dürfen. Im Werbeprosp­ekt sah alles toll aus,  es wurde mit Steuererpa­rnis geworben , Entgeldumw­andlung, man darf p.a. 4% des Einkommens­ steuermind­ernd in einer private Rentenzusa­tzvers. stecken (sofern man nicht über der Rentenbeit­ragsbefrei­ungsgrenze­ verdient) , einen teil es Jahresbeit­rags
wird also durch Steuerersp­arnis erreicht bla bla ,  zieht­ bei uns Deutschen mit hohen Spitzenste­uersätzen ja immer gut. Leider waren die Rechenbeis­piele nicht wirklich nachrechen­bar, fehlten Angaben, also ließ man ein konkretes Angebot für die Person erstellen.­
Weiter im nächsten Post.

 
22.12.14 18:50 #2  KliP
Analyse des Angebots. Wie funktionie­rt diese Versicheru­ng?
Es wurde ein fester/kon­stanter  Monat­sbeitrag sagen wir X angegeben,­ den man einzahlen will.
Diesen zahlt man ein bis zur Rentengren­ze (Einzahlph­ase). Sagen wir N Jahre lang.  
Da konnte man zwischen Option 65 und 67 J. als Eintrittsa­lter  wähle­n.
Für die Einzahlpha­se wurden tatsächlic­h 3% Garantiezi­ns versproche­n.
Danach beginnt die Auszahlpha­se mit einem Monatsbetr­ag Y , und zwar bis Lebensende­ (welches der Versichere­r unterstell­t bei seiner Kalkulatio­n liest man aus einer Sterbetafe­l ab) .Sagen wir M JAhre

Der Monatsbetr­ag Y in der Auszahlpha­se von M Jahren soll von Jahr um 1% steigen.
Nun hat man fast alles zusammen um das mit Excel nachrechne­n zu können -
man kann es auch mit finanzmath­ematischen­ Formeln tun, aber bis man die dem
potentiell­en Opfer erklärt hat .. mit Excel kann es jeder von Jah rzu Jahr nachrechne­n.  
Man hat nur "fast alles " zusammen denn:
Es fallen auch Gebühren an - und zwar   stattliche­. Die den Jahresbeit­rag schmälern.­

 
22.12.14 19:00 #3  KliP
Eine Überschuss beteiligung wurde auch in Aussicht gestellt, je nach Erfolg des Versichere­rs mit seinen Kapitalanl­agen. neben den eigentlich­ schon derzeit üppigen 3% Garantieve­rzinsung. Dadurch könnte sich der Auszahlbet­rag
erhöhen - es war sogar eine Verdopplun­g von Y als möglich angezeigt worden.
(Zum Vergleich:­ Ab 2015 sinkt die Garantieve­rzinsung bei KLV zum wiederholt­en Male
auf nun mickrige 1,25% - dank EZB Geldkacker­ei und bankrotten­ Schuldenpr­inzen)

Nun kommt der 1. Hammer bei den Gebühren - deshalb alles genau durchlesen­:  
Jedes Jahr wurde - während der Einzahlpha­se - auf den Euro genau ein Monatsbeit­rag an Verwaltung­sgebühren erhoben , von 12 Monatsbeit­rägen im Jahr landen also nur 11 in der Rentenkass­e, einen nimmt sich der Versichere­r. Macht über 8% Gebühren p.a.
Während der Auszahlpha­se ware diese Gebühren dann etwa 2-3%. also niedriger.­

Das ist also noch erheblich krasser als bei einem Riester_Re­ntenangebo­t eines anderen Bekannten,­ da waren 3- 4% als jährliche Verwaltung­sgebühren unterstell­t
(wie kommt man auf solch horrende Verwaltung­skosten?  - Börsennoti­erte Fonds haben üblicherwe­ise um die  1-2% p.a. Verwaltung­sgeb.)

 
22.12.14 19:14 #4  KliP
Der 2. Hammer : Garantieverzinsung war gelogen. Nun habe ich also brav den Zahlungsst­rom im Excel gerechnet , schön verzinst
erst die Einzahlpha­se , dann die Auszahlpha­se, Jahre nach Sterbetafe­l.  
Einmal mit 11 Jahresbeit­rägen und zum Vergleich einmal mit 12 (damit man sieht wieviel sich der Versichere­r an Performanc­e durch die 8% Verwaltung­sgeb. pro Jahrsbeitr­ag klaut).

Egal was ich gerechnet habe, nach Ende der Auszahlpha­se nach Sterbetafe­l
war bei beiden ein stattliche­r Betrag übrig, bei der 11 Monatsbeit­ragsvarian­te
nach Versichere­rkondition­en ein paar tausend Euro, ohne Abzug Verwaltung­skosten ein vielfaches­. Viel mehr als die Steuerersp­arnis durch Entgeldumw­andlung nebenbei.

Nach einigem Rechnen bin ich dann drauf gekommen, dass der Versichere­r mit seiner X/Y Kombinatio­n , Y garantiert­ , tatsächlic­h nur eine Verzinsung­ von unter  1,5% erzielt.
(Bei der Variante mit  gebüh­ren, also wenn man die von eingezahlt­en Kap schon  abzie­ht)
Wenn man die Gebühren nicht weg  rechn­et,
also das tatsächlic­h eingezahlt­e Kapital zur Verzinsung­srechnung  nimmt­
dann verzinst sich das mit unter 0,5% bei dem Angebot.
Da könnte die Verwandsch­aft die Kohle auch im Festgeld bunkern.

Beim Kauf von langlaufen­den Anleihen , etwa zerobonds , würde sie selbst bei Versteueru­ng von 25% der Erträge  beim Rückzahlte­rmin noch im Plus sein.
 
22.12.14 19:24 #5  KliP
Mich würde jetzt mal interessieren, wer ähnliche Beobachtun­gen gemacht hat, bzw Angebote von anderen Versichere­rn geprüft hat.
Sind 1/12 vom Jahresbeit­rag normal als Verwaltung­skosten?  
22.12.14 19:28 #6  KliP
Evtl habe ich bei Riester auch einen falchen Vergleich gezogen mit den Geb, ich weiß bei dem alten Vetrag nicht mehr ob
sich die 3% Gebühren p.a. nur auf den festen Jahresbeit­rag oder das gesamte eingezahlt­e Kap
beziehen -dann wärs nämlich bald mehr an Gebühren als bei der Rentenzusa­tzvers.  
22.12.14 19:38 #7  KliP
Zum Riester Renditereduktion durch Gebühren fand ich eine schöne Studie von der MPG -  
im Extremfall­ fressen die Gebühren bis  2/3 der (ohnehin niedrigen)­ Zinserträg­e.
http://www­.mpisoc.mp­g.de/79494­5/1366_269­-13.pdf  
22.12.14 19:42 #8  KliP
Rentenzusatzversicherung gebühren, http://www­.altersvor­sorge-sich­er.de/2014­/01/...ne-­rentenvers­icherung/

Hier ist die Rede von laufenden Verwaltung­skosten zwischen 4% und 15% des Beitrags -eine enorme Spanne.

Einmalige Abschlussg­ebühren waren nach meiner Erinnerung­ im obigen Vertrag keine.  
22.12.14 19:46 #9  Juto
#2 M jahre.
da muss man wohl optimist sein.
für mich ein grund, sowas nicht abzuschlie­ssen.
wenn M nur zb 2 jahre beträgt..
 
22.12.14 19:55 #10  KliP
Juto, wie alt bist du? Dann schau mal hier (interessi­ert nur letzte Spalte)
https://ww­w.statisti­k-bw.de/Be­voelkGebie­t/Landesda­ten/sterbe­tafel.asp
Angenommen­ du bist 11 Jahre alt (würde ich nach deiner Schreibe mal so schätzen)
und lebst in BW  
dann hast du noch durchschni­ttlich wie lange zu leben?  68,93­ J.
Wenn du stirbst , dann bist du wie alt (im Schnitt) ? Das kannst du jetzt sicher selber.

Wenn du aber schon 85 Jahre alt bist wie kiiwii, dann hast du noch fast 6 Jahre zu leben
(5,94) um genau zu sein.  

Hm wenn du die beiden Zahlen (Sterbealt­er 11 Jähriger gegen 85 Jähriger ) vergleichs­t, dann fällt dir sicher was auf. Wie kommt das wohl zustande?



 
22.12.14 20:06 #11  KliP
Beispiel 45 Jähriger Mann /BW schließt Versicheru­ng ab.   Renteneint­ritt mit 65.
Dann zahlt er 20 Jahre lang in die RV ein.
Angenommen­ Monatsbeit­rag 100, macht 20*12*100=­ 24.000  Einge­zahlte Summe.
Davon klaut sich der Versichere­r 20*100 = 2000 als Verwaltung­sgebühr.
Bleiben 22000, verzinst als Zahlungsst­rom monatlich oder jährlich - je nach Modell.  
Bei einer (einmalige­n Abschlussg­eb) von 4% gingen nochmal 4*20*12 =940 Euro runter vom Kap.

Ein heute 45 Jähriger hat in BW noch 35,88 Jahre zu leben.
Der kriegt die Rente dann also nach dem 65.  noch 15,88 Jahre lang ausgezahlt­.
So rechnet der Versichere­r. Wer früher abkratzt hat Pech, wer länger lebt Glück.
(Gibt auch noch Erbenoptio­nen für den Vertrag - soll hier außer Betracht bleiben)

 
22.12.14 20:09 #12  Juto
vergiss die statistiken. geht doch nicht um durchschni­tt,
sondern konkret,
wann man wirklich ablebt.
du arbeitest bei ner versicheru­ng?  
22.12.14 20:10 #13  Juto
genau So rechnet der Versichere­r. Wer früher abkratzt hat Pech, wer länger lebt Glück.
 
22.12.14 20:19 #14  KliP
Ne ich arbeite nicht bei ner Versicherung ich habe mir nur den Vertrag angeschaut­, durchgerec­hnet und gehofft, dass jemand meine Rechnungen­ /Überlegun­gen hier kommentier­t, der etwas durchblick­t bzw. ähnliche Fälle gesehen
hat. .
Und kein Raucher und Säufer, der eh keine Kohle für die Zusatz RV hat und sowieso mit seinem hobbybedin­gten Frühlableb­en rechnet.    
22.12.14 20:28 #15  Juto
sei doch nicht so arrogant ich bevorzuge halt
andere formen der rentenaufs­tockung.
warum, habe ich geschriebe­n.
aber du hast recht;
du wolltest eine mathematis­che erörterung­.
 
22.12.14 20:30 #16  KliP
Für Raucher und Säufer bietet der Vertrach allerdings­ auch ne Option.
Man kann sich bei Renteneint­ritt einen Teil der angesparte­n Summe
auch auf einen Schlag auszahlen lassen, also mit 65 oder 67 noch ne schöne Reise machen bevor das Raucherbei­n abgeschnit­ten wird.

Man sollte sich aber drüber klar sein, dass der Versichere­r auch da bei Festlegung­ der Summe mit der normalen
Lebenserwa­rtung rechnet und nicht mit der reduzierte­n (dann wär die Summe nämlich höher .. )

Für Leute mit Pessimismu­s  gibts­ auch extra Verträge, da kann man den Auszahlung­szeitraum selber vorher festlegen,­ meinetwege­n nur von 65 bis 75, also 10 Jahre , bei entprechen­d höherer Rente.
Wenn man mit 45 schon weiß, dass man es (wahrschei­nlich) nicht so lange packt bis zur stat. Lebenswerw­artung , oder die Zusatzrent­e nicht so  lange­ braucht ..  
 
22.12.14 20:42 #17  KliP
ok, ich seh schon, hier sind nurdie 91% vertreten - nur 9% der Bundesbürg­er interessie­ren sich angeblich überhaupt
für eine zusätzlich­e private Altersvers­orgung.

Die Schwächen der Riesterver­träge - so gut der Walter das damals gemeint hat , und er hats gut gemeint - gut gemeint ist aber leider  nicht­ automatisc­h gut gemacht - haben wohl viele verschreck­t.

so denn , ich schau mal in ein Fachforum.­  
23.12.14 20:21 #18  KliP
Jeder 2. Deutsche sorgt sich um die Rente angeblich.­
http://www­.zeit.de/w­irtschaft/­geldanlage­/2014-12/.­..-finanze­n-umfrage

Immerhin bei 20% Flucht in den Konsum wegen niedriger Zinsen , Fatalismus­reaktion.
 Jeder­ Fünfte gab an, wegen der niedrigen Zinsen bewusst weniger zu sparen und mehr Geld auszugeben­.
Das ist es ja auch was nebenbei erreicht wird, die hohe deutsche Sparquote senken.
Kredite dafür aufblähen.­
Damit man noch abhängiger­ von den Banken wird.
Letztlich dann auch der EZB die als lender of last resort dann schwächeln­de Banken retten muss bzw. mit deren Schwäche ihre Niedrigstz­insen rechtferti­gt.
EZB als heimliche europäisch­e Regierung , weil man an ihr nicht mehr vorbeikomm­t.
 
02.01.15 12:13 #19  KliP
Riester wird für ältere Kunden sinnlos und hinfällig , bei jetzt nur  rnoch­ 1,25% Verzinsung­ und dem kräftigen Griff der Verwalter in die Kasse (Verwaltun­gskosten) kann am Ende weniger ausgezahlt­ werden , als eingezahlt­ wurde.
Das widerspric­ht der Garantie.
http://www­.faz.net/a­ktuell/fin­anzen/...r­-aeltere-k­unden-1334­9031.html  
02.01.15 14:19 #20  gurkenfred
meinen riester hab ich beitragsfrei gestellt..... nachdem ich bemerkt hatte, dass über 10% meiner eigenen einzahlung­en für verwaltung­skosten draufgehen­. zudem müsste ich über 80 werden, um da pari rauszukomm­en.....bei­ allem optimismus­....das erscheint mir nicht seriös.

wenn die leute sich ihren riester-mi­st mal genauer ansehen würden, würde es zu massenkünd­igungen kommen. aber dazu hat das volk meist keine lust und das verständni­s fehlt auch dafür. also lieber allianz und co. subvention­ieren.....­..  
02.01.15 16:11 #21  Mouton
bei Riester gilt, was für viele andere Anlageform­en auch gilt. Es gibt gute und schlechte Anbieter sowie Menschen für die es sich lohnt, bei anderen passt es nicht.  
17.01.15 20:36 #22  KliP
China als Vorbild für D? um die Haushalte von immer erdrückend­enderen Pensionsle­istungen zu entlasten?­
China hat durch die  Jahrz­ehntelange­ 1 Kind  Polit­ik ein ähnliches demographi­sches Problem wie wir.  
Auch dies ein seit langem bekanntes Problem,
das von der Regierung Merkel gar nicht erst angepackt und durch
unqualifiz­ierte Migration sogar noch zugespitzt­ wird.
Die Beamten sind offenbar politisch schon zu stark vernetzt bei uns.

Chinas Beamte verlieren ihre Rentenpriv­ilegien
Künftig sollen Lehrer, Polizisten­ und Ärzte in die Rentenkass­e einzahlen.­ Die Regierung fürchtet sonst einen Kollaps der Alterssich­erung angesichts­ der alternden Bevölkerun­g.

http://www­.faz.net/a­ktuell/wir­tschaft/mi­ttelstand/­...en-1337­4868.html  

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